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Die Soldaten Napoleons zogen durch das Rhein-Main-Gebiet mit „Suppenwürze“

Eine Guillotine im Schwalbacher Bürgerhaus - Sonderausstellung über die Zeit der Französische Revolution im Rhein-Main-Gebiet endet am Freitag           von Ralph Delhees

11.11.14 || altSCHWALBACH (11. November 2014) - Woher die Fastnacht ihren Ursprung in unserer Region hat weiß jetzt jeder der am heutigen Abend den gut Besuchten Vortrag von Hermann Groß über die „Französischen Spuren in Brauchtum und Sprache unserer Region" gehört hat. Dieser fand im Rahmen der Sonderausstellung „Kein Krieg ohne Suppenwürze! Das Rhein-Main-Gebiet zur Zeit der Französischen Revolution und Napoleons 1792-1815" , die am Freitag, 14. November, 18 Uhr, mit einer Finissage im Bürgerhaus Schwalbach endet. Was hatte die „Suppenwürze" auf sich, dass sie in den Ausstellungstitel gelangte - es war der Hunger und der fehlende Geschmack der Suppe. Denn aus Ermangelung an Salz und Pfeffer und eben wegen des besseren Geschmacks würzten die Soldaten ihre Suppe mit Schwarzpulver.

Schießpulver benötigte der Grenadier, der dieses französische Feuersturmgewehr bediente. Der Vorderlader, St. Etienne 1777, war das Standartgewehr der französischen Armee. Ein Dachbodenfund aus Königstein, vermutlich 1792/93 oder 1796 versteckt. Die Patronentasche um 1800 mit Papierpatronen, Kugel, Feuersteinen und Bleifutter, Kugelzieher, Werkzeug und Holzflint (dieser nur bei Drillübungen zur Schonung der Feuersteine verwendet)

Letzte Themenführung am Mittwoch: „Alt-Schwalbach und seine prominenten Besucher anno 1800"


Die im Main-Taunus und Hoch-Taunus-Gebiet einmalig große Sonderausstellung mit über 200 Exponaten ist am Mittwoch, 12. November von 15.00 - 18.00 Uhr zum vorletzten Mal geöffnet. Ab 17.00 Uhr führt Dr. Mark Scheibe, Kurator, die Besucher noch einmal durch die Ausstellung. Diesmal unter dem Thema: „Alt-Schwalbach und seine prominenten Besucher anno 1800". Prinzen, Generäle, Geheimagenten und viele andere Menschen durchquerten Schwalbach zur Zeit Napoleons. Unfreiwillig war der Ort in den Mittelpunkt von 23 Jahren Krieg und Truppenbewegungen gerückt, weil die Hauptverkehrsroute Frankfurt-Niederlande quer durch ihn hindurch lief.

Der Eintritt ist frei - Spenden werden erbeten - ebenso zur Finissage am Freitag ab 18 Uhr bei der die Bürgermeisterin von Schwalbach, Christiane Augsburger, spricht und der Kurator der Ausstellung, Dr. Dr. Mark Scheibe*1) einen Vortrag mit Demonstration hält zum Thema „Mit Kugelzange und Schädelbohrer, medizinisches Wissen und Soldatenversorgung zur Zeit der Napoleonischen Kriege". Nach dem Vortrag wird zu einem Umtrunk mit Musik die Ausstellung ausklingen, wobei u.a. auch Ausstellungsgerecht noch eine „Gefangenensuppe" gereicht wird. Wie zu erfahren war,  wird der Geschmack nicht durch Schwarzpulver ausgeglichen.

altaltHermann Groß. Foto: Privat Hermann Groß

Rechts im Bild Dr. Dr. Mark Scheibe,  Kurator der Ausstellung „Kein Krieg ohne Suppenwürze! Das Rhein-Main-Gebiet zur Zeit der Französischen Revolution und Napoleons 1792-1815"

Französische Spuren in der Region


Dem Anlass entsprechend - am 11.11. beginnt traditionell die Fastnacht - startete heute Hermann Groß um 19:11 Uhr mit seiner Spurensuche des Französischen in Brauchtum und Sprache unserer Region. Hermann Groß*2) führte im ersten Teil seines Referates in die ersten Spuren der Fastnacht unter dem Motto „Jedem Narr geheerd sei Kapp - Von der Jakobinermütze zur Narrenkappe" ein und im zweiten Teil ging es „Franzeesisch uff Hessisch" zu, dabei wurden Szenen aus dem Alltag erläutert, wie z.B. „Von alle widd bis Zwiwwelschlodd". Viele Worte, die unser heutiger Wortschatz - geradein der hiesigen Region - beinhaltet stammen aus der Zeit der französischen Revolution so unter anderem: Portemonaie für Geldbörse, Chaiseloungue für Sofa, Fisimatenten für Unsin und Trottoir für Geweg.

Geschichte wird mit Exponaten lebendig gemacht


Die Ausstellung mit ihren Exponaten führt ihre Besucher in die Vergangenheit ihrer Heimat und in die Lebenswelt ihrer Ururururgroßeltern. Mehr als 200 Exponate hat der Kurator der Ausstellung Dr. Dr. Mark Scheibe von der Stiftung Historische Kommission für die Rheinlande 1789-1815, für die Ausstellung aus seiem reichen Fundus zusammengestellt und macht eine fast vergessene Zeit wieder lebendig.

altDiese Guillotine können Besucher im Bürgerhaus Schwalbach bewundern. Foto: © Mark Scheibe
Ausstellungsflyer: Das Programm zur Ausstellung

Dabei hat er viele Informationen aus jener Zeit gesammelt und recherchiert, die und anderem erstmals mit den Sonderschauen zum Thema „Hygiene" und „Beginn der modernen Kommunikation" gezeigt werden. Ein besonderes Ausstellungsstück und damit ein Highlight der Ausstellung ist ein außergewöhnliches Großobjekt: eine vier Meter hohe Guillotine, Modelljahr 1796. Des Weiteren können große und kleine Besucher zahlreiche Objekte bestaunen und anfassen: Wer noch nie die Gewichte verschiedener Kanonenkugeln - gefunden an der ehemaligen Festung Königstein, die Napoleon niederlegt - in den Händen hielt, kann dies in der Ausstellung tun, und darüber hinaus in die Mündung einer zeitgenössischen Schrotflinte schauen. Ebenso zu sehen sind abgelaufene Holzpantinen oder eine Handvoll Bleikugeln, die neben der B8 gefunden wurden.

Seit Jahrhunderten durchzog Schwalbach die „Hohe Straße", der wichtigste Landweg zwischen der Messestadt Frankfurt, Köln und den Niederlanden. Im Oktober 1792 bekamen die Schwalbacher ungewohnten Besuch: Die Französische Revolution war im Dorf angekommen, als eine Abteilung französischer Soldaten zur strategisch wichtigen Festung Königstein zogen. Kurz vorher waren schon Mainz und Frankfurt in die Hände der Soldaten gefallen, die unter den Schlagworten „Krieg den Palästen, Frieden den Hütten" eine neue Weltordnung schaffen wollten. Doch was war das für eine Zeit, die diese Region für lange Zeit in Atem hielt?

altKanonenkugel von der preußischen Beschießung der Festung Königstein im Dezember 1792. Eines der Ausstellungsstücke im Bürgerhaus Schwalbach. Foto: © Stiftung HKR 1789-1815

Mit den Ideen von „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit" kamen 23 Jahre lang Krieg und Truppendurchzüge in die heutige RheinMainTaunus-Region. Stichworte wie Napoleon, Rheinbund und die Völkerschlacht bei Leipzig verbindet heute noch jeder mit dem, was er in der Schule gelernt hatte. Wenig bekannt hingegen ist, was hier im Rhein-Main-Gebiet zu jener Zeit passierte. Trotz langen Jahren des Krieges und Millionen von Toten erscheint aber auch manches amüsant. So die Verpflichtung der Erbenheimer Weiber, die Leitern des Dorfes bis nach Königstein zu tragen, damit die Franzosen die Festungswälle erklimmen konnten. Klar, dass sich die Damen standhaft gegen diese Aufforderung gewehrt haben.

Die Ausstellung ist die größte, die bisher zu diesem Thema gezeigt wurde. Seit Januar 2014 arbeiten die Stadt Schwalbach, die Kulturkreis Schwalbach am Taunus GmbH, der Verein Heimat und Geschichte Schwalbach e.V., der Verschönerungsverein Schwalbach, der Arbeitskreis Avrillé und die Stiftung Historische Kommission für die Rheinlande 1789 -1815 gemeinsam - mit Unterstützung der Taunus Sparkasse - an ihrer Realisierung.

Rahmenprogramm - Kinderführungen mit einem echten Soldaten - Sonderthemen


Neben der regulären Schau gab es ein begleitendes Rahmenprogramm, dass zahlreiche Einblicke in diese turbulente Zeit gab: Wie einleitend schon erwähnt der Vortrag von Hermann Groß „Französischen Spuren in Brauchtum und Sprache unserer Region". Dr. Mark Scheibe, Kurator der Ausstellung, hielt einen Vortrag zum Thema „Berichte und Anekdoten aus dem Vordertaunus zur Zeit der Französischen Revolution und Napoleons".

altWeste und Uniformrock eines französischen Grenadiers im Jahre 1796 (Rekonstruktion). Die Materialien waren Wollfilz, Leinen, Messingknöpfe Laut Vorschrift mußte ein solcher Uniformrock zwei Jahre lang getragen werden. Im Feldeinsatz war diese Kleidung aber schon nach wenigen Monaten verschlissen

Bei zwei Kinderführungen führte der Märchen- und Geschichtenerzähler Rudi Gerharz die kleinen Besucher durch die Ausstellung und erweckt die damalige Zeit mit Märchen und Liedern zum Leben. Ein kostümierter Soldat aus der damaligen Zeit, der schon bei der Ausstellungseröffnung auf dem Schwalbacher Marktplatz patrouillierte, stand den Schüler der zweiten bis vierten Klasse für Fragen zur Verfügung. Der "Grenadier" plauderte über seinen Uniformrock und über den Dreispitz, den er auf dem Kopf trug sowie über über Säbelbandelier und Patronentasche. Auch gab es Papier und Malstifte mit denen die jungen Besucher ihre Eindrücke festhalten konnten. Zahlreiche höhere Schulklassen besuchten ebenfalls die sehr lebendige und sehenswerte Ausstellung, in der bis Dienstag dieser Woche über 500 Besucher gezählt wurden.

altVermessungsinstrumente links ein Theodolit und rechts ein Kippregel - Messing, Neusilber, Glaslinsen, Holzkoffer, 1800 - 1820. Durch die Kriege mit Frankreich bagann Anfang der 1790er Jahre die Kartierung der Rheinlande mit modernen Methoden

Zwei Sonderschauen zum Thema „Hygiene" und „Der Beginn der modernen Kommunikation ergänzen das Ausstellungsangebot". Hier wird das Modell eines optischen Telegrafen von 1793 gezeigt, der mit Zeigerarmen ausgestattet ist. Mit ihnen übermittelte er von Turm zu Turm Informationen von Paris bis nach Mainz und noch weiter.

Am 21. Oktober 1792 begann die Epoche der Französischen Revolution im Rhein-Main-Gebiet


Anekdoten über die Französische Revolution im Vordertaunus erzählte Dr. Mark Scheibe, Kurator der Ausstellung, in seinem Vortrag. Einen Auszug geben wir nachstehenden wieder:

Als französische Soldaten am 21. Oktober 1792 auf dem Schlossberg oberhalb von Marxheim bei Hofheim eine meterhohe Pechfackel entzündeten, stand auch Schwalbach die Epoche der Französischen Revolution bevor: Mit diesem Signal sollten die nach Frankfurt marschierenden Truppen eine Verbindung nach Mainz halten. Wenige Stunden später marschierten sie durch den Ort, um auch die Festung Königstein in ihre Gewalt zu bekommen. Doch was war das für eine Zeit, die nun auf unsere Region zukam?

altDie Kurmainzer Landwehr vor Höchst, ca. 1799/1801, Gouache, Stadt Frankfurt. Das Bild schmückt die Titelseite des Programmheftes zur Ausstellung

1792 erreichten der französische General Custine und sein Corps das Rhein-Main-Gebiet. Noch bezeichnete Goethe ihn und seine Leute verniedlichend als den Erlkönig und seine Zwergenschar. Die französischen Militärs waren fast einen Kopf kleiner als die Leute hierzulande, doch damit endete schon die Verharmlosung der neuen Landesherren. Bald schon organisierten die deutschen Fürsten einen Gegenschlag, denn die ungebetenen Gäste hatten immerzu leere Mägen und klamme Brieftaschen. Auch die Frankfurter Gesellen griffen beherzt ein und verprügelten die Neuankömmlinge, die sich allzu sehr als die neuen Herren aufspielten und den einheimischen Mädchen die Köpfe verdrehten. Was folgte, war eine der größten Katastrophe für unsere Heimat: Mit der Idee von „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit" begann ein Zeitraum von 23 Jahren, in denen Krieg und Truppendurchzüge in und durch den Main-Taunus-Kreis zum Alltag gehörten.

Ausschnitt von iner Gouache, 1813 oder später, die Napoleon (rechts)  vor dem Übergang über die Nidda bei Höchst zeigt. Nach der Niederlage in der Völkerschlacht von Leipzig versuchte Napoleon möglichst rasch die französische Festung Mainz zu erreichen

Mainz, die altehrwürdige Stadt voller Paläste und Kostbarkeiten, wurde zerbombt, die Festung Königstein gesprengt und die Ansprüche der Kriegsteilnehmer immer größer. Da durch Schwalbach die „Hohe Straße" ging, der Landweg zwischen Frankfurt und den Niederlanden, waren die Einwohner immer den Forderungen der Kriegsparteien ausgesetzt. Davon zeugt heute noch das Rechnungsbuch der Gemeinde Schwalbach, die im Mittelpunkt des Dreiecks Mainz - Frankfurt - Königstein lag. Mehr als 20.000 Gulden kostete die Gemeinde die in Schwalbach lagernden Truppen, noch Jahre nach dem Abzug mußten die Anleihen durch die Bürgerschaft - man zählte 570 Bürger - abtragen werden.

Aus der heutigen Rückschau erscheint aber auch manches amüsant, so die Verpflichtung der Ebersheimer Weiber, die Leitern des Dorfes bis nach Königstein zu tragen, damit die Franzosen dort die Festungswälle erklimmen konnten. Klar, dass sich die Damen standhaft gegen diese Aufforderung gewehrt haben.

Chronologie der Ereignisse in Schwalbach am Taunus

Alt-Schwalbach und die „Hohe Straße" zwischen 1795 und 1806


Die Lebensader Schwalbachs war die „Hohe Straße", der wichtigste Landweg zwischen der bedeutenden Messestadt Frankfurt, Köln und den Niederlanden, „von Ewigkeiten her von Königstein über Klein-Schwalbach, Eschborn (...) nach Frankfurt gezogen". Mit dem Frieden zwischen Preußen und Frankreich 1795 wurde Deutschland in zwei Interessenhälften geteilt: Die Hohe Straße galt für mehrere Jahre als Grenzlinie, Schwalbach damit als Grenzort. Die Bedeutung der Straße sang aber stetig: Schon seit Jahrzehnten vernachlässigt, galt sie 1806 als „in einem dermaßen üblen Zustand, dass solche von Fuhrwerken beinahe nicht mehr passieren kann". Ab 1803 begann man mit dem Bau einer Chaussee von Höchst nach Königstein, nach deren Fertigstellung Schwalbach mehr und mehr von dem Warenhandel von und nach den Niederlanden abgeschnitten worden.

Anmerkung der Redaktion: Schwalbach war für die Postkutsche, die zwischen Frankfurt und Köln verkehrte Pferdewechselstation und diese befand sich in dem Gasthof „Zum Hirschen" heute bekannt als „Mutter Kraus".

altDie Ansicht von Schwalbach Anfang der Jahre um 1930 - Noch hat das Dorf weitgehend seine Ausdehnung wie 117 Jahre zuvor, als zum letzten Mal Truppen des französischen Kaisers Napoleon I. hin durchmarschierten. Oben im Bild die „Hohe Straße" Richtung Königstein, unten das Burggebäude, das wegen Bombenschäden 1956 zum Abriss freigegeben worden war und heute überbaut ist.

1792

Schwalbach erhält seine erstes Schulhaus. Bisher war Unterricht in einem Raum in der Unterpforte (Stadttor auf dem Weg nach Frankfurt - in der heutigen Hauptstraße - erteilt worden.

Am 22. Oktober passierten erstmals französische Revolutionssoldaten den Ort. Ihr Ziel ist die Festung Königstein, die den wichtigen Landweg Frankfurt-Niederlande schützt. Die Festung wird von den dort stationierten 16 Kurmainzer Soldaten ohne Gefecht übergeben.

1796

Schwalbach wird für einen Tag Hauptquartier von Erzherzog Karl, Oberbefehlshaber des deutschen Reichsheeres: Als im Mai 60.000 französische Soldaten am nördlichen Lahnufer stehen, verlässt Erzherzog Karl „mit dem größten Theile der Hauptarmee das linke Rheinufer, gieng am 8. Und 9. Juni auf 2 Brücken bei Maynz über den Rhein, lagerte bei Wickert, ließ am 11. Das Lager bei Kleinschwalbach beziehen, am 12. aber bis Homburg vor der Höhe vorrücken"

1813

Die durch 21 Jahre Krieg und Truppendurchzüge hervorgerufenen Ausfälle in der Landwirtschaft machen die Neuanpflanzungen von Obstbäumen notwendig:

„Die Bepflanzung der Viecinalwege im Herzogthum Nassau mit Obstbäumen (...) im Amte Oberursel von den Gemeinden Weißkirchen, Schwalbach und Kronberg (ist erfolgt mit) 317, 329 und 322 Stämmen"

altSituationskarte: Schwalbach und das Umland zur Zeit der Französischen Revolution. Fotos (8): Ralph Delhees

1814

Tausende von Soldaten durchqueren Schwalbach nach der Völkerschlacht von Leipzig 1813. Sie bringen Typhus mit, einer durch Salmonellen hervorgerufenen ansteckenden Krankheit. Zwischen dem 1. Oktober 1813 und dem 1. April 1814 verzeichnet man 80 Erkrankte und 16 Todesfälle, insgesamt erkrankte also ein Fünftel aller Einwohner

Zum Viehbestand 1814: Schwalbach besitzt noch 18 Pferde und 155 Stück Rindvieh (davon 39 Ochsen), 130 Schafe, 3 Ziegen und 83 Schweine. Es wird vermerkt, dass „nach Anrücken der Alliierten Truppen das Schafvieh und Hornvieh stark abgenommen hat"

1828

Die Kriegsschulden aus der Zeit der Französischen Revolution und Napoleons belaufen sich noch auf 22.981 Gulden und 33 Kreuzer (zum Vergleich: Der Jahressold eines einfachen Soldaten betrug etwa 200 Gulden)

*1)Dr. Dr. mark Scheib aus Kelkheim ist Biologe, Historiker und Jurist, unter anderem ist er für die Stiftung Historische Kommission für die Rheinlande 1789-1815 tätig. Eingehend hat er sich mit der französischen Revolution beschäftigt und zwangsläufig wissenschaftlich mit Johannes Bückler, dem Schinderhannes. Hier gilt er als ausgewiesener Fachmann, mit vielen der Legenden um den Schinderhannes hat er aufräumt. In der derzeitigen Ausstellung hat er den Schinderhannes mit einbezogen.

Selbst betreibt Mark Scheibe ein Forschungsportal (http://www.forschungsportal-schinderhannes.de/) über den Schinderhannes, auf dem er sich intensiv mit der Strafjustiz in der Zeit der Jahrhundertwende des 17./18. Jahrhundert und der historischen Figur des Räuberhauptmanns beschäftigt. Im Hauptberuf ist Dr. Dr. Scheibe in der Industrie tätig.

*2) Hermann Groß, pensionierter Bankkaufmann, lebt in Königstein-Falkenstein und beschäftigt sich in seiner Freizeit mit der Stadt- und Regionalgeschichte. Hauptsächlich interessiert er sich für die hiesige Mundart. Er ist auch bekannt für seine interessanten Stadtführungen in Königstein und seine Lesungen von Friedrich Stoltze-Geschichten.