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Kunst & KulturMusik › Die Mainzer Hochschule für Musik stellt „La Giudetta“ vor

Die Mainzer Hochschule für Musik stellt „La Giudetta“ vor

Alessandro Scarlattis kleine Oper erstmals in Wiesbaden auf der Schauspielhausbühne           von Britta Steiner-Rinneberg

06.02.17 || altWIESBADEN ( 05. Februar 2017) - Mit einer auf drei Sänger, Streicher und Basso continuo in Koproduktion mit der Mainzer Hochschule für Musik konzentrierten Interpretation servierte das Hessische Staatstheater Scarlattis Kleine Oper „La Giuditta" im Schauspielhaus,. Einen „mörderischen Abend", dessen Uraufführung 1697 in Rom stattfand. Giuditta, eine schöne junge Witwe, will unter Einsatz ihrer ganzen Person der belagerten und darbenden Stadt Bethulia helfen. Trotz Missbilligung ihrer Amme beschließt sie, ins feindliche Lager vorzudringen, Holofernes zu bezirzen, ihn gefügig zu machen und anschließend mit dem Schwert zu enthaupten.

Die den meisten 0wohl bekannte biblische Geschichte um Tyrannenmord aus Verzweiflung, in der sich Giuditta selbst an die Spitze ihrer mörderischen „Rettungsaktion" stellt, fußt auf dem Libretto Antonio Ottobonis und wurde von Christine Pichler inszeniert. Die musikalische Leitung hatte Christian Rohrbach, der Streicher und basso continuo feinfühlig leitet und sein kleines Orchester nur so funkeln lässt. Eine Projektion aus Landschaft und Licht bildet den Hintergrund und deutet fie jüdische Festung Massala an.

Auf dem Szenenbild aus „La Giuditta" sind von links Nutrice/Hyemi Jung, Giuditta/Radoslava Vorgic und Holofernes/ Christian Rathgeber zu sehen

Entgegen den Ermahnungen ihrer Amme legt die schöne Witwe Giuditta ein prächtiges Kleid an, um den Feind mit den Waffen einer Frau zu fesseln und zu betören. Holofernes geht auf das gewagte Spiel genüsslich ein, wird von ihr auf dem Ruhelager mit einem schmeichelnden Lied betört und schläft ein. Giuditta nutzt die Gelegenheit, ergreift ihr Schwert, schlägt zweimal kräftig zu und trennt gekonnt Körper und Kopf.

Mit ihrer Helferin birgt sie eilig das feindliche Haupt, um es als Zeichen des Sieges über die Tyrannei ihrem Volk vorlegen zu können und entflieht eilenden Fußes dem feindlichen Lager. Doch in Bethulia will man von ihrer Wahnsinnstat gar nichts wissen und schlägt die Amme nieder. Verkannt und von allen gemieden, legt die Mörderin ihr´festliches, blutrotes Gewand ab und steht, von allen verlassen, im Armesünderhemdchen allein und hilflos auf weiter Flur.

Giuditta/Radoslava Vorgic präsentiert den Kopf des Holofernes Nutrice/Hyemi Jung. Fotos (2): Staatstheater Wiesbaden/Paul Leclaire

Keine schöne Geschichte, die jeder aus der Bibel kennt. Scarlatti kombinier00te sie mit kostbarer Musik, die unter Rohrbachs Leitung von den barockerfahrenen jungen Musikern herrlich funkelnd wiedergegeben wird. Großer Beifall des Hauses für die vor allem mit ihren bemerkenswert sicheren Koloraturen begeisternde Giuditta ( Radoslava Vorgic), für die mit ihrem Leben bezahlende glänzende Altistin Hyemi Jung und für Christian Rathgeber,, der mit kraftvollem Tenor den goldgleißenden, aufgeblasenen Holofernes singt und teuer bezahlen muss.

Weitere Aufführungen am 11. und 26. Februar, 16 März