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Kunst & KulturAusstellungen › „Grosse Realistik & Grosse Abstraktion“ auf 100 Blättern berühmter Maler

„Grosse Realistik & Grosse Abstraktion“ auf 100 Blättern berühmter Maler

Zeichnungen von Max Beckmann bis Gerhard Richter im Städel - Dem 20. Jahrhundert kommt in der Graphischen Sammlung eine besondere Rolle zu           von Karl-Heinz Stier

15.11.19 || altFRANKFURT (14. November 2019) - Eine Auswahl von 100 Zeichnungen berühmter Maler aus seinem 1.800 Blätter umfassenden Bestand an deutschen Zeichnungen in der Graphischen Sammlung zeigt das Städel Museum (Schaumainkai 63) seit bis zum 16. Februar 2020. Sie gibt damit einen Einblick in die Qualität der Sammlung und ihre historisch gewachsenen Schwerpunkte. „Die Erforschung der Graphischen Sammlung hat eine lange Tradition und wird nun mit einer pointierten Auswahl von Zeichnungen des 20.Jahrhunderts fortgesetzt", betonte Städel Direktor Philipp Demandt.

Der Zeichnung kommt im 20. Jahrhundert eine besondere Rolle zu. Sie ist seit jeher Medium des Suchens, Erfindens und Experimentierens. In der Moderne gewinnt sie zudem an Eigenständigkeit und Autonomie und wird - vor allem in Zeiten staatlicher Überwachung und Unterdrückung - zu einem Medium des freien Denkens. In ihrer Vielfalt hält sie nicht zuletzt auch die Komplexität der rasanten Wandel unterworfenen Kultur und Gesellschaft des 20. Jahrhunderts den Spiegel vor. „Es war ein Jahrhundert der Avantgarden, der Künstlergemeinschaften und unnachgiebigen Einzelpositionen, der Realismen und Abstraktionen. „Diesen Pluralismus spüren die Zeichnungen in der Ausstellung nach", erläutert Jenny Graser, Kuratorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Graphischen Sammlung.

Schon die Expressionisten bedienten sich der Zeichnung als autonomer Kunstgattung. Dazu zählt auch Max Beckmann. Von den Geschehnissen des ersten Weltkrieges erschüttert, kam Beckmann 1915 nach Frankfurt und zog sich zunächst in sein privates Umfeld zurück. Es entstehen Studien der näheren Umgebung und zahlreiche Porträts, wie z.B. die Bleistiftzeichnung seiner engen Freundin Fridel Battenberg.

Für Ernst Ludwig Kirchner war die Zeichnung „Schlüssel seiner Kunst". Mit über 120 Zeichnungen Kirchners besitzt das Städel Museum einen der bedeutendsten Zeichnungsbestände des Künstlers in Deutschland. Er war fasziniert von Menschen in Bewegung, von der hektischen Stimmung der aufstrebenden Metropole Berlin, wie es das „Schleudertanzpaar" mit farbiger Pastellkreide, Kohle und schwarzer Kreide gemalt, darstellt.

Mit Kirchner verband Emil Nolde eine gemeinsame Zeit in der Künstlervereinigung „Brücke"(1905 - 1913). Die Naturverbundenheit wird in Nodes Aquarellen, wie dem „Vierwaldstädter See" aus der Zeit um 1930 sichtbar. Vermehrt wurde in den 60iger Jahren des vorigen Jahrhunderts die bürgerlich, konsumierten Wohlstandsgesellschaft thematisiert. Thomas Bayrle beispielsweise bekleidete in Zeichnungen einen weiblichen Akt mit einem Mantel, dessen Muster aus Kaffeetassen zusammengesetzt ist. Zudem wurden nunmehr neue Zeíchenmittel wie Kugelschreiber, Neonstifte, Fineliner und Sprühfarben verwendet.

Zu sehen sind auch Arbeiten weiterer Künstler wie u.a. Erich Heckel, Karl Schmidt-Rotluff, , Rolf Nesch, Werner Gilles, Ernst Wilhelm Nay, Paul Klee, Karl Otto Götz, Gerhard Richter und Joseph Beuys - insgesamt sind in der Ausstellung die Werke von 40 Künstlern zusammengetragen.

Öffnungszeiten: Du, Mi, Sa, So und Feiertage: 10 bis 19 Uhr; Do und Fr : 10 bis 21 Uhr

Weitere Infos unter www.staedelmuseum.de und 069- 605098-200