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Die Kaiserpfalz franconofurd ein Publikumsmagnet

Frankfurts archäologisches Schaufenster auf dem Domhügel birgt das kulturelle Erbe unter dem Stadthaus           von Ralph Delhees und Karl-Heinz Stier

31.08.18 || FRANKFURT (31. August 2018) - Stück für Stück oder wie ein Puzzel wird die „neue Altstadt" seit über zwei Jahren erläutert, präsentiert, publiziert und von Baustein zu Baustein eröffnet, so schaffte man von Seiten der Stadt Neugierde und Interesse über die Monopolregion hinaus. Das Stadthaus war als erstes fertig und wurde im Juni 2016 eröffnet. Es folgten Pressebesichtigungen über das Altstadt Areal und das eine oder andere der 20 neuen Gebäude wurde im fortgeschrittenen Rohbau vorgestellt. Dann am 9. Mai diesen Jahres fiel der Bauzaun und seitdem Strömen täglich zwischen 6.000 und 8.000 Menschen durch die Straßenschluchten. Seit vergangener Woche, 21. August, ist die „Kaiserpfalz franconofurd" unter dem Stadthaus am Markt begehbar.

Damit präsentiert sich der ehemalige „Archäologische Garten" in neuer architektonischer und musealer Gestalt. Heute zehn Tage später zählt das Archäologische Museum bereits über 20.000 Besucher in der Anlage, deren Steinmauern die ältesten der Altstadt sind. Bereits am ersten Wochenende strömten parallel zum Museumsuferfest über 7.000 Besucher in die „Kaiserpfalz franconofurd", um die Anfänge der Mainmetropole zu bestaunen. Im Schnitt kamen damit weit über 2.000 Besucher pro Tag. Nächster Höhepunkt wird das dreitägige offizielle Eröffnungsfest der Altstadt, vom 28. Bis 30. September, mit einem großen Festprogramm werden. In den kommenden Wochn und Monaten werden weitere Eröffnungen, so vom Struwwelpeterr- und Stolze-Museum folgen.

1. Das Diorama der Pfalzanlage Francunofurd auf dem Domhügel in der Zeit um 860 nach Christus

Mit Begeisterung äußerte sich die Kulturdezernentin Ina Hartwig: „Das Museumsufer Frankfurt ist um einen Anziehungspunkt reicher. Die Kaiserpfalz franconofurd entwickelt sich so kurz nach ihrer Eröffnung zu einem wahren Publikumsmagneten im Herzen der neuen Altstadt. Das überrascht nicht, können die Besucherinnen und Besucher doch hier die Ursprünge Frankfurts auf moderne und zeitgemäße Art erleben. Der große Besucherzuspruch ist ein Kompliment an alle, die über Jahre an diesem Projekt gearbeitet haben."

1. Die unterschiedlichen Schreibvarianten der Karolingerzeit sind auf der Rückwand dargestellt

Dr. Hartwig: „in Kompliment an alle, die über Jahre an diesem Projekt gearbeitet haben"


Die Frankfurter Altstadt ist um eine Attraktion reicher: Unter dem neu errichteten „Stadthaus am Markt" öffnet sich nun für die Besucher und Einwohner der Stadt ein Blick auf 2.000 Jahre Stadtgeschichte. Ihr Name: „Kaiserpfalz franconofurd". Sie zeichnet ein neues, farbiges Bild des frühesten Frankfurt - regional und international, wie Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig bei der Eröffnung sagte. „Hier im Herzen der Stadt kann man nun die Anfänge unserer in vielfacher Hinsicht herausragenden Stadt bestaunen und - im wahrsten Sinne des Wortes - auf moderne und zeitgemäße Art begehen". Den großen Besucherzuspruch bezeichnete sie jetzt, zehn Tage später, als ist ein Kompliment an alle, die über Jahre an diesem Projekt gearbeitet haben".

2. Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig bei der Eröffnungsansprache

Dr. Wolfgang David, der Direktor des Archäologischen Museums Frankfurt, ist sich sicher, dass die neue Kaiserpfalz unter der spektakulären Architektur des Stadthauses mit dem Saalbau, der über den Gebäuderesten der Karoliner- und Römerzeit schwebt, weit über die Stadtgrenzen hinaus für Aufsehen sorgen und neue Maßstäbe im Umgang mit archäologischen Denkmälern und deren Variationen setzen wird. Die zivilisatorischen Spuren reichten bis zu einer Zeit von vor 10.000 Jahren zurück. Sein Museum betreut die Kaiserpfalz, deren Steinmauern die ältesten der Altstadt sind.

In die neue museale Präsentation flossen die Ergebnisse der jüngsten Ausgrabungen des Denkmalamtes 2012-14 sowie aktuelle wissenschaftliche Auswertungen ein. Bereits 1972/73 konservierte man die alten Mauerzüge und machte sie zum „Archäologischen Garten" auch der Öffentlichkeit zugänglich.

Ein Schaufenster der Spuren aus 2.000 Jahren Stadtgeschichte


Neben den Teilen einer römischen Badeanlage, hochmittelalterlichen Hausfundamenten und Kellerbauten steht im Zentrum des Denkmalensembles die große Königshalle der Karolinger. In dieser Pfalz wurde unter Karl dem Großen (768- 814) und seinen Söhnen und Enkeln europäische Geschichte geschrieben. Frankfurt war seit seinen Anfängen ein international bedeutender Ort. Faszinierend ist die epochenübergreifende Kontinuität der Nutzung des Domhügels als strategisch und verkehrsgeographisch wichtiger Platz seit römischer Zeit. Neu ist die Präsentation des runden Schwitzbades des römischen Militärstützpunktes auf dem Domhügel (ca. 75 - 100 n. Chr.) Das antike Heizsystem mit seiner Wandbemalung wurde nach dem original archäologischen Befund rekonstruiert und wird in Displays und Hintergründen erläutert.

2. Rekonstruktion eines römischen Schwitzbades mit Heizsystem um 75 nach Christus

Wolfgang David, der leitende Museumsdirektor des Archäologischen Museums Frankfurt, zeigte sich ebenfalls heute erfreut: „Es ist tief berührend, und gleichzeitig ein Ansporn für unsere Arbeit, zu sehen, wie im historischen Zentrum der Altstadt täglich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger an den baulichen Überresten aus zwei Jahrtausenden - vom Schwitzbad der Römer bis zu den Kellern des im Bombenkrieg des Jahres 1944 zerstörten Hauses Miltenberg - zusammentreffen. Ein Zeichen dafür, dass das archäologische Schaufenster auf dem Domhügel von den Frankfurterinnen und Frankfurtern binnen kürzester Zeit angenommen wurde".

Die Kaiserpfalz franconofurd bietet, geschützt durch das „Stadthaus am Markt", ein Schaufenster der Spuren aus fast 2.000 Jahren Stadtgeschichte. Darüber hinaus werden ausgewählte Funde aus den Grabungen im Herzen der Frankfurter Altstadt in einem neuen Ausstellungsraum in der Bendergasse präsentiert und von einem Balkon aus kann die Gesamtanlage überblickt werden.

Kostenloser Eintritt - Nachts geschützt


Die Kaiserpfalz franconofurd ist täglich von 8.30 Uhr bis 19.30 Uhr für Besucher frei zugänglich, nachts wird sie durch einen Gitterrolladen vor unliebsamen Besuchern geschützt. Eintritt wird nicht erhoben.

Führungen durch geschultes Fachpersonal findentbis 26. November immer mittwochs, 18 Uhr (nur bis zum 28. Oktober 2018) und samstags, 15 und 16.30 Uhr, statt. Die Führungen umfassen das Gelände der Ausgrabungen im Erdgeschoss sowie den Ausstellungsraum an der Bendergasse. Eine Anmeldung für den 45-minütigen Rundgang ist nicht erforderlich. Anmeldungen für Gruppen über Telefon: 069 212 39344 (dienstags- freitags 9-15 Uhr) oder unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.