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Kunst & KulturAusstellungen › 200 Jahre Städel: Monet und die Geburt des Impressionismus

200 Jahre Städel: Monet und die Geburt des Impressionismus

100 Meisterwerke aus den bedeutendsten Gemäldesammlungen der Welt - Eine nicht „unkostspielige" Ausstellung           von Karl-Heinz Stier

11.03.15 || altFRANKFURT (10. März 2015) - „Bei Claude Monet gibt es immer was Neues", stellte kürzlich ein renommierter Kunstkritiker fest. Dem kann man unverhohlen zustimmen. Die Gelegenheit dazu gibt nunmehr im Frankfurter Städel Museum die großangelegte Sonderausstellung „Monet und die Geburt des Impressionismus", die bis 21.Juni terminiert ist. Anhand von 100 Meisterwerken aus den bedeutendsten Gemäldesammlungen der Welt werden die Anfänge der impressionistischen Bewegung in den frühen 1860er-Jahrern bis hin zum Jahr 1880 in den Blick genommen. Zu sehen sind weltberühmte Leihgaben wie Monets La Grenouillere (1869) aus dem Metropolitan Museum oft Art in New York, sein Boulevard des Capucines (1873) aus dem Nelson-Atkins Museum of Art in Kansas City, „ Das Mittagessen: dekorative Tafel (um 1873) oder Camille auf dem Totenbett (1870) beide aus dem Musee d'Orsay in Paris, um nur einige wenige der 64 Leihgaben zu nennen.

altBoulevard des Capucines 1873 aus der Sammlung Beyeler, Basel

Die Ausstellung, die zu den Höhepunkten des Programms von „200 Jahre Städel" zählt, fragt, wie der Impressionismus entstand und inwieweit sich in dieser Malerei eine zeitgenössische „Seh-Erfahrung" manifestiert. Die Jubiläumsausstellung knüpft an die eigene Sammlungsgeschichte des Städel Museums an, denn schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte sich der damalige Direktor Georg Swarzenski leidenschaftlich für die französische Malerei ein, die bis heute einen wichtigen Sammlungsschwerpunkt des Hauses bildet.

„Werke aus den Anfangstagen des Impressionismus sind rar und kostbar. Umso mehr freuen wir uns, dass wir zum Auftakt des Jubiläumsjahres eine derart komplexe und spektakuläre Sonderausstellung realisieren konnten mit 64 Leihgaben aus aller Welt und den zentralen Werken der Städelschen Sammlung", sagt Max Hollein, Direktor des Städel Museums.

Ausgehend von Claude Monets Gemälde „Das Mittagessen" (1868/69), mit dem das Städel über ein Schlüsselwerk des frühen Impressionismus verfügt und aus einem qualitätsvollen Sammlungsbestand früher impressionistischer Arbeit von Auguste Renoir; Eduard Manet, Edgar Degas, Alfred Sisley und Paul Cezanne zeigt die Schau, wie die Künstler zur Auflösung und Entmaterialisierung ihrer Bildmotive gelangten.

altDas Mittagessen,1868 Städel Frankfurt

Das 19.Jahrhundert war eine Zeit der Umbrüche, die auch in der Malerei der Impressionisten ihre Spuren hinterließen. Damals vollzog sich durch die zunehmende Industrialisierung ein Wandel des Verhältnisses von Mensch und Natur sowie von Arbeit und Freizeit. Der technische Fortschritt führte zu einer allgemeinen Beschleunigung des Lebens. Auch die visuelle Erfahrung der Großstadt und die Verbreitung neuer Medien wie der Fotografie wirken sich maßgeblich auf die Werke der Künstler dieser Epoche aus. Protagonist und ständiger Bezugspunkt in der Ausstellung ist Claude Monet, der unter den Künstlern seiner Zeit eine Vorreiterrolle einnahm. In seinem Werk treten die formalen Neuerungen des Impressionismus, wie der klar erkennbare Pinselstrich und eine rasche, skizzenhafte Malweise, besonders deutlich hervor. Beim ihm rücken Künstler und Leben zusammen, er ist sozusagen der erste Gegenwartskünstler.

altKathedrale von Rouen, 1873, Nelson-Atkins Museum; Kansas City. Fotos (3): Städel Museum

In einem Rundgang über beide Etagen des Ausstellungshauses stößt man zunächst auf einen Prolog. Hier werden die wichtigsten Vorbilder der Impressionisten wie der Schule von Barbizon mit ihrer Vorliebe für Landschaftsszenen gezeigt. Dann folgt der erste Hauptteil der frühen impressionistischen Kunst in der Zeit von 1864 bis 1871. Flankiert wird das Kapitel von einem Fotokabinett, das sich inhaltlich dem Thema Natur in der Fotografie der damaligen Zeit widmet und so das Nebeneinander der Arbeit von Malern und Fotografen im Wald von Fontainebleau aufzeigt. Im zweiten Teil wird die weitere Entwicklung von Monets Werken anderer Impressionisten zwischen 1872 und 1880 nachgezeichnet. Zuletzt versammelt ein „Epilog" einige charakteristische Arbeiten aus dem Spätwerk Monets, an denen sich die Entwicklung zum fast vollständigen Verlust des Bildgegenstandes besonders gut aufzeigen lässt- wie in den vier Gemälden der „Kathedrale von Rouen".

Die Öffnungszeiten des Museums im Schaumainkai 63 sind Di, Mi, Ss und So und Feiertage von 10 bis 19 Uhr. Do und Fr von 10 bis 21 Uhr. Der Eintritt beträgt 14 Euro, ermäßigt 12. Familienkarte 24 Euro. Kartenvorverkauf unter: tickets.staedelmuseum.de