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RMF: Wieder ein Sommer voller Musik der im 30. Jahr im „Aufbruch“ ist

Intendant Hermann: „Der Sommer wird bunt und abwechslungsreich" - 155 Konzerte in über 40 Spielstätten - Erinnerungen an Casals Festival in Prades werden aufgefrischt           von Karl-Heinz Stier

24.02.17 || altOESTRICH-WINKEL(23.Februar 2017) - Ein klassisches Jubiläum ist es nicht, aber es ist ein Jubiläum bei dem es einmal lohnt, innezuhalten und zu würdigen, was das Rheingau Musik Festival (RMF) in den letzten 30 Jahren bis heute geleistet hat - das neue Programm „Ein Sommer voll Musik" eingeschlossen. Die Jubiläumssaison steht vom 24.Juni bis 2. September ganz im Zeichen von „Aufbruch" und „auf das will ich zunächst eingehen", so Intendant Michael Hermann in seinen Einführungsworten bei der Programmvorstellung. „Mit hochkarätigen Künstlern haben wir musikalische Projekte konzipiert, die diesem Leitgedanken entsprechen", betonte der Intendant und Geschäftsführer des Festivals.

Am Podium haben Platz genommen von links der Vorsitzender des Vorstandes Claus Wisser, Lisa Ballhorn zuständig für die Programmplanung, Intendant Michael Herrmann, Programmplaner Timo Buckow und der Pianist Igor Levit.

Zu den hochkarätigen Künstler gehört zum Beispiel : Igor Levit, einer der gefragtesten Pianisten unserer Zeit, geboren in Russland, aufgewachsen in Hannover, lebt in Berlin und spielt in den größten Konzertsälen der Welt. Als „Artist in Residence" stellt er in sechs Konzerten mit Musik von Beethoven bis Rzewski sein Können unter Beweis.

Mit vier Konzerten wartet Anna Lucia Richter auf - zum ersten Mal tritt eine Sängerin in den Fokus. Für sie ist Natürlichkeit beim Singen oberstes Gebot. „Ich möchte auf der Bühne nichts sein, was nicht auch ein Teil von mir und meiner Persönlichkeit ist. Ich liebe die Improvisation", sagt die 27jährige gebürtige Kölnerin, die zu den Senkrechtstartern der singenden Zunft gehört und auch beim letztjährigen „Weihnachtsoratorium" im Kurhaus Wiesbaden aufgetreten ist.

In den Rheingau kommt auch in diesem Jahr Michael Wollny, derzeit der wohl bekannteste deutsche Jazz-Pianist. Der 38 Jahre alte Schweinfurter gehörte schon mit 20 Jahren dem Bundesjazzorchester an. Vier Veranstaltungen haben die Festival-Organisatoren mit ihm eingeplant. Was Jazz für ihn ausmacht, sind nicht die Gedanken an das, was bereits da ist, sondern das, wohin die Reise geht. „Beim Improvisieren hat man keine Zeit zum Reflektieren, das Loslassen, gepaart mit Spontaneität hat für mich einen besonderen Reiz".

Überhaupt wird der Sommer 2017 nach Meinung von Intendant Herrmann „bunt und abwechslungsreich" sein. Auf den über 40 Festivalbühnen wechseln sich junge Senkrechtstarter mit internationalen Größen ab - von Francesco Tristano bis Anne-Sophie Mutter, von Chilly Gonzales bis Gregory Sokolov, von Joy Denalane bis Thomas Quasthoff. Für die klangprächtigen Konzertmomente sorgen neben den Jugendorchestern, internationalen Spitzenchören und Ensembles der Alten Musik die renommierten sinfonischen Klangkörper aus Birmingham, Bremen, Hamburg, München, Pittsburgh, Sankt Petersburg und Zürich sowie die Rundfunkorchester aus Berlin, des hr und des SWF.

Das Festival von Pablo Casals in Prades stand Pate


Doch zurück zur Historie, zur Entstehung des Rheingau Musik Festival. Intendant Herrmann erinnerte sich an das Festival von Pablo Casals in Prades in den französischen Pyrenäen. „Das war meine Initialzündung Mitte der sechziger Jahre, im Rheingau ein Musikfestival zu gründen".

Foto 2: Gründer Herrmann erzählt von der Entstehung des Festivals

Doch bis es soweit war, gingen noch 30 Jahre ins Land. Am 23. November 1987 fing es im Rüdesheimer Adlerturm an. Die 30 geplanten Konzerte wurden auf 19 zusammengestrichen. Heute sind es 155 Konzerte in Spielstätten des Rheingaus und benachbarter Regionen. 125.000 Karten stehen zur Verfügung - 45 000 sind schon verkauft. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 8 Millionen Mark, die sich aus Eintrittsgeldern, langfristige Sponsorenverträge, Konzerte- und Sachsponsoring, den Beiträgen und Spenden der Mitglieder des Fördervereins (3.549 Personen) sowie mit einem Landeszuschuss von 25.000 Euro finanzieren.

Intendant Herrmann nahm auch seine Initialzündung aus Prades in den sechziger Jahren zum Anlass auch die Stadt in Frankreich in seine diesjährigen Jubiläumsplanungen mit ein zu beziehen und auch in diesem Sommer originale Programme aus Prades mit Künstlern von Weltformat im Rheingau aufzuführen. Die Schirmherrschaft der Kammermusikreihe „Erinnerungen an Prades" übernehme die Witwe von Pablo Casals Marta Casals Istomin.

Eröffnet wird das Jubiläums-Festival am 24.Juni, um 19 Uhr, in der Basilika des Klosters Eberbach vom hr-Sinfonieorchester unter der Leitung von Andres Orozco-Estrada mit einem Vorspiel aus Lohengrin und zwei Ouvertüren zu Rienzi und der fliegende Holländer sowie die Symphonie fantastique von Hector Berlioz. Mit Berlioz fängt die Musik an, Geschichten zu erzählen - unerhört revolutionär und bezwingend.

Das Abschlusskonzert am 2. September, um 19 Uhr, im gleichen Veranstaltungsort bringt Edward Elgars Oratorium „The Dream of Gerontius" zu Gehör. In englischer Chortradition wird die Londoner Philharmonia Chorus Elgars Meisterwerk zelebrieren und das Festival beenden.

Kartenbestellungen werden ab sofort schriftlich oder über die Website entgegengenommen - E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. , Website: www.rheingau-musik-festival.de. Der telefonische Vorverkauf beginnt erst am 7. März 2017. Karten- und Infotelefon: 06723-602170