Banner
 

RheinMainTaunus

OnlineMagazin

Kunst & KulturAusstellungen › Schmökern in sieben Riesenbücher im Senckenberg-Museum

Schmökern in sieben Riesenbücher im Senckenberg-Museum

Zwei Jahrhunderte Leidenschaft für Natur und Forschung - Eröffnung einer Sonderausstellung unter Walen, Elefanten und Pflasterzahnechse           von Karl-Heinz Stier

29.06.17 || altFRANKFURT (29. Juni 2017) - 1817 gründeten Frankfurter Bürger die Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung, heute zwei hundert Jahre später gibt die Gesellschaft in einer Jubiläumsausstellung unter dem Motto „Zwei Jahrhunderte Leidenschaft für Natur und Forschung" einen Überblick über ihre wissenschaftlichen Forschungsarbeiten und die jeweilige Einbindung in die städtische Frankfurter Gesellschaft. An sieben Stationen verteilt auf das ganze Museum können die Besucher und Besucherinnen in Büchern im XXL-Format „schmökern", wie sich die Gesellschaft mit ihren rund 850 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an elf Standorten in Deutschland bis heute entwickelt hat, welche Ergebnisse wissenschaftlich erzielt worden sind oder wie Wissen in Frankfurt generell entstand.

altEines der sieben XXL-Bücher

Generaldirektor Dr. Dr. h.c. Volker Mosbrugger wies daraufhin, dass sich die Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung mit heute 6.500 Mitgliedern in die Jubiläumsgeburtstage von 200 Jahren wie der Polytechnischen Gesellschaft und des Städel, ebenfalls Bürgergründungen in Frankfurt, einreihen. „Es ist großartig, auf diese bemerkenswerte Geschichte zurückzublicken und zu sehen, wie aus der Begeisterung und Neugier einzelner Bürger und dem Engagement vieler inzwischen eine der weltweit größten und renommiertesten Einrichtungen der Naturforschung und Naturmuseen geworden ist." Ohne Erforschung der Geschichte und dem Leben der Menschen früher könne man die Gegenwart und die Zukunft nicht deuten. Das gelte auch für die Entwicklung der Stadt Frankfurt.

altEröffnung der Ausstellung mit v.l.n.r.: Maria Rahn, Kuratorin, Dr. Bernd Herkner , Leiter Museum, Dr. Gerschow vom Historischen Museum Frankfurt, Prof. Dr. Dr. h.c. Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg-Gesellschaft und Prof. Dr. Andreas Mulch, Direktor der Gesellschaft

Der Direktor des Historischen Museums Frankfurt, Dr. Jan Gerschow, dessen Einrichtung bei der Sonderausstellung mit kooperiert hat, hob gerade diese Bedeutung besonders hervor. „Neben der Forschungseinrichtung ist auch das Frankfurter Naturmuseum eine Institution der Stadt. Wir haben sofort zusagt, als die Idee aufkam, gemeinsam diese Entwicklung auch als ein Stück Frankfurter Stadtgeschichte in der Jubiläumsausstellung darzustellen".

Dr. Bernd Herkner, der Museumsleiter, hob die dezentrale angelegte Ausstellung hervor. „Wir haben nicht alles in einem Saal zusammengestellt, sondern veranschaulichen, welche gesamthistorischen Themen und Ereignisse aktuell waren, als zum Beispiel das Originalskelett des Diplodocus longus 1906 dem Frankfurter Senckenberg Museum geschenkt wurde".

Das Fernrohr von Johann Christian Senckenberg aus dem 18. Jahrhundert.
Portrait des Dr. Johann Christian Secnckenberg vom 1. Januar 1771 - Gemälde von Anton Wilhelm Tischbein (1730-1804).Im Hintergrund ist das Theatrum anadomicum und das Bürgerhospital zu sehen. Das Portrait ist im Besitz der Dr. Senc kenberg Stiftung, Bürgerhospital Frankfurt.
Foto: Archiv RMTOM/Ralph Delhees

Neben den Büchern sind in Vitrinen Exponate aus der Forschungsgeschichte Senckenbergs zu sehen, so zum Beispiel das Fernrohr von Johann Christian Senckenberg (1707 - 1772), das aus der zweiten Hälfte des 18.Jahrhunderts stammt, sowie ein Mikroskop, mit dem Anfang des 20.Jahrhunderts Proben untersucht wurden. Das älteste Objekt ist ein deformierter Schädel einer Hausgans von 1664 - aus der Wirbeltiersammlung in Frankfurt.

altDer deformierte Schädel einer Hausgans von 1664 - das älteste Objekt der Ausstellung. Fotos (4): Karl-Heinz Stier

Museumsbesucher erfahren bei einem Rundgang zum Beispiel auch von der Pflasterzahnechse, deren ausgestelltes Skelett weltweit ein Unikat ist oder von der Geschichte der berühmten von Arthur von Weinberg gestifteten Edmontosaurus-Mumie.

Während der Ausstellung gibt es noch ein Begleitprogramm von neun Veranstaltungen, die unter www.senckenberg.de/Veranstaltungen oder unter Telefon 069 - 75 421 357 zu erfragen sind.

Die Sonderausstellung „200 Jahre Leidenschaft für Natur und Forschung" endet am 11.Februar 2018.