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Kunst & KulturAusstellungen › Die „Kinder-und Hausmärchen“ von Wilhelm und Jacob Grimm feiern ihren 200. Geburtstag

Die „Kinder-und Hausmärchen“ von Wilhelm und Jacob Grimm feiern ihren 200. Geburtstag

Viele Veranstaltungen in Wiesbaden, Kassel, Steinau an der Strasse und in Troisdorf auch im Brüder-Grimm-Jahr 2013              von Britta Steiner-Rinneberg

14.11.12 || altHESSEN (14. November 2012) - Dass eine bis heute aktuelle und bei Jung wie Alt beliebte Märchensammlung, die in Literatur, Theater, Kunst und Musik Anregung zu Werken fand, die nicht weniger begeisterten, ihren 200.Geburtstag feiern kann, ist schon etwas Besonderes. In Hessen, wo Wilhelm und Jacob Grimm geboren wurden und den größten Teil ihres Lebens verbrachten, ist das Jubiläum der „Kinder- und Hausmärchen" natürlich Anlass zu Veranstaltungen unterschiedlicher Art, von denen einige vielleicht zum Besuch anregen können.

altDie Brüder Wilhelm und Jacob Grimm im Doppelporträit gemalt 1855 Öl auf Leinwand von der dänischen Malerin Elisabeth Jerichau-Baumann (1819-1881). Das Bild befindet sich derzeit in Berlin im Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Nationalgalerie, A I 663.

Ausstellungen, ein Kongress in Kassel, Symposien, Theateraufführungen, Vorträge und Lesungen sind diesem Gedenktag gewidmet, der die berühmten Brüder nicht nur als fleißige Sammler von Märchen, Mythen und Legenden sondern auch als Verfasser der Deutschen Grammantik und des Deutschen Wörterbuchs Lesern, Betrachtern und Zuhörern auf besondere Weise näher bringen und von ihrer Arbeit erzählen will. Eva Kühne-Hörmann, der hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst. ist es ein echtes Anliegen, das Wirken der Grimm-Brüder in voller thematischer Breite zu beleuchten und ihre Verdienste ins rechte Licht zu rücken.

Die meisten Menschen verbindet mit ihrem Namen natürlich die aus alten Überlieferungen zusammen getragene zauberhafte Märchenwelt. Kaum ein Erwachsener, der mit den „ Kinder -und Hausmärchen" nicht unvergessene Erinnerungen an „Schneeweißchen und Rosenrot", „Dornröschen" und den „Froschkönig", an „ Schneewittchen", „Aschenbrödel" oder „König Drosselbart" und viele andere wachruft, die er einst mit heißen Wangen„verschlang" .Heute beglückt er mit den begehrten Büchern seine genauso begeisterten Kinder, Enkel oder Patenkinder und holt dabei die eigenen, längst vergangenen, unbeschwerten Tage noch einmal zurück.

Murnau-Filmtheater Wiesbaden bringt Dokumentarfilme


Gerade zur beginnenden Vorweihnachtszeit locken die Theater in ihren Jugendprogrammen mit den schönsten Grimm-Märchen ins Haus: die Buchhandlungen überbieten sich im Riesenangebot bunt bebilderter, neuer Ausgaben und Hörspiele; die Bibliotheken veranstalten Lesungen mit musikalischem Hintergrund, und selbst Kindergärten haben reizvolle kleine Programme erdacht, die die Jüngsten den Tag herbeisehnen lassen, an dem sie in den schönen Büchern selbst lesen können, was an Wunderbarem in jener Märchenwelt geschieht, in der Wirklichkeit und Fantasie miteinander verschmelzen und die Leser so gefangen nehmen, dass sie Ort und Zeit vergessen.

In diesem Haus, dem Amtshaus Kirschbaum, in Steinbach an der Straße wuchsen die Brüder Grimm auf. Foto: RMN/ Steinau

Die am 20. Dezember1812 erstmals erschienenen und inzwischen in 170 Sprachen übersetzten „Kinder - und Hausmärchen" , die - neben Luthers Bibel - zu den am meisten verbreiteten deutschen Büchern zählen, wurden 2005 von der UNESCO zum Weltdokumentenerbe erklärt . Zwei Dokumentarfilme mit den Titeln „ Die Brüder Grimm- Märchensammler" und „Die Brüder Grimm - Wörtersammler" werden in Kooperation mit der Friedrich-Wilhelm- Murnau-Stiftung den Zuschauern Antwort geben auf die Frage, was das Lebenswerk der Brüder Grimm so besonders und zeitlos macht. Die vom Grimm-Preisträger Artem Demenok moderierte Vorführung findet am 2.12. um 20.15 im Murnau-Filmtheater Wiesbaden statt.

Kassel präsentiert die Ausstellung „Expedition Grimm"


Kassel ist die Stadt, zu der die drei Brüder, die in Hanau geboren wurden und in Steinau aufwuchsen, eine besonders enge Beziehung hatten. Hier lebten sie während ihrer Schulzeit, hierher kehrten sie auch nach dem Studium in Marburg zurück, um mit dem Zusammentragen und Ordnen der größtenteils aus mündlichen Überlieferungen stammenden Märchen zu beginnen. Es war eine Zeit, die beide Brüder, deren Todestage sich 2013 zum 150. mal jähren, als die „Fruchtbarste ihres Lebens" bezeichneten, denn auch Grammatik und Wörterbuch nahmen von Kassel aus ihren Weg in die Welt.

altDas Brüder Grimm-Denkmal in Hanau. Foto: RMN/Stadt Hanau

Die Landesausstellung „Expedition Grimm" zeigt vom 27.April bis zum 8. September 2013 als Höhepunkt des Grimm-Jahres in der documenta-Halle eine große Schau, die sich dem vielfältigen Wirken und spannendem Leben der Brüder Jacob und Wilhelm widmet. Sie präsentiert in verschiedenen Kabinetten wertvolle Manuskripte und besondere Erinnerungsstücke und dokumentiert zugleich die Lebensverhältnisse der Großfamilie. Eine nicht weniger interessante, reizvolle Ergänzung dazu bilden die Arbeiten ihres Künstler-Bruders, des Malers Ludwig Emil Grimm.

Gefeiert wird auch in Steinau an der Strasse, wo das frisch hergerichtete Brüder-Grimm-Haus und Museum auf möglichst zahlreiche Besucher warten, die gern einmal sehen und ihren Kindern zeigen möchten, wo und wie die berühmten Märchen-Brüder aufwuchsen. Über 20 000 Besucher kamen in diesem zu ende gehenden Jahr zur Besichtigung der Kindheitsstätten und des neuen Museums nach Steinau, wo der „Puppenspieltag" und der „Märchensonntag" besondere Anziehungspunkte bildeten. Eigentlich hatten die Veranstalter auf größeren Andrang gehofft. Dass er ausblieb, mag vielleicht daran gelegen haben, dass sie die zahlreichen Veranstaltungen und sonstigen Aktivitäten einfach nicht genügend in der Region bekannt gemacht hatten. Für 2013 erhoffen sie jedenfalls eine erhebliche Steigerung der Besucherzahlen und werden dafür auch einiges tun.

Bilderbuch-Museum lädt in seine Burg ein


Wer sich und seinen Kindern oder Enkeln im Grimm-Jahr eine Freude besonderer Art machen will, sei auf den Besuch des berühmten Bilderbuch-Museums der Stadt Troisdorf hingewiesen. „Es war einmal..." die neue, große Ausstellung in Burg Wissem, die mit der Märchenwelt der Brüder Grimm bekannt macht, wird am 18. November um 14 Uhr eröffnet. Nach der Begrüßung wird die Theater AG der Janosch-Grundschule das Stück „Aufruhr im Märchenland" aufführen, das Groß und Klein zu begeistern verspricht. Im Anschluss daran gibt es ein umfangreiches Bastelprogramm (für Kinder unterschiedlicher Altersstufen), dass sie auf spannende Weise in eine zauberhafte, aber nicht nur märchenhaft-schöne, sondern zuweilen auch recht grausame Welt eintauchen lässt, die uns durch die gründlichen Recherchen der beiden Autoren überliefert ist.

Für die größeren Kinder und Erwachsenen zeigt das überaus aktive Burg-Museum eine Ausstellung mit zahlreichen Original-Illustrationen zu bekannten und weniger bekannten, gleichwohl nicht minder reizvollen Grimm-Märchen und - büchern. Mitmachstationen geben großen wie kleinen Besuchern die Möglichkeit, auf spielerische Weise ihr Wissen um das Gesehene und Gehörte noch zu vertiefen. Ein Wochenend-Ausflug, der in jedem Fall lohnt!

Die Ausstellung ist bis Mitte Februar 2013 zu sehen und von Di bis Sa von 11 bis 17 Uhr geöffnet, sonntags von 10 bis 18 Uhr. Der Eintrittspreis für Erwachsene beträgt 3.50 Euro, die Familienkarte (Eltern und 3 oder mehr Kinder) kostet 10.- Euro. Nähere Auskünfte gibt es unter Telefon 0 22 417 - 88 41 427 oder über e-mail. Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. bzw. unter www.burgwissen.de