Banner
 

RheinMainTaunus

OnlineMagazin

Kunst & KulturMusik › Ovationen für das Bundesjugendorchester

Ovationen für das Bundesjugendorchester

Turbulente „Nacht auf dem Kahlen Berg" - Wiesbadens neuer GMD Patrick Lange macht sich bekannt           Rheingau Musik Festival Teil XIII           von Britta Steiner-Rinneberg

23.08.17 || altSCHLOSS JOHANNISBERG (22. August 2017) - Auf die Konzerte der Petersburger Philharmoniker und Mendelssohn- Bartholdys „Lobgesang", auf den Klassik-Marathon in Schloss Johannisberg, den „Carneval Oriental" sowie die Musik-Comedy „Mehr geht nicht" folgte in der Eberbacher Basilika der von einer gespannten Hörergemeinde erwartete grandiose Festivalbeitrag des Bundesjugendorchesters.

Unter energischer Leitung Patrick Langes, der sein Amt als GMD des Staatstheaters in wenigen Wochen antreten wird, bescherte die Aufführung wieder ein volles Haus und wurde mit kaum enden wollenden Applaus für den mit Auszügen aus Humperdincks Märchenoper „Hänsel und Gretel" beginnenden Abend gefeiert Die gefeierten jungen Sänger bedankten sich lautstark, und die Eltern blickten stolz auf ihren talentierten Nachwuchs, der in Generalmusikdirektor Patrick Lange allerdings auch einen Dirigenten hatte, der mit Heranwachsenden sehr gut umzugehen weiß und den Abend fest im Griff hatte.

altDas Bundesjugendorchester mit Solisten in der Basilika von Kloster Eberbach. Foto: RMF

In der Eberbacher Basilika war eine begeisternde Aufführung zu erleben, die sichtlich genossen wurde. Die Ovationen galten besonders Mussorgskys unheimlicher „Nacht auf dem Kahlen Berg", deren Präsentation das Publikum fast von den Stühlen riss. Für das große Finale mit Elliot Goldenthals „Grand Gothic-Suite", einer Flut von starken Bildern, die einen mysteriösen Rittersmann im Zentrum hatten, wollte der Riesenapplaus für Deutschlands jüngstes Spitzenorchester fast kein Ende nehmen.

Wiesbadens künftiger GMD lässt die „Hexen tanzen"


Patrick Lange sorgte mit Umsicht, Tempo und starker Farbe für lebendige Bilder und machte die Zuhörer beizeiten aufmerksam auf das, was unter seiner Leitung in der kommenden Spielzeit auf sie wartet. Vor allem die fast außer Rand und Band geratenen lautstarken Szenen mit Satans höllischer Hexenzunft erweckten die Neugier aller. Patrick Langes an Schattierungen reiche Zeichengebung hatte die ihm aufmerksam folgenden Musiker und Sänger fest im Griff, gab das Tempo vor und setzte viele neue Akzente.

„Hänsel und Gretel", die Originalfassung der „Nacht auf dem Kahlen Berge" von 1867 und die „Grand Gothic Suite" machten erkennbar Appetit auf „mehr" und ließen manchen Zuhörer sich vorab schon auf die Bilderflut freuen, die in der „Weihnachtsoper" ins Haus locken wird. Das Finale des Abends bestritt Elliot Goldenthals dunkle Rittergeschichte, die das Spitzenorchester frisch und überzeugend zu Ohren brachte. Unter Langes präziser Leitung hatte zuvor Mussorgskis geheimnisvolle, schaurig-schöne Rittergeschichte alle gefesselt und mit ihrem Reichtum an musikalischen Facetten beglückt.

Nach dem Klavierkonzert Yuja Wangs in Johannisberg und den Petersburger Philharmonikern, die mit Beethovens „Tripelkonzert" im Kurhaus begeisterten, nach Mendelssohn-Bartholdys großem „Lobgesang", dem Bach-Trompetenensemble München und dem in Erinnerung an Prades aufgeführten Konzertabend mit Christian und Tanja Tetzlaff wurden alle der leichteren Muse Zugeneigten mit einer Aufführung beglückt, die im Handumdrehen begeisterte: Benatzkys „Weißes Rössel a trois" , trabte in Johannisberg mit Bravour über die Bretter und wurde vom amüsierten Publikum lautstark und lang gefeiert.