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Kunst & KulturAusstellungen › Ein abwechslungsreiches Ausstellungsprogramm der Schirn Kunsthalle für 2017

Ein abwechslungsreiches Ausstellungsprogramm der Schirn Kunsthalle für 2017

Surrealismus - Expressionismus - ein Crossover - ein Aufschrei - Inspirationsquelle - Glanz und Elend           von Ralph Delhees

29.11.16 || altFRANKFURT (29. November 2016) - Das komplette Ausstellungsprogramm der Schirn Kunsthalle Frankfurt für das kommende Jahr ist bereits fertiggestellt und lässt wieder aufhören, was die Kuratoren des Museums an exzellenten Exponaten zusammengestellt haben. Bereits im Februar wird die Aufmerksamkeit auf den großen belgischen Surrealisten René Magritte gerichtet, im gleichen Monat folgt der „erste österreichische Expressionist" der Maler Richard Gerstl. Im Juli folgen erstmals in aller Ausführlichkeit für Europa Werke des US-amerikanischen Malers Peter Saul. Internationale Künstlerinnen und Künstler stellen im Sommer in der diskursiven Gruppenausstellung Peace die Frage, wie Frieden eigentlich geht. Zur Ausstellung gehören auch verschiedene Live-Events. Die Kulturgeschichte des Sehens wird in Dioramen als eine wesentliche Inspirationsquelle im Herbst mit Werken von verschiedenen internationalen Künstlern präsentiert. Zum Jahresende hin und in das Jahr 2018 überleitend wird ein Blick auf die Kunst der Jahre 1918-1933, von Otto Dix bis Jeanne Mammen, geworfen.

Bemerkenswertes Schaffen


Das Jahr beginnt mit der konzentrierten Einzelausstellung Magritte. Der Verrat der Bilder (10. Februar - 5. Juni 2017), die das Verhältnis des großen belgischen Surrealisten René Magritte zur Philosophie seiner Zeit abbildet. Seine Neugier und die Nähe zu großen zeitgenössischen Philosophen, etwa zu Michel Foucault, führten ihn zu einem bemerkenswerten Schaffen, zu einer Verfremdung der Welt, die auf einzigartige Weise akkurate, wenig beachtete Werk mit konzeptuellem Denken verbindet.

Aufregend und ungewöhnlich


Im Frühjahr widmet die Schirn dem Maler Richard Gerstl (24. Februar - 14. Mai 2017) die erste umfassende Retrospektive in Deutschland. Der „erste österreichische Expressionist" wurde nur 25 Jahre alt. In seinen wenigen Lebensjahren schuf der Künstler ein aufregendes und ungewöhnliches Werk von rund 70 Arbeiten - die Ausstellung in der Schirn versammelt nahezu alle Werke.

Ein wenig beachtetes Werk


Im Sommer präsentiert die Schirn erstmals in Europa einen umfassenden Überblick über das bislang zu wenig beachtete Werk des US-amerikanischen Malers Peter Saul (2. Juni - 3. September 2017). In seiner ganz eigenen Sprache hat er ab den späten 1950er-Jahren ein Crossover aus Pop Art, Surrealismus, Abstraktem Expressionismus, San Francisco Funk und Cartoon Culture entwickelt, in dem er politische und soziale Themen anzusprechen versteht.

Wie geht Frieden


Ebenfalls im Sommer stellt die diskursive Gruppenausstellung Peace (30. Juni - 24. September 2017) die Frage, wie Frieden eigentlich geht. Zahlreiche Arbeiten internationaler Künstlerinnen und Künstler, u. a. von Jan de Cock, Isabel Lewis, Terence Koh, Surasi Kusolwong, Lee Mingwei, Katja Novitskova, Timur Sin-Qin oder Agnieszka Polska, bieten eine neue, zeitgenössische Perspektive auf dieses Thema. Zur Ausstellung in der Schirn wird es zahlreiche Live-Events geben, wie etwa Poetry-Performances, Konzerte, Vorträge oder Kochsessions.

Erfindung einer Illusion


Im Herbst beleuchtet die Schirn mit Diorama. Erfindung einer Illusion (6. Oktober 2017 - 21. Januar 2018) eine Kulturgeschichte des Sehens. Im Zentrum steht das Diorama, das Ereignisse, Geschichten und Lebensräume mit unterschiedlichen gestalterischen Mitteln wirklichkeitsgetreu inszeniert und rekonstruiert. Von der Moderne bis heute ist das Diorama eine wesentliche Inspirationsquelle. Die Ausstellung wird beeindruckende Dioramen und Werke von Künstlern wie Sam Durant, Isa Genzken, Hiroshi Sugimoto und Jeff Wall präsentieren.

Das Bild einer Gesellschaft


Mit der Ausstellung Glanz und Elend in der Weimarer Republik. Von Otto Dix bis Jeanne Mammen (27. Oktober 2017 - 25. Februar 2018) wirft die Schirn einen Blick auf die Kunst im Deutschland der Jahre 1918-1933. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler hielten mit individueller Handschrift die Geschichten ihrer Zeitgenossen einprägsam fest: Realistische, ironische und groteske Arbeiten verdeutlichen den Kampf um die Demokratie und zeichnen das Bild einer Gesellschaft in der Krise und am Übergang. Die Ausstellung versammelt rund 200 Arbeiten von bekannten und bisher auch wenig beachteten Künstlern.

Lena Henke realisiert eigene Arbeit


In der frei zugänglichen Rotunde der Schirn wird die deutsche Künstlerin Lena Henke eine eigene Arbeit realisieren, die vom 28. April - 30. Juli 2017 zu sehen ist.