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Kunst & KulturMusik › Gotteslob in silbrigem Streicherklang

Gotteslob in silbrigem Streicherklang

Ein Programm aus Barock und früher Klassik auf Originalinstrumenten - Julia Lezhneva und die Cappella Gabetta faszinierten die Hörer           Rheingau Musik Festival Teil XII           von Britta Steiner-Rinneberg

20.08.17 || altWIESBADEN (19. August 2017)- Mit Werken von Vivaldi, Porpora, Ragazzi und Geminiani stellte sich die junge Sopranistin Julia Lezhneva im Rheingau Musik Festival vor. Begleitet war sie von der Cappella Gabetta, ausgewiesenen Spezialisten für Originalklang! Das Ensemble der argentinischen Künstlerin präsentierte das Gotteslob in silbrigem Streicherklang. Sie gebietet über ein weitgespanntes Farbspektrum, fesselte mit ihrer Stimme und ließ selbst in den benachteiligten Platzkategorien rechts und links des Chorraumes die Zuhörer aufhorchen und der Darbietungen der Sängerin und des Ensembles gespannt folgen.

altPortrait der herausragenden Barock-Sopranistin Julia Lezhneva. Foto:RMF/Simon Fowler/Decca

Man staunte, über welchen Stimm-Umfang diese Sängerin verfügt und dem Publikum anscheinend mühelos präsentiert. Dem kaum enden wollenden Beifall der Zuhörer schloss Lezhneva Händels berühmtes Klagelied an „Lass mich mein grausames Schicksal beweinen". Die Sopranistin, die auf der Insel Sachalin geboren wurde, studierte in Moskau Gesang und Klavier. Nach abgeschlossener Ausbildung ging sie an die International Academy in Cardiff, an der sie mit dem Master abschloss und schon bald internationale Aufmerksamkeit errang. Seit 2011 tritt sie an führenden Opernhäusern auf und debütierte in Covent Garden als Zerlina in Mozarts „ Don Giovanni". Weitere Höhepunkte ihrer Karriere waren für sie die großen Titelpartien in Händels „Siroe" und „Tamerlano", sowie die der Fiordiligi in „Cosi fan tutte".

Mit der Cappella Gabetta hatte die Künstlerin sich einen lang gehegten musikalischen Wunschtraum erfüllt. Gemeinsam mit ihrem Bruder Andres und einigen hochqualifizierten Musikern ihres Umfelds kreierte sie im Kurhaus ein Programm aus Barock und früher Klassik, das auf Originalinstrumenten dargeboten wurde. Das 2o10 gegründete „Ensemble Gabetta" gastierte mit großem Erfolg bereits in Hamburg, in München, Baden-Baden. Zürich und Berlin, sowie bei großen Festivitäten wie dem Rheingau Musik Festival, aus dem diese Gruppe einfach nicht mehr wegzudenken ist, weil sie viele Freunde hat, die Jahr für Jahr auf sie warten.

Auf Yuja Wangs Klavierkonzert mit den Sankt Petersburger Philharmonikern folgte im Wiesbadener Kurhaus ein Abend mit Brahms und Tschaikowski, der die Hörer beglückte. Zur gleichen Zeit fand in Kloster Eberbach Mendelssons „Lobgesang" statt, den das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und der MDR Rundfunk als „Reformations- Sinfonie" präsentierten. Andere Besucher genossen im gleichen Zeitraum im Kursaal Beethovens gefeiertes „Tripelkonzert" mit Christian und Tanja Tetzlaff.

Darüber und über das mit Spannung erwartete Jugendorchester unter Patrick Langes Leitung wird Autorin Britta Steiner-Rinneberg in einem weiteren Beitrag berichten.