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Kunst & KulturAusstellungen › Romantik-Museum in Frankfurt vor dem Start

Romantik-Museum in Frankfurt vor dem Start

16-Millionen-Projekt finanziell fast gesichert - Ziel ist es die weltweit einzigartige Sammlung zur Literatur der deutschen Romantik zu schaffen           von Karl-Heinz Stier

26.02.14 || altFRANKFURT (25. Februar 2014) „Das Produkt ist gezeugt, wenn auch noch nicht geboren", so bezeichnete Frau Prof. Dr. Bohnenkamp-Renken das Projekt „ Deutsches Romantik-Museum" in Frankfurt, das einer Realisierung immer näher rückt. In einer Pressekonferenz mit führenden Frankfurter Kommunalpolitikern kündigte sie an, dass Ende Mai das Preisgericht tagen und über Entwürfe beraten wird. Das Ziel des Museums ist die weltweit einzigartige Sammlung zur Literatur der deutschen Romantik, die derzeit in den Archivkellern des Freien Deutschen Hochstifts liegt, der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dafür bietet sich die Gelegenheit, da das Grundstück zu linken Seite des Goethe-Hauses zur Bebauung frei wird. Dieses Areal wurde bis 2012 vom Börsenverein des deutschen Buchhandels benutzt, kann abgebrochen und neu bebaut werden und wurde von der Stadt Frankfurt in Erbpacht zur Verfügung gestellt.

Letzthin ermöglichst hat das Vorhaben des Freien Deutschen Hochstifts (Höchstsumme 16 Millionen Euro, berechnet vor zwei Jahren) ein Zuschuss der Stadt Frankfurt, der in etwa bei der anteiligen Summe von Bund und Land mit jeweils 4 Millionen Euro liegen soll. Das Freie Deutsche Hochstift beteiligt sich mit 8 Millionen Euro, die es durch fleißiges Spendensammeln bis auf 1,8 Millionen( Deutsche Bank, Ernst Max von Grunelius-Stiftung, Kulturfonds FrankfurtRhein-Main, Privatspenden wie die von Friedrich von Metzler sowie Zuwendungen von privaten Stiftungen) eingeworben hat.

Die Spendenbereitschaft wurde von den Rednern bei der Presskonferenz im Goethe-Museum lobend hervorgehoben. Oberbürgermeister Peter Feldmann, der den Spendenaufruf zusammen mit seiner Vorgängerin im Amt, Petra Roth, und Kulturdezernent Pro. Semmelroth ins Leben gerufen hatte, sprach von einem „guten Tag für die Kultur und die Stadt". „ Wir haben es geschafft, das Romantik-Museum wird gebaut, das ist jetzt sicher". Davon würden literatur-, kunst- und geschichtsinteressierte Besucher und Bildungseinrichtungen profitieren, ein besonders an der deutschen Kultur und Literatur interessiertes Expertenpublikum und nicht zuletzt touristische Gäste aus aller Welt mit einem hohen Anteil asiatischer Besucher. Er erinnerte daran, dass Frankfurt schon immer eine große Stifterstadt gewesen sei. Das Engagement der Bürger habe sich auf soziale u n d kulturelle Projekte erstreckt, wie der OB am Beispiel von Bettina von Armin erläuterte. „Ich hätte nichts dagegen, wenn die Spendenbereitschaft in anderen Städten auch so stark wäre".

Auch Kulturdezernent Semmelroth würdigte das Bürger-Engagement: „Nach einer gewissen Lähmung zu Beginn kam eine Bugwelle zustande, die uns alle überrascht hat". Ex-OB Petra Roth kündigte an, dass sie sich zu ihrem 70.Geburtstag statt Geschenke Spenden für das Romantik-Museum wünsche. Mit ihm werde die Geschichte der Romantik nicht nur in Frankfurt und mit Goethe wiederbelebt.

Das Museum der deutschen Romantik soll den Erinnerungsort für eine Schlüsselepoche der deutschen und europäischen Geistesgeschichte bilden. Zur Zeit gibt es weltweit noch keine vergleichbare Institution für diese geistige Bewegung. Diese Epoche wird international mehr als jede andre Zeitspanne westlicher Kultur mit Deutschland identifiziert. Auf der Grundlage der einzigartigen Sammlung des Freien Deutschen Hochstifts, in denen sich Bestände von Novalis über die Geschwister Brentano bis zu Joseph von Eichendorff finden, soll hier ein modernes interaktives Museum präsentiert werden. „Der Dialog mit Goethe-Haus - und -Museum am Großen Hirschgraben- einer der ersten Adressen der Kulturnation Deutschland - wird das Deutsche Romantik-Museum einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Bildung und Reflexion europäischer Identität darstellen", meint das Frankfurter Goethe-Haus in einer Erklärung.

Das Ausstellungskonzept wird die Präsentation von hochkarätigen Originalen mit experimentellen Ausstellungsformen verbinden. Geplant ist ein Erlebnismuseum, dass deutlich machen soll, dass die Romantik, die Deutschland bis heute prägt, weit über die engeren Epochengrenzen hinweg (1790 bis 1850) wirksam bleibt.

Der Architektenwettbewerb ist seit Anfang 2014 ausgeschrieben. Die Bauzeit ist mit zwei Jahren veranschlagt, die Eröffnung des Museums für 2o18 vorgesehen.