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Minister Rhein: „Das Romantik-Museum werde „ein Leuchtturm in Hessen werden“

Richtfest für ein Haus, das künftig für eine Schlüsselepoche der deutschen und europäischen Geistesgeschichte steht - Museum im Dialog mit dem Goethe-Haus am Großen Hirschgraben           von Karl-Heinz Stier

14.09.17 || altFRANKFURT (13. September 2017) - Eine wichtige Etappe ist erreicht: das Frankfurter Romantik Museum feierte Richtfest - und das mit einer Zeremonie, wie es das traditionelle Richtfest vorschreibt. Mit einem Richtspruch, den Zimmermann Christian Schirmer gegen Ende sprach: „Glück und Segen der Bauherrschaft auf diesen Wegen", dann seinen dreifachen Schluck aus dem Weinglas auf die Bauherrschaft, den Architekten und die Maurer und Zimmerleute. Der Richtkranz wird aufgezogen, das Glas landet zerborsten auf dem Boden, die Gäste werden zum Schmaus in den Rohbau des Museums gebeten.

1. Richtkranz wird aufgezogen und Zimmermann Schirmer verkündet den Richtspruch „Das Bauwerk bewahren vor Not und Schaden". Foto: ABG Holding

Das Deutsche Romantik-Museum, eine Erweiterung des Goethe-Hauses, soll den Erinnerungsort für eine Schlüsselepoche der deutschen und europäischen Geistesgeschichte bilden. Es gibt weltweit noch keine vergleichbare Institution für die Romantik. Diese Epoche wird international mehr als jede andere Zeitspanne westlicher Kultur mit Deutschland identifiziert. Auf der Grundlage der einzigartigen Sammlungen des Freien Deutschen Hochstifts soll sie in einem modernen interaktiven Museum präsentiert werden. Im Dialog mit Goethe-Haus und - Museum - einer der ersten Adressen der Kulturnation Deutschland - wird das Deutsche Romantik-Museum einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Bildung und zur Reflexion europäischer Identität leisten.

1. OB Feldmann bei der Ansprache Foto: Karl-Heinz Stier

Oberbürgermeister Peter Feldmann stimmte in diese Zielsetzung ein und würdigte den Anstoß des Hochstiftes zum Romantik-Museum. „Auch in der Romantik wurzelte schon die Bewegung gegen die Patriarchen". Ihre Repräsentanten - als Beispiel nannte er Armin von Brentano, der sich wie viele andere - auch aus der Brentano Familie - gegen Ungerechtigkeiten, Armut und gegen die Unterdrückung der Frauen einsetzten. Er erinnerte an die Paulskirche als Symbol der deutschen Demokratie. Im neuen Museum werde übrigens auch die Möglichkeit bestehen, aus einem Fenster einen Blick auf die Paulskirche zu werfen.

Der hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Boris Rhein, wie in seiner Ansprache auf den Erwerb des Brentano-Hauses durch das Land Hessen in Oestrich-Winkel hin, der auf Anregung des Hochstifts zustande kam. Das Romantik-Museum werde „ein Leuchtturm in Hessen werden, zumal fast alle Autoren der Romantik an Rhein und Main geboren wurden".

Das Gruppenfoto anlässlich des Richtfestes zum Deutschen Romantik-Museum zeigt v.l.n.r.: Jürgen Fitschen (Deutsche Bank Stiftung), Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt (Stiftung Polytechnisches Gesellschaft), Frank Junker (Vorsitzender der Geschäftsführung der ABG Frankfurt Holding), Prof. Christoph Mäckler (ausführender Architekt), Prof. Dr. Anne Bohnenkamp-Renken (Direktorin des Freien Deutschen Hochstifts), Peter Feldmann (Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main), Dr. Ina Hartwig (Kulturdezernentin), Carl-L. von Boehm-Bezing (Vorsitzender des Verwaltungsausschuss des Freien Deutschen Hochstifts), Dr. h.c. Petra Roth (Oberbürgermeisterin a.D. und Ehrenbürgerin der Stadt Frankfurt), Boris Rhein (Hessischer Minister für Wissenschaft und Kunst), Sandra Paul (Ernst Max von Grunelius-Stiftung). Foto: © Freies Deutsches Hochstift/Frankfurter Romantik-Museum/Alexander Paul Englert

Die Direktorin des Freien Hochstifts und Goethemuseum Prof. Dr. Anne Bohnekamp-Renken teilte mit, dass für das neue Museum eine Höchstsumme von 16 Millionen Euro kalkuliert wurde. Darunter falle die Erstellung des Gebäudes, die Einrichtung einer Dauerausstellung einschließlich sämtlicher Museumstechnik. Das Hochstift selbst beteiligte mit 6,2 Millionen Euro (Spenden von der Deutschen Bank, mehrerer Stiftungen und Privatpersonen, dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain). Land und Bund beteiligten sich mit jeweils 4 Millionen Euro. Die Stadt Frankfurt stellte das Grundstück bereit und übernimmt darüber hinaus 1,8 Millionen. Damit sei die Grundfinanzierung gesichert.

Bauherr für das Projekt ist die ABG Frankfurt Holding. „Wir freuen uns als Immobilienkonzern den Bau dieses wichtigen Museums termingerecht und im Kostenrahmen umzusetzen", so Geschäftsführer Frank Junker.
Der Spatenstich fand am 13.Juni 2016 statt. Die Bauzeit ist mit zwei Jahren veranschlagt, die Eröffnung des Museums für Frühjahr 2020 vorgesehen.