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Kunst & KulturMusik › Giustinos märchenhafter Aufstieg

Giustinos märchenhafter Aufstieg

Eine Liebesgeschichte aus dem Orient als Puppenspiel bei den Wiesbadener Maifestspielen von Britta Steiner-Rinneberg

22.05.17 || altWIESBADEN (21. Mai 2017) - Als erste Zusammenarbeit hatten die Berliner Lautten Compagney und die Compagnie Carlo Colla sich Händels Oper „Giustino" vorgenommen und in den Wiesbadener Maifestspielen glänzend präsentiert. Die im Byzanz ...


altWIESBADEN (21. Mai 2017) - Als erste Zusammenarbeit hatten die Berliner Lautten Compagney und die Compagnie Carlo Colla sich Händels Oper „Giustino" vorgenommen und in den Wiesbadener Maifestspielen glänzend präsentiert. Die im Byzanz des 6.Jahrhunderts angesiedelte kleine Oper, in der die verwitwete Kaiserin Arianna zum Jubel des Volkes den Bauern und Schäfer Giustino zum Gemahl nimmt und ihm die Krone aufsetzt.

Giustino folgte gehorsam Fortunas „Befehl", hing seinen ihm leidigen Job an den Nagel und zog hinaus in die Welt. Er fand unverhofft seinen Bruder Vitaliano wieder, zog mit ihm gemeinsam gegen den Verräter Aranzio zu Feld, rettete die verwitwete Edeldame Leocasta vor einem gefräßigen riesigen Bären und bestand weitere gefährliche Abenteuer. Den sich in großer Gefahr befindenden Kaiser befreit er unter Einsatz seines Lebens und wird von ihm als Dank zum Mitregenten befördert. Vom unscheinbaren Schäfer zum königlichen Würdenträger aufgestiegen, feiert der Glückspilz Giustino zur Krönung seines märchenhaften Aufstiegs am Ende mit der schönen Leocasta Hochzeit.

Das RMTOM-Archivbild zeigt die Lautten Compagney bei einer früheren Aufführung

Eine märchenhafte Liebesgeschichte und ein kleines Juwel aus Händels reichem Schaffen, das von der Berliner Lauttenkompaney und dem Puppentheater Carlo Colly für wahren Bühnenzauber sorgte und die Zuschauer hell entzückte. Darstellerisch wie technisch perfekte und fesselnde Produktionen wie diese bekommt auch ein Festspielpublikum nicht alle Tage zu sehen, mögen die begeisterten Zuschauer wohl gedacht haben. Sie spendeten in Parkett wie auf den Rängen fröhlichen Applaus und Bravos für die engagierten Künstler und ihre regieführenden Leiter. die mit Augen- und Ohrenschmaus für einen reizvollen Festspielabend sorgten. Glänzend die Darsteller, die es weder an Spielfreude noch Koloraturenglanz fehlen ließen: Countertenor Owen Willetts als prächtiger Bauer und Thronfolger Giustino, Fany Antonelou als verwitwete Kaiserin Arianna und Margriet Buchberger in der Rolle der stets im rechten Moment einschwebenden Glücksgöttin Fortuna.