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MAK wartet mit Besucherrekord in 2015 auf - Acht neue Ausstellungen für 2ß16

Auf der Suche nach dem Glück - ZeitRaum begreifen bis hin zu Waffen, Design, der Typografieund Düften           von Ralph Delhees

03.02.16 || FANKFURT (03. Februar 2016) - Kaum hat der Direktor des Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main, Matthias Wagner K, kürzlich das Ausstellungsprogramm für 2016 vorgestellt und zugleich eine positive Bilanz des vergangenen Jahres gezogen, da wurde schon die erste Ausstellung des Jahres „ZeitRaum. Nach ‚Here' von Richard McGuire" - hinterfragt werden in ihr die elementaren Fragen nach unserem Verhältnis zu Zeit und Raum - eröffnet, die als Kurator David Beikirch begleitet (bis 11. September) .

MAK-Direktor Matthias Wagner K bei der Vorstellung des Ausstellungsprogrammes für 2016. Foto: Ralph Delhees

Das Haus am Mainufer eröffnet bis Dezember 2016 insgesamt acht neue Ausstellungen, die sich unter anderem Typografie, Grafikdesign, Comic und Produktgestaltung widmen. Ein großer inhaltlicher Schwerpunkt liegt auf dem Thema Glück, das von einer Sammlungspräsentation eingeleitet wird. Es handelt sich um eine Depotschau unter dem Titel „Glück und Verheißung" - ab 17. Februar -, in ihr werden 99 Stücke aus dem Fundus des Museum und ein Kurzfilm gezeigt. Glück - welch ein großes Wort und ein vielschichtiger Begriff. Doch was genau ist Glück? Ein Gefühl, ein Lebensziel, ein utopischer Gedanke oder doch bloßer Zufall?

2015: „Ein gutes erfolgreiches und äußerst spannendes Jahr"


Zufall sind dabei keinesfalls die Zahlen des vergangenen Jahres, die Museumsdirektor Matthias Wagner K. vorlegte, sie geben Ausdruck über das Engagement aller Mitarbeiter des Hauses, dass trotz der geringen zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel, wie es Wagner K nannte „ein gutes erfolgreiches und äußerst spannendes Jahr" war. Einen Besucherrekord erlebte das Museum Angewandte Kunst (MAK) 2015, so kamen in das seit 2013 neueröffnete Museum126.944 Besucher, im Jahr zuvor waren es 112.817 (2013: 98.432, 1012: 57.544, 2011: 57.053).

Im Zentrum der Ausstellung "Vom Verbergen" steht die vielfältige Betrachtung der museumseigenen, heterogenen Sammlung im Hinblick auf das Phänomen des Verbergens. So unterschiedliche Gegenstände wie einen Schrank, ein Pillendöschen oder einen Wandschirm verbindet die Tatsache, dass sie einen Raum definieren. Sie bieten ein Davor oder ein Dahinter, ein Darauf oder ein Darunter und ihnen ist die Eigenschaft eingeschrieben, etwas zeigen oder verbergen zu können, je nachdem, welche Perspektive der Betrachter einnimmt. Fotos: MAK

Sieben neue Ausstellungen fanden ebenso 2015 anklang, wie die fast 100 Veranstaltungen zu denen unterandrem Workshops und Gesprächsreihen zählten, Führungen sind dabei ausgenommen. Publikumsmagnete waren unter anderem „Buddha. 108 Positionen" und „Hamster Hipster Handy. Im Bann des Mobiltelefons". Letztere war eine von mehreren Kooperationen, an denen das Museum 2015 beteiligt war. Weitere waren die Fotografie-Triennale R AY, die B 3 Biennale des bewegten Bildes oder das Projekt Sense of Doubt. Wider das Vergessen der Goethe-Universität Frankfurt. Direktor Wagner K hob hervor, dass seit seinem Amtsantritt 2013 insgesamt 24 Ausstellungen im Hause bis dato gezeigt wurden.

In 2015 sind 345 Objektsanierungen und insgesamt 754 in den letzten zwei Jahren vorgenommen worden. Die Depots des Museums wurden neugeordnet, so wurde ein Designdepot neueingerichtet, gibt s jetzt zwei Möbeldepots und ein Ostasiendepot, weiter wurden Objekte nach Bestandskatalogen geordnet und ein zweiter Quarantäneraum eingerichtet. Im Depot befunden sich derzeit rund 4.000 Objekte, in vergangenen Ausstellungen waren davon bereits 1.275 ausgestellt weitere 99 werden in der kommenden Depotschau ab 17. Februar zu sehen sein. 36 Leihgaben aus dem reichhaltigen Fundus wurden an andere Museen im In- und Ausland - u.a. Liebighaus Frankfurt, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, MOMA New York - ausgeliehen. Neben Ankäufen in Höhe von rund 77.000 Euro erhielt das MAK Schenkungen im Wert von ca. 200.000 Euro. An Drittmittel wurden 780.000 Euro an nicht-städtische indirekte und direkte Förderung Euro eingenommen (2014: 225.000 Euro, 2013: 64.000).

Museum als begeh-und bespielbarer Bühnen-und Erlebnisraum


Das Ausstellungsjahr hat bereits vergangene Woche begonnen mit der sehr beeindruckenden Schau „ZeitRaum. Nach ‚Here' von Richard McGuire", in der die Szenerie der Graphic Novel „ Here " des amerikanischen Comic-Avantgardisten Richard McGuire im Museum als begeh-und bespielbarer Bühnen-und Erlebnisraum zum Leben erweckt und das Verhältnis von Zeit und Raum aus verschiedenen Perspektiven hinterfragt wird. Die Ausstellung ist mit zahlreichen Vorträgen bis 11. September zu sehen oder besser „zu erleben", da sie sehr zum Denken und Überlegen anregt, aber auch der Phantasie des Betrachters freien Raum für Zeiterlebnisse gibt, die auch mit eigenen Wahrnehmungen aus der Vergangenheit Verschmelzung finden können.

Blick in die begehbare Ausstellung „ZeitRaum", hier ist das nachgebaute Wohnzimmer von Richard McGuires in der wandelbaren Zeit zu sehen. Wo das Wohnzimmer aus dem Jahre 1915 mit Fenster, Kamin und weiteren Einrichtungen der Zeit im Raum stehen, hatte 10.000 v. Christus ein Bison sein Lager. Foto: Ralph Delhees

Fortsetzung der Reihe zur Frankfurter Gestaltung mit Typografie und Grafik


Mit der Ausstellung „Alles neu! 100 Jahre neue Typografie und Neue Grafik in Frankfurt am Main" setzt das Museum im Frühjahr - 25. März bis 21. August 2016 - seine Reihe zur Frankfurter Gestaltung fort, die es 2013 mit der Überblicksschau „Das Frankfurter Zimmer" begonnen und im Jahr darauf mit einem Schwerpunkt zur Gestaltertätigkeit Ferdinand Kramers weitergeführt hatte. In der neuen Ausstellung rücken die aus der Mainmetropole stammenden Meilensteine der visuellen Gestaltungsmoderne aus Typografie und Grafik in den Fokus, beginnend in den 1920er Jahren über die Nachkriegszeit bis zur lebendigen Designszene heute.

Sagmeister‘s fröhliche Ausstellung „The Happy Show" - auf der Suche nach dem Glück


Vom menschlichen Streben nach dem Glück und seinen vielfältigen Ausprägungen erzählen zahlreiche Artefakte aus unterschiedlichen Zeiten und Kulturkreisen in der „Depotschau: Glück und Verheißung in der, wie bereits erwähnt, 99 Stücke aus den Sammlungen und ein Kurzfilm ab 17. Februar bis 10. April 2016 zu sehen sind.

In der Ausstellung „Stefan Sagmeister. The Happy Show" - 23. April bis 25. September - findet das große inhaltliche Schwerpunktthema „Glück", das von einer Sammlungspräsentation eingeleitet wird, seinen Höhepunkt. Einen zeitgenössischen Kommentar zum Thema gibt der in New York lebende Superstar des Grafikdesigns Stefan Sagmeister in seiner fröhlichen Ausstellung „The Happy Show", die nach erfolgreichen Etappen in Nordamerika, Paris und Wien zum ersten und einzigen Mal in Deutschland gezeigt wird. In hochgradig emotionalen Infografiken, Skulpturen, Installationen und Filmen dokumentiert Sagmeister seine persönliche Suche nach dem Glück sowie Daten der Glücksforschung mit feinem Humor und ironischer Distanz. Gestaltung wird hier zum gesellschaftlich relevanten Faktor zur Hilfe für das Verstehen einer komplexen Welt.

altGlück - welch ein großes Wort. Doch was genau ist Glück? Ein Gefühl, ein Lebensziel, ein utopischer Gedanke oder doch bloßer Zufall? In der Depotschau sind 99 Stücke aus dem Fundus des MAK zu sehen. Unser Bild zeigt von oben nach unten: Kammerherrenschlüssel, One-Cent-Münze und Zwillingsgenien. Fotos: MAK

Im Herbst folgt die Ausstellung „Über Waffen. Fire and Forget 2" den Spuren, die Waffen und Gewalt in unserem täglichen Leben, in Mode, Design und Kunst hinterlassen. Sichtbar und doch unter der Oberfläche erzählen sie eine Geschichte von der stets fragilen Zähmung unserer Triebe, der Veränderung unserer Fantasien durch die Entwicklung neuer Technologien und den immanenten Widersprüchen in einer Gesellschaft (10. September 2016 - 8. Januar 2017).

„LAMY": Eine überzeugende Designlösung


Am Beispiel des seit 50 Jahren nahezu unverändert produzierten Füllers LAMY 2000 blickt die Ausstellung „LAMY. Design als Prozess" hinter die Kulissen der Entstehung unserer Dingwelten, zeichnet den Gestaltungsprozess, seine Tücken und Herausforderungen nach und fragt nach den Voraussetzungen für überzeugende Designlösungen (24. September 2016 - 26. Februar 2017).

Fotografie und Holzschnitt zwei gegensätzliche Bildmedien im Gegenüber


Yokohama ist der Ort, an dem symbolisch die japanische Moderne und die Öffnung des Landes zur Welt beginnen. In der Ausstellung „Yokohama 1868-1912. Als die Bilder leuchten lernten" bieten mit Fotografie und Holzschnitt zwei gegensätzliche Bildmedien im Gegenüber überraschende Einblicke in ein Land im Umbruch (8. Oktober 2016 - 29. Januar 2017).

Und zum Ende verduften mit „Ewig flüchtig"


Das Ausstellungsjahr 2016 endet mit „Ewig flüchtig. Duft zwischen Produkt, Information und Identität", einer dezentralen Schau, die an verschiedenen Stationen im ganzen Haus das Medium Duft und dessen Auswirkungen auf Gefühlswelten und Verhalten thematisiert (14. Oktober 2016 - 26. März 2017).

Ständige Präsentationen mit neuen Elementen


Neben den neuen Ausstellungen sind im Museum Angewandte Kunst weiterhin drei ständige Präsentationen zu sehen, von denen zwei in 2016 erweitert werden: Die Schau „Elementarteile", in der das Museum Exponate seiner Sammlungen als Einzelstücke vor jeder kategorisierenden Einordnung zeigt, wird um weitere bedeutende Stücke ergänzt, u.a. um ein neu restauriertes Exemplar einer Frankfurter Küche. Auch die historischen Raumcollagen der „Stilräume" in der Historischen Villa Metzler werden stark erweitert und erzählen zukünftig über Fragen von Wohngefühl und Lebensstil hinaus auch davon, wer und was zu verschiedenen Zeiten das Leben und den Zeitgeist in Europa bestimmte.

Die 2015 anlässlich des 30. Geburtstags des Museumsgebäudes - es wurde am 25 April 1985 als Museum für Kunsthandwerk bezogen - eingerichtete Kabinettausstellung „ Richard Meier. Ein Stilraum" zeigt historische Referenzen, gestalterische Vorbilder und kulturelle Bezüge, die den Architekten bei seinen Planungen für das Gebäude prägten. Die temporären Ausstellungen „MODE BEWEGT BILD. The Fashion Film Effect" und „Vom Verbergen" aus 2015 können noch bis zum 31. Januar bzw. bis zum 6. März 2016 besucht werden.

Was der künftige Besucher wissen sollte:


Museum Angewandte Kunst, Schaumainkai 17, 60594 Frankfurt am Main
Informationen unter: Telefon +49 69 2 12 31286, Fax +49 69 2 12 30703
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. ; www.museumangewandtekunst.de
Öffnungszeiten: Di, Do-So 10-18 Uhr , Mi 10 -20 Uhr
Eintritt: 9 Euro, ermäßigt 4,50 Euro