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Kunst & KulturAusstellungen › Der Besucher ist gefragt: Geld als Tabuthema?

Der Besucher ist gefragt: Geld als Tabuthema?

Museum für Kommunikation lädt zum Dialog - Vom Taschengeld und Zuwendungen für Kinder           von Karl-Heinz Stier

31.10.16 || altFRANKFURT (30. Oktober 2016) - Es geht nicht wenigen so: Geld ist ein schwieriges Thema, das man nicht mit jedem bespricht. Meist wissen wir nicht genau, wie viel unsere Freunde oder unsere Eltern überhaupt zur Verfügung stehen. Kaum sonst auf der Welt wird so wenig über Geld geredet wie in Deutschland. Oft kennen nicht einmal Partner voneinander die Finanzsituation oder die Höhe des Gehalts, noch tabuisierter ist der Austausch mit Kindern. Dabei geht es darum, Kindern und Jugendlichen früh ein Gefühl für vernünftiges Planen und Wirtschaften zu vermitteln.

altDas Ausstellungsplakat

Die Ausstellung „Über Geld spricht man doch!" im Museum für Kommunikation in Frankfurt lädt deshalb zu einem Dialog über Fragen rund ums Geld ein. Sie nähert sich aus der Sicht von Kindern und Jugendlichen dem Thema Geld. Ihr alltäglicher Umgang, ihre Interessen, Ideen und Wahrnehmungen bieten Einblicke in die Welt des Geldes aus der Perspektive der Einsteiger und rühren an grundlegenden Fragen, die mancher Erwachsene verlernt hat zu stellen.

altKinder beim Geldspielen

In zehn Stationen können Kinder und Familien den Fragen des Geldes auf spielerische Weise auf den Grund gehen. In den ersten drei Bereichen sind Besucher selbst gefragt. Wie wichtig ist das Geld im Leben und wann ist man arm oder reich. Die erste Station „Was meinst du?" sammelt Meinungen rund um das Thema Geld. Bei der zweiten, beim Taschengeldrechner, können Kinder überlegen, was sie mit ihrem Geld machen und sehen, wie es bei anderen ist. An der Hörstation „Was Erwachsene über Geld sagen" beleuchten Geschichten von „Hänsel und Gretel" („Es ist eine große Teuerung im Land....") bis zu Hans Magnus Enzensbergers Roman „Immer das Geld!" das Thema in der Kinder- und Jugendbuchliteratur.

Kosteneinschätzungen beim Turnschuhkauf

Das Wertekarussell zeigt die erstaunlichen Preisunterschiede bei ganz alltäglichen Lebensmitteln und Gebrauchsgegenständen. Welches Modell ist am teuersten und wieviel verdient eigentlich eine Näherin an einem Schuh?

An der Station „Von Scheinen und Münzen" zeigen 14 ungewöhnliche Spardosen, wie und unter welchem Motto in den vergangenen 150 Jahren gespart wurde. „Spare in der Zeit, so hast du in der Not!". Mahnende Leitsätze, ein aufgedruckter Zweck wie bei der „Reisesparkasse" oder einfach ein lustiges Design oder Zeichnung sollten Anreize zum Sparen liefern.

altSpardosen zum Geld sammeln. Fotos (4): Museum für Kommunikation

Bei Geld aus aller Welt geht es um ein Spiel, welche Banknoten den jeweiligen Ländern zugeordnet werden und in Filmen in der Schule sprechen Kinder über die Welt des Geldes aus ihrer Perspektive. In einem weiteren Bereich können Kinder in einem Rollentausch mit ihren Eltern Taschengeld zuteilen oder sich mit ihnen gemeinsam fragen, was Geld eigentlich mit Gefühlen wie Anerkennung oder Gerechtigkeit zu tun hat. Und das rührt eigentlich an die Grundfesten dieser Ausstellung. Vieles, was uns wirklich wichtig ist, ist mit Geld nicht zu bezahlen, lässt sich nicht kaufen und doch träumen wir von Millionengewinnen und spielen in Gedanken durch, was wir dann alles mit unserem Reichtum anstellen könnten. Damit sind wir nicht weit von der These, dass Geld die Welt regiert und die Menschen ihm eigentlich ausgeliefert sind.
Die Ausstellung wird am Dienstag für den Publikumsverkehr freigegeben und dauert bis 14.Mai 2017. Eintritt: ab 6 Jahre 1.50 Euro, ab 16 Jahre 3 Euro.

Ort der Veranstaltung: Museum für Kommunikation Frankfurt, Schaumainkai 53

Infos unter: www.mfk-frankfurt.de oder Telefon: 069 - 60 600