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Kunst & KulturFilm › Aufregende Weltpremieren, strahlende Kinder und begeisterte Filmemacher bei LUCAS

Aufregende Weltpremieren, strahlende Kinder und begeisterte Filmemacher bei LUCAS

Zwischenbilanz am 3. Festivaltag - Heute ganztägiges Symposium zur Förderung des deutschen Kinderfilms

08.09.11 || altFRANKFURT ( 07. September 2011) - Seit vier Tagen ist das Deutsche Filmmuseum fest in Kinderhänden. Seit Montagvormittag 9 Uhr werden täglich bis zum Abend im Kinosaal Kinderfilme für alle Altersklassen gezeigt. Parallel laufen an den Vormittagen in zwei Sälen des Cinestar Metropolis weitere Filme des Internationalen Kinderfilmfestivals LUCAS, um der großen Nachfrage von Schulklassen gerecht zu werden. Die rund 500 Kinder und 100 FachbesucherInnen im Cinestar Metropolis waren gestern die ersten Zuschauer weltweit, die die deutsche Kinoverfilmung des Jugendbuchklassikers von Mark Twain „Tom Sawyers Abenteuer" zu sehen bekamen und Einblick hinter die Kulissen dieser neuen großen Kinoproduktion erhielten.

Für die Vorführung von TOM SAWYER am Dienstag, 6. September, wurde Frankfurts größter Kinosaal, Saal 5 des Cinestar Metropolis, angemietet, um den mehr als 20 angemeldeten Schulklassen den Besuch der Weltpremiere zu ermöglichen. Die Kinder fieberten bei den spannenden Abenteuern von Tom & Huck von der ersten bis zur letzten Minute mit. Wie nach jeder Vorführung eines Films, der im Wettbewerb von LUCAS - Internationales Kinderfilmfestival läuft, gab es anschließend ein Filmgespräch. Extra nach Frankfurt zur Weltpremiere angereist waren Drehbuchautor Sascha Arango, Produzent Boris Schönfelder, Co-Produzent und Verleiher Benjamin Herrmann und zur großen Freude der Kinder auch der
„Indianer-Joe"-Darsteller Benno Fürmann und der elfjährige Andreas Warmbrunn, der „Sid", den Bruder von Tom spielt. Die beiden Schauspieler schrieben nach der Vorstellung unzählige Autogramme für die begeisterten Kinder.

Auch die internationale Premiere der dänischen Animation FREDDY FROGFACE in 3D konnte als weiteres erfolgreiches Großereignis bei LUCAS gefeiert werden. Mit 3D-Brillen ausgestattet, verfolgten rund 400 Kinder, wie sich der kleine Victor mit seinem Hund Sausage gegen den fiesen Freddy Frogface behauptet und wollten anschließend von Regisseur Peter Dodd ganz genau wissen, mit welchen technischen Mitteln die Wirkung erzielt wird, dass die Figuren aus der Leinwand hervortreten. In einer Lecture am späten Nachmittag gab der Animationsspezialist dann dem Fachpublikum anhand von Filmausschnitten Einblick in die Technik und Funktionsweise einer dreidimensionalen Produktion.

Neben diesen beiden Großproduktionen um spannende Abenteuer und Streiche von „echten" und animierten Filmfiguren gab es bei LUCAS in den vergangenen Tagen auch zahlreiche Filme, die die heutige Lebenswelt der Kinder mit ihren Herausforderungen und emotional schwierigen Situationen ebenso wie mit großen Glücksmomenten voller Innigkeit oder Ausgelassenheit zeigen.

In den Dokumentationen, die LUCAS präsentiert, sind diese Lebenswelten entsprechend authentisch dargestellt. So bekommen die Festivalbesucher beispielsweise Einblick in das Leben von Anne, die das Tourette-Syndrom als Teil ihrer individuellen Persönlichkeit liebevoll annehmen lernt (ANNE FLIEGT) oder in das Leben des achtjährigen Mack, der seinen Mut und seine Entschlossenheit immer wieder aufs Neue bei Motocross-Rennen beweist (ICH HABE NIEMALS ANGST).

Diese Kinder haben bei LUCAS wie auch viele RegisseurInnen, DrehbuchautorInnen und SchauspielerInnen dem Publikum nach den Vorführungen selbst von ihren Filmen erzählt und viele Fragen beantwortet. Um die Sprachhürden zu überbrücken, stehen bei LUCAS mehrere ÜbersetzerInnen zur Verfügung. Im Rahmenprogramm können sich die FestivalbesucherInnen selbst im Filmemachen ausprobieren. Diese AKTIV-Angebote werden sehr gut angenommen. Gruppen wird empfohlen, ihren Besuch vorher im Festivalbüro anzumelden.

Heute, Donnerstag, 8. September und übermorgen, Freitag, 9. September gibt es weiterhin ganztägig das LUCAS Festivalprogramm mit herausragenden Filmen aus aller Welt und zahlreichen Begegnungen mit Filmemachern und Filmexperten. Am Samstagmorgen, 10. September, wird mit GUTE REISE um 11 Uhr der letzte Film des diesjährigen Festivals gezeigt. Am Sonntagabend (18 Uhr) werden in einer feierlichen Preisverleihung die Gewinner gekürt. Am Sonntag hat das Publikum dann die Gelegenheit, alle Preisträger-Filme zu sehen (11 Uhr, 14 Uhr und 16 Uhr).

Für einige Vorstellungen gibt es noch Karten. Gruppen melden sich bitte im Festivalbüro unter Telefon 069/961 220 670. Einzelpersonen bitte direkt an der Kasse des Deutschen Filmmuseums unter Telefon 069 / 961 220 - 220 (Di - So, 10 - 20 Uhr). Eintrittspreis Kinder 3,50 €, Erwachsene 7 € (erm. 5 €, für alle mit Frankfurt-Pass 1,50 €).

Für FachbesucherInnen und Interessierte findet heute, Donnerstag 08.09., ein ganztägiges Symposium zur Förderung des deutschen Kinderfilms statt. Damit befördert LUCAS die Diskussion um dieses wichtige Thema und möchte dazu beitragen, dass der deutsche Kinderfilm zu einer Bedeutung gelangt wie er ihn beispielsweise in den Niederlanden hat - aus denen in diesem Jahr bei LUCAS zahlreiche herausragende Produktionen vertreten sind. Als Ergebnis des Symposiums soll eine Skizze für ein kreatives und effektives deutsches Fördermodell verfasst werden.

Das Internationale Kinderfilmfestival LUCAS im Porträt


Das Internationale Kinderfilmfestival LUCAS findet 2011 bereits zum 34. Mal statt und ist damit das bundesweit älteste Kinderfilmfestival Deutschlands. Vom 4.-11. September 2011 zeigt LUCAS im Deutschen Filmmuseum und im Cinestar Metropolis die neusten Spielfilme, Animationen und Dokumentationen aus aller Welt für Kinder ab vier Jahren.

Der internationale Wettbewerb konzentriert sich auf hochwertige Kinofilmproduktionen aus der ganzen Welt. Mit dieser Ausrichtung bietet das Festival Branchenkennern und Fachjournalisten einen wichtigen Überblick. Ein zusätzliches umfassendes Rahmenprogramm im AKTIV-Bereich des Hauses widmet sich der Vermittlung von Medienkompetenz und Filmkultur an Kinder.

Insgesamt sind 46 Filme aus 22 verschiedenen Ländern zu sehen. Davon konkurrieren neun Lang- und 14 Kurzfilme im Wettbewerb, 23 weitere laufen im Rahmenprogramm. Unter den Wettbewerbsfilmen sind in diesem Jahr drei Weltpremieren und drei internationale Premieren. Die Filme wurden von einer Sichtungskommission sorgfältig aufgrund ihrer hohen inhaltlichen sowie künstlerischen Qualität ausgewählt.

Über die besten Filme entscheidet eine Jury, die sich paritätisch aus Kindern und Filmexperten zusammensetzt. Diese Jury vergibt den mit 7.500 Euro dotierten LUCAS Award Bester Langfilm und einen mit 3.000 Euro dotierten Preis für den besten Kurzfilm. Zum zweiten Mal wird auch der beste animierte Kurzfilm mit einem Preis in Höhe von 3.000 Euro ausgezeichnet. Zusätzlich wählen die Zuschauer ihren Favoriten für den LUCAS-Publikumspreis. Daneben prämiert die Jury des Internationalen Verbandes des Filmclubs F.I.C.C seit 2004 einen Film aus dem Wettbewerb mit dem Don-Quijote-Preis. Zudem wird in diesem Jahr erstmals der „Goldene Buchstabe" im Wert einer Untertitelung verliehen.

LUCAS - Internationales Kinderfilmfestival wird vom Deutschen Filminstitut veranstaltet und gefördert von der Stadt Frankfurt am Main, dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst sowie der Hessischen Filmförderung, der Saalbau GmbH, der Stadt Eschborn und LPR Hessen. (ps/lucafi)