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Kunst & KulturBühne › Mit urbayrischem Dialekt erobern drei Bayern den Rheingau

Mit urbayrischem Dialekt erobern drei Bayern den Rheingau

Carmen und auch Freude schöner Götterfunke vom Alphorn - Viel Beifall erhielten die Well-Brüder aus´m Biermoos - von Karl-Heinz Stier und Ingehorg Fischer

13.08.18 || altRAUENTHAL (12. August 2018) - „Vom Bayrischen Paradies" Geschichten ausplaudern, kleine Bosheiten loswerden, auch politisch den Finger auf die Wunde legen, das können sie perfekt, die Well-Brüder Christoph, Michael und Karl aus dem Biermoos. Und auch der Rest der Welt bekommt sein Fett ab.

Unter Zuhilfenahme unzähliger Instrumente wie Klarinette, Trompete, Harfe, Tuba, steirischer Harmonika und Alphorn werden die da oben trefflich aufs Korn genommen, aber die Kleinen unten auch nicht verschont. Die „Well-Brüder aus`m Biermoos" entstammen einer Großfamilie mit 15 Kindern. Alle sind äußerst musikalisch und spielen mehrere Instrumente. Sehr bekannt wurden Christoph, Michael und Hans Well als die Biermösl Blosn, die mit Gerhard Polt einst für Furore sorgten und unvergessen sind. Als neues Musik- Kabarett haben sie sich nun mit Karl formiert und brachten das Zelt in der Staatsdomäne Rauenthal im Baiken zum Brodeln. Die Zuschauer waren begeistert.

Szenenfoto: RMF/Ansgar Klostermann

Dass die Bayrischen Kinder sich schon mit zwei Jahren entscheiden müssen, ob sie ein humanistisches oder neusprachliches Gymnasium besuchen werden, kann man sicher so satirisch auch auf Hessen übertragen. Der „schwarze" Bürgermeister von Eltville wurde gegen den „roten" von Kiedrich ausgespielt, dass die Schiersteiner Brücke noch vor dem Berliner Flughafen fertig wird, meinten die drei Bayern, und das 125-jährige Feuerwehr-Jubiläum ihrer Heimatgemeinde Hausen intonierten sie mit Trompete, Steirischer und Tuba mit klangechtem Tatüü Tataaa!

Ob Harfe oder Drehleier, ob Brummtopf oder Trompete, alle Instrumente beherrschen die Drei virtuos. Sie singen, rappen, jodeln und plaudern, alles im urbayrischen Dialekt, nicht immer ganz gut zu verstehen, aber doch meistens!

Keine Pointe - den Eindruck hatten wir - ging verloren.

Ihr Jodler mit dem vielen Ü`s - Holladihüüü - wurde als Integrations-Jodler verkauft, und sie können nicht nur Schuhplattln sondern, auch in Lederhosen steppen.

Söders Kreuz-Erlass ist den Oberbayern ein Schnaderlhupferl mit mehreren Strophen wert. Die Befürchtung, dass sogar die Kreisverkehre in Bayern nun wieder Kreuzungen werden, wurde ausgesprochen, in den Zeitungen stehen nur noch Kreuzworträtsel, aber - auch, dass so manches Kreuz „so en kloane Haken" (so einen kleinen Haken) haben könnte, mahnten sie.

Als Höhepunkt kann der Auftritt mit den drei Alphörnern gelten. Sie wurden von der Bühne quer durchs Zelt über den Zwischengang auf den Schultern von Zuschauern platziert. Und das hatten wir noch nie auf diesen Instrumenten gehört: Carmen, yellow submarine, Wochenend und Sonnenschein, Freude schöner Götterfunke und den Bi-Ba-Butzemann.

Wie es sich gehört, bekamen die während ihres Auftritts ständig Bier trinkenden Vollblut-Musiker und Kabarettisten ein Weinpräsent mit Rheigauer Wein. Prosit! Wohl möge er bekommen! Und ein Wiedersehen würde große Freude machen!