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Kunst & KulturLiteratur › Lesemarathon am Sonntag

Lesemarathon am Sonntag

„Langer Tag der Bücher" zum sechsten Mal in Frankfurt

02.04.09 || FRANKFURT (2. April 2009) - Der „Lange Tag der Bücher" steht wieder vor der Tür. Die Frankfurter Publikumsverlage und das schauspielfrankfurt laden alle Lesebegeisterten zu einer Reise durch die Frankfurter Verlagslandschaft ein.

Zwölf Stunden, zwölf Autoren und zwölf Bücher ist das Prinzip des „Langen Tages der Bücher." Von 11 Uhr morgens bis 11 Uhr in der Nacht lesen Autoren aus ihren Büchern und legen damit einen 12-stündigen Lesemarathon hin. Zu jeder vollen Stunde stellt ein Autor ein Buch vor und ermöglicht damit Einblicke in die Hintergründe der jeweiligen Texte. So geben sich Autoren wie Markus Orths, Friedmar Apel, Norbert Abels, Salli Sallmann die Klinke in die Hand.

Die literarische Veranstaltung findet seit 2004 in Frankfurt statt. Gemeinsam mit dem schauspielfrankfurt veranstalten die zwölf Verlage Frankfurts immer an einem Sonntag im April den Lesemarathon im Chagallsaal des Schauspielhauses am Willy-Brandt-Platz. Am Sonntag, 5. April, geht der „Lange Tag der Bücher" nun in seine sechste Runde. „Frankfurt ist die wichtigste Verlagsstadt Deutschlands, das bekommt man als Leser jedoch gar nicht so mit. Hier ruht viel Potential, was wir den Lesern näher bringen wollen", erklärt der Veranstaltungsorganisator Thomas Koch die Idee hinter der Veranstaltung.„Lange Tag der Bücher" zum sechsten Mal in Frankfurt.

„Hin und Weg"

Der „Lange Tag der Bücher" trägt in diesem Jahr den Titel „Hin und Weg", ganz nach dem Motto der aktuellen Spielzeit im Frankfurter Schauspiel. „Mann kann den Titel emotional verstehen, dass man hingerissen von etwas ist oder etwas phantastisch findet, oder aber als literarisches Roadmovie, in dem man irgendwo hinreist um zum Beispiel jemanden zu suchen" erklärt Koch. Das ganze Spektrum der Veranstaltung vereint der Roman „Die Geliebte des Gelatiere" von Daniel Zahno, in dem ein einsamer Venezianer seine große Liebe sucht und nach Amerika reist. Erstmals mit dabei ist in diesem Jahr auch der Weissbooks-Verlag. Der junge Verlag, 2007 von Rainer Weiss und Anya Schutzbach gegründet, nahm den Platz der Heinrich und Hahn Verlagsgesellschaft ein, die im letzten Jahr ausschied.

Buchdeckel an Buchdeckel


Während links im Chagall-Saal Autoren aus ihren Büchern vorlesen, können die Besucher nebenan im Glas-Haus des Schauspiels den Bücherflohmarkt besuchen. Hier laden Bücher aus den Frühjahrs-Kollektionen der Verlage zum Schmökern ein. Unter anderem das literarische Debüt des Verlegers Alfred Neven DuMont, „Reise zu Lena" aus. Sein Buch liegt dann Buchdeckel an Buchdeckel neben David Gilmoures Roman „Unser aller bestes Jahr", einem internationalen Bestseller, der eine Vater-Sohn Geschichte thematisiert. „Hier kann man sich von den Lesungen erholen, ins Gespräch kommen und in den verschiedenen Büchern schmökern", verspricht Koch.

Etwas anderes als die Buchmesse

Die Veranstaltung will mehr sein, als eine Lesung in einer Buchhandlung. „Die Besucher sollen einen Einblick ins innere der Verlage bekommen, die verschiedensten Dimensionen der Verlage sollen sichtbar gemacht werden", so Koch. Dies wird durch das Konzept der Veranstaltung erreicht, indem die Organisatoren die Autoren gemeinsam mit ihren Verlegern auf die Bühne bringen. Die Veranstalter wollen, anders als die Buchmesse, das breite Publikum erreichen.. „Wir wollen mit unserer Veranstaltung nicht die Fachleute, sondern Literatur interessierte Menschen und Familien erreichen", erzählt Koch. Für Familien stehen am Nachmittag mehrere Bücher auf dem Programm. So zum Beispiel „Die Spur des Drachen" von Fortunato oder „An der Arche um Acht" von Ulrich Hub. Letzteres wird auf der Bühne szenisch dargestellt. Geboten wird außerdem ein Büchertisch der Buchhandlung Buch und Wein und reiches Informations¬material der Verlage zu den Autoren und der Programmarbeit. Besondere Attraktion ist der erstmals abgehaltene „Frankfurter Bücherflohmarkt" vor dem Schauspiel ab 11 Uhr.

Literatur aus Argentinien

Als Highlight bezeichnet Koch die Buchvorstellungen von Annegret Held und María Cecilia Barbetta. Die Autorin Annegret Held ist schon in die Rolle der Polizistin, Sekretärin, Altenpflegerin und Luftsicherheitsassistentin geschlüpft und schilderte in ihren Romanen diese erlebten Arbeitswelten. In „Fliegende Koffer" beschreibt sie den Arbeitsalltag im Sicherheitsbereich eines großen Flughafens nach dem 11. September. María Cecilia Barbetta beschreibt in ihrem Roman „Die Änderungsschneiderei Los Milagros" dagegen den Alltag der jungen Schneiderin Mariana in Buenos Aires. Barbetta, 1972 in Buenos Aires, Argentinien, geboren und seit 1996 in Berlin lebend, vereint den interkulturellen Mix ihrer Biografie mit den Geschichten ihrer Romane.

Zwölf Bücher und zwölf Autoren: Bei freiem Eintritt bietet sich den Besuchern die Gelegenheit, Autoren und deren betreuende Verlage aus der Nähe kennen zu lernen. Weitere Informationen und das gesamte Programm gibt es unter www.kultur.frankfurt.de. (pia)