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Kunst & KulturAusstellungen › Obst und Gemüse mit "Migrationshintergrund"

Obst und Gemüse mit "Migrationshintergrund"

Die Herkunft von Kartoffeln und Tomaten - Eine Ausstellung im Frankfurter Palmengarten           von Karl-Heinz Stier

17.06.13 || altFRANKFURT (16. Juni 2013) - Vieles von dem, was heute als Obst - und Gemüsearten bei uns auf den Tisch kommt, hat einen "Migrationshintergrund". Das macht die Ausstellung "Aus der Neuen Welt" deutlich, die von nun an bis zum 22.September in der Galeria des Frankfurter Palmengartens gezeigt wird. Da erfährt man, dass viele beliebte Nutzpflanzen ursprünglich nicht aus Eurpa, sondern aus Nord,- Mittel - oder Südamerika stammen. Was wäre zum Beispiel unsere Küche ohne Kartoffeln, Tomaten, Chili, Bohnen, Kürbis, Avocado, Ananas, Mais oder Kakao?

Bevor Kolumbus im Oktober 1492 in Amerika an Land ging, waren alle diese Pflanzen und eine Vielzahl anderer äußerst köstlicher "neuweltlicher" Früchte in Europa völlig unbekannt. Viele dieser Nahrungspflanzen wurden von den Spaniern und Portugiesen nach Europa gebracht. Manchen stand man zunächst skeptisch gegenüber. Man hielt sie für giftig, wie z.B., die Kartoffel oder nutzte sie zunächst als Zierpflanzen. Andere dagegen hielt man umgekehrt zunächst für essbar, während sie später zu attraktiven Zierpflanzen entwickelt wurden (z.B. Dahlien). Anfangs galten die neu eingeführten Pflanzen als etwas Besonderes und Wertvolles und waren dem normalen Volk nicht zugänglich. Einige wurden zunächst nur in Botanischen Gärten kultiviert oder unter den Fürstenhäusern getauscht.

Es gab aber auch Nutzpflanzen aus der Neuen Welt, die haben erst im 20. Jahrhundert den europäischen Markt erorbert. Durch den schnellen Transport mit dem Flugzeug können nun auch verderbliche Früchte we Physalis, Papaya und Drachenfrucht in ihren Anbauländern fast essreif geerntet und rasch über die ganz Welt verteilt werden.In ihrer Heimat allerdings haben sie oft schon eine mehrtausendjährige Kulturgeschichte, wie Mais,Tomate und Bohnen hinter sich.

Aus dem nördlichen Nordamerika bzw. dem südlichen Südamerika haben nur wenige Nutzpflanzen den Weg nach Europa gefunden (die Cranberry aus Kanada oder die Chile-Erdbeere, ein Elternteil der in Europa zufällig entstandenen Garten-Erdbeere. Die Sonnenblume stammt aus der Prärie Nordamerikas und ist mittlerweile eine der wichtigen Ölpflanzen weltweit.
Auch die Frage, was unsere Gärten ohne die vielen krautigen und staudigen Zierpflanzen aus Amerika wären, wird gestellt. Fuchsien, Dahlien, Tagetes und Sonnenhut gehören mittlerweile zum Standardsortiment vieler mitteleuropäischer Gärten , in die sie üppige Farben bringen.

In der Ausstellung, die von Kanada bis Feuerland reicht, werden 22 wichtige Nahrungspflanzen gezeigt. Sie sind auch bei uns von wirtschaftlicher Bedeutung. Der Weg, wie sie nach Europa gelangten, ist sehr anschaulich dargestellt. Da Mensch und Nutzpflanze in enger Beziehung zueinander stehen, wird auch ein Blick auf die vor - und nachkolumbianische Besiedlungsgeschichte Nord- und Südamerikas geworfen.

Näheres über die Ausstellung und Rahmenveranstaltungen sind unter www.palmengarten.de zu erfahren.