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Otto Waalkes bringt dem Caricatura einen Besucherrekord

Große Einzelausstellung anlässlich seines 70. Geburtstag noch bis zum 2. September - Das zeichnerische Werk Waalkes steht im Vordergrund           von Ralph Delhees*

21.08.18 || altFRANKFURT (21. August 2018) - Das Caricatura Museum Frankfurt bewegt sich auf einen Besucherrekord mit der großen Einzelausstellung zum 70. Geburtstag von Otto Waalkes hin, die noch bis zum 2. September dauert. Dem wohl beständigsten deutschen Komiker widmet das Museum seit dem 25. April eine umfassende Ausstellung und Otto begeistert, wie die strömen Massen Tag täglich zeigen. . Unter dem Motto „Otto - Die Ausstellung" eine facettenreiche Werkschau werden 200 Werke des Künstlers, ältere Zeichnungen wie auch aktuelle Gemälde gezeigt. Seit langen Jahren hat Otto Waalkes eine besondere Beziehung zu Frankfurt und hier speziell zu einigen Mitgliedern der Neuen Frankfurter Schule.

Bei der Eröffnung der Ausstellung bekannte sich Oberbürgermeister Peter Feldmann als eingefleischter Waalkes-Fan: „Ich hörte natürlich auch Otto-Platten und versuchte Ottifanten zu zeichnen ...", sagte der Oberbürgermeister und würdigte Waalkes als „einen Künstler, der sich auf internationalem wie nationalem Parkett bewegt und vielschichtiger nicht sein könnte".

Otto ein Ausnahmetalent

Tatsächlich ist Otto Waalkes viel mehr als ein ostfriesischer Humorist: Während seiner jahrzehntelangen Karriere machte er sich als Komiker, Bühnenkünstler, Musiker, Schauspieler, Synchronsprecher, Autor - und vor allem auch als Zeichner - weit über die Grenzen Deutschlands hinaus einen Namen. Die unermüdliche Arbeit im Dienste der komischen Kunst und dies in bisher 53 Jahren zahlte sich aus: Waalkes heimste für seine unzähligen Tonträger - knapp 20 LPs - Gold- und Platin-Auszeichnungen ein, wurde mit fünf Bambis, Goldenen Kameras, der Goldenen Feder, dem Echo, dem Adolf-Grimme-Preis, dem Deutschen Comedypreis sowie dem Großen Verdienstkreuz des Landes Niedersachsen für sein Lebenswerk geehrt. Nicht unerwähnt sollte sein, dass Waalkes zehn TV-Shows und ebenso viele Kinofilme, -zig Tourneen mit mehr als tausend Konzerten hinter sich hat. Otto ist Kultfigur und Bühnenlegende, ein Ausnahmetalent und das eben nicht nur im komischen Fach.

Weniger bekannt ist, dass Otto Gerhard Waalkes, der schon in der Schule sein großes zeichnerisches Talent aufblitzen ließ, die Berliner Symphoniker dirigierte und als Special-Guest mit den Scorpions und KISS auf der Bühne stand. „Otto - der Film" aus dem Jahr 1985 steht darüber hinaus als erfolgreichste deutsche Produktion im „Guinness-Buch der Rekorde".

Doch im Caricatura Museum steht vor allem das zeichnerische Werk Waalkes´ im Vordergrund. Und so treffen Friesland und Frankfurt auf ganz besondere Weise aufeinander: „Das Caricatura Museum ist sicher eines der außergewöhnlichsten unserer städtischen Museen. Was mir besonders gefällt: Durch seine komische und oft zeitkritische Kunst erreicht es sogar Menschen, die für Museen normalerweise schwer zu begeistern sind", sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann.

Ein Friese mischt Frankfurt auf


Der Friesenwitz ist längst aus der Mode gekommen, der gebürtige Emdener Otto Waalkes hingegen ist noch immer jedem Deutschen ein Begriff und fester Bestandteil des hiesigen Humor- und Kulturguts und so ist der gebürtige Emdener inzwischen bei drei Generationen als Film-, TV- und Bühnen-Komiker vertraut. Mit seiner unnachahmlichen Körpersprache, seinen brillanten Wortspielen, neuen Pointen und intelligenten Albernheiten beschert Otto Deutschland seine ihm ganz eigene Art der Komik. Er bringt seine Fans mit seiner erfrischenden und originellen Art zum Lachen wie kein anderer. Viele seiner Produktionen werden heutzutage als Klassiker und deutsches Kulturgut gehandelt.

Den Ottifanten als Schüler geschaffen


Seine Leidenschaft fürs Zeichnen wurde durch amerikanische Comics geweckt. Bereits als Schüler erschuf er den Ottifanten, ein mutiertes Selbstportrait zu dem Rüssltier, das bis heute sein optisches Markenzeichen geblieben ist. Sein Nach dem Abitur am Gymnasium für Jungen in Emden nahm Otto Waalkes 1970 an der Hochschule für bildende Künste Hamburg ein Kunstpädagogikstudium auf. Dort lernte er bei Hyper- und Surrealisten wie Hans Tiemann und Konrad Hausner, dies führte ihn führte ihn zwangsläufig zur altmeisterlichen Schichtenmalereien und penibel ausgeführten Ölbildern. Sein Kunststudium finanzierte sich Otto mit kleinen Auftritten, die im Laufe der Jahre auf Bühnen, Fernsehen und Kinoleinwände ausgeweitet wurden und seine Leidenschaft fürs Zeichnen vorerst in den Hintergrund drängten.

Hatten die Auftritte in diversen Clubs zunächst dazu gedient, sein Kunststudium zu finanzieren, wurden sie bald zum Selbstzweck. Bereits 1972 wird aus seinem ersten großen Solo-Auftritt seine erste LP „OTTO live", die eine für Deutschland völlig neue Form der Komik populär macht: ein neues Tempo, neue Pointen und eine neue Form der Präsentation. Der Begriff „Stand-up-Comedian" war damals genauso neu und unerhört wie das, was Otto Waalkes daraus gemacht hat.

Gemälde sind ein Parforceritt durch die Kunstgeschichte


Dennoch ließ er das Zeichnen nie sein, seine Plakate und Platten-Cover gestaltete Waalkes stets selbst. Einen näheren Einblick in sein Schaffen als komischer Zeichner erhielt die Öffentlichkeit Anfang der achtziger Jahre im „Buch OTTO", in dem er neben den Texten seiner Shows auch selbstgezeichnete Bilderwitze und Cartoons präsentierte.

Wenn also die bildende Kunst keinen ganz unerheblichen Anteil an Otto Waalkes Schaffen hatte, so ist sie doch erst seit den 2010er Jahren wieder mehr in den Blickpunkt gerückt. Seine Gemälde sind ein Parforceritt durch die Kunstgeschichte, in dessen Verlauf Waalkes sich der unterschiedlichen malerischen Techniken bedient - je nachdem, welchen bekannten Meister er sich gerade vornimmt. Dabei wird sichtbar, dass hier kein Anfänger am Werk ist, der im Rentenalter ein neues Hobby entdeckt, sondern ein Könner, der nun dem bildnerischen Gestalten mehr Zeit widmen möchte als bisher. Das Ganze bleibt trotzdem eine Unverschämtheit - doch wer hätte von Otto anderes erwartet?

Otto kommt zurück mit seiner Biografie


Otto Waalkes, geboren am 22. Juli 1948 in Emden, wird mit jedem Jahr jünger und denkt noch lange nicht ans Aufhören. Alleine in diesem Jahr veröffentlicht er seine Biografie, tourt mit den Friesenjungs durch Deutschland, tat als Special Guest beim Wacken Open Air auf, dreht ein TV-Special, bereitet einen Spielfilm vor und stellt in einer umfangreichen Einzelausstellung im Caricatura Museum Frankfurt sein bildnerisches Werk aus bevor er im Oktober anlässlich der Buchmesse wieder in Frankfurt ist. Am Samstag, 13. Oktober, beweist Otto Waalkes, dass er auch mit 70 Jahren kein bisschen leise ist. Im Gespräch mit Bernd Eilert präsentiert der Alleinunterhalter der Nation seine kürzlich erschienene Biografie „Kleinhirn an alle".

Nach Otto Waalkes kommt Volker Kriegel


Mit Volker Kriegel präsentiert das Caricatura Museum Frankfurt vom 13. September bis 20. Januar 2019 mit Volker Kriegel erneut einen Künstler, der eine sehr enge Bindung zu Frankfurt am Main hegte. 1943 in Darmstadt geboren und aufgewachsen in Wiesbaden zog ihn seine Berufung und Leidenschaft früh in die Frankfurter Jazz-Szene zu gemeinsamen Jamssessions mit Albert und Emil Mangelsdorff, Fritz Hartschuh, Gustl Mayer und Rolf Lüttgens. Volker Kriegel etablierte die Stilrichtung des Jazz-Rock national und über die deutschen Grenzen hinaus.

Ab Mitte 1990 entwickelte Kriegel sein von feinem Humor und Hintersinn geprägtes zeichnerisches Oeuvre. Hohe Bekanntheit erlangten seine illustrierten Kindergeschichten, die auch seinen internationalen Ruf begründeten. Zudem fertigte er unzählige Karikaturen, Cartoons und Bildgeschichten, mal schwarz-weiß mal in Farbe, mal wortlos, mal mit kleinen Untertiteln. Meist handeln diese von komischen Alltagssituationen, Essen und Trinken und selbstverständlich auch von Musik, Kunst und Philosophie.

Das Museum ist zum Umbau für die neue Ausstellung vom 3.-12. September geschlossen. Die Ausstellung "Volker Kriegel" wird am Mittwoch, 12. September, um 18 Uhr eröffnet.

Caricatura Museum Frankfurt - Museum für Komische Kunst, Weckmarkt 17, 60311 Frankfurt am Main, Tel efon +49(0)69-212 30161 - Fax +49(0)69-212-977 337 5
Öffnungszeiten Di-So 11-18 Uhr, Mi 11-21 Uhr, Mo geschlossen
Eintritt 6,-/3,- € ermäßigt; freier Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Mehr unter: www.caricatura-museum.de; www.facebook.com/caricaturamuseum;
www.twitter.com/caricaturaffm

* Für den Beitrag wurden diverse Pressemeldungen aus dem Caricatura Museum Frankfurt und der Kommunikationsabteilung der Stadt Frankfurt verwendet