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Kunst & KulturAusstellungen › „House of Norway” - Norwegen in seiner Gesamtheit

„House of Norway” - Norwegen in seiner Gesamtheit

Das Museum Angewandte Kunst präsentiert noch bis Sonntag auf seiner gesamten Ausstellungsfläche 47 künstlerische und gestalterische Positionen und 24 auswählbare Kurzfilme           von Ralph Delhees

22.01.20 || altFRANKFURT (22. Januar 2010) - Als „House of Norway" widmet seit Oktober 2019 das Museum Angewandte Kunst auf seiner gesamten Ausstellungsfläche Norwegen. Die Ausstellung versammelt und mischt herausragende Positionen aus Kunst, Design, Kunsthandwerk und Architektur, um Konstellationen entstehen zu lassen, die überraschen und zu einem neuen Sehen einladen. Noch bis Sonntag, 26. Januar, ist die einzigartige Ausstellung zu den Öffnungszeiten des Museums am Schaumainkai 17 zu sehen. Um 15 Uhr findet eine öffentliche Führung letztmalig statt, die im Eintrittspreis inbegriffen ist. Ein Highlight der Schau bilden u.a. noch nie gezeigte grafische Arbeiten von Edvard Munch.

Reise in ein Land mit vielen Ausdrucksformen


Sie lässt sich wie eine Reise der besonderen Art lesen: mit erstmaligen und wiederkehrenden Begegnungen, Momenten des Erstaunens und Innehaltens, mit Neuentdeckungen dort, wo einem bereits etwas bekannt und vertraut erschien. Eine Reise durch ein Land, das von unterschiedlichen Landschaften, Klimazonen und Bevölkerungsdichten geprägt ist: Der Süden und Westen unterscheidet sich mit seinen Küstengebieten, Seenlandschaften und Wäldern entschieden von der Schneetundra der Finnmark im Norden oder den arktischen Gefilden im Nordosten; das Leben in Oslo und den anderen wenigen Großstädten ist ein anderes als das in den ländlichen Gebieten. Entsprechend unterschiedlich sind nicht nur die Lebenswirklichkeiten der Menschen an den jeweiligen Orten, sondern auch die Anregungen für künstlerisches und gestalterisches Schaffen. Und so hält auch die Existenz einer indigenen Volksgruppe, deren Kulturraum, Sápmi, sich über Norwegen, Schweden, Finnland und Teile Russlands erstreckt, andere Themen für Künstler*innen und Gestalter*innen bereit, als die von tiefen Taleinschnitten und dunklen Wäldern bestimmten Landschaften in der Telemark - was wiederum zu anderen Ausdrucksformen und den Werken zugeschriebenen Bedeutungen führt.

Einblicke in Kunst und Kultur


Die offene thematische Präsentation vereint Werke von zeitgenössischen Künstler*innen wie Frank Ekeberg, Kari Steihaug oder Ingrid Torvund mit den noch nie zuvor ausgestellten lyrischen Text-Zeichnungen des weltweit bekannten Künstlers Edvard Munch. Einblicke in die Kunst und Kultur der Sámi geben ein Gastspiel des Sámi National Theatre Beaivváš; hinzu kommen Werke der in Deutschland erstmals auf der documenta 14 in Kassel vertretenen samischen Künstler*innen Britta Marakatt-Labba, Máret Ánne Sara und Hans Ragnar Mathisen, aber auch die von Kunsthandwerkern wie Sune Enoksson oder Jørn Are Keskitalo. Begegnen wird man auch wichtigen norwegischen Gestalter*innen wie Regine Juhls, Torbjørn Kvasbø, Peter Opsvik, Grete Prytz Kittelsen und Tone Vigeland. Beispiele aus der Architektur, etwa von Sverre Fehn oder Peter Zumthor, aus dem Bereich des Social Design sowie zeitgenössische Impulse aus Mode und neuer nordischer Küche stehen für eine kreative Auseinandersetzung mit einer Welt im Wandel.

Neben Werken von 47 künstlerischen und gestalterischen Positionen, präsentiert die Ausstellung 24 auswählbare Kurzfilme aus Norwegen. Die Auswahl, kuratiert von Sabine Schirdewahn, macht mit ihren Themen die individuellen Reflexionen der Künstler*innen und Gestalter*innen in Beziehung zu den objektiven sozialen, ökologischen und ökonomischen Rahmenbedingungen vorstellbar, die zum Entstehen ihrer Werke geführt haben könnten.

Erinnert werden muss, dass Norwegen 2019 unter dem Titel „Der Traum in uns - Norwegen" Gastland der Frankfurter Buchmesse war in deren Rahmen wurde die Ausstellung „House of Norway" unter der Idee und Konzeption von Sabine Schirdewahn, Prof. Matthias Wagner K, der auch der Kurator ist, durchgeführt.

Die Ausstellung wird gefördert von NORLA, Norwegian Literature Abroad, von Visit Norway, der Tourismusabteilung von Innovation Norway, und dem Möbelproduzenten Vestre. Sie entstand in Kooperation mit dem Munch Museum (Oslo), dem Nordnorsk Kunstmuseum (Tromsø), Norwegian Crafts, dem Sámi National Theatre Beaivváš (Kautokeino), dem Sámi University College (Kautokeino), dem Sámi Center for Contemporary Art (Karasjok), dem Riddo Duottar Museat (Karasjok), dem Kunstnerforbundet (Oslo), dem Nordenfjeldske Kunstindustrimuseum (Trondheim) und vielen anderen.