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RMF im Fokus des 500.Jahrestages der Reformation

Anna Lucia Richter fesselte mit leuchtender Stimme - Eine weitere Sternstunde des Festivals das in die Erfolgsgeschichte eingehen wird Rheingau Musik Festival Teil XIV von Britta Steiner-Rinneberg

29.08.17 || altKLOSTER EBERBACH/WIESBADEN (28. August 2017) - Auf einen reinen Beethovenabend mit dem „Tripelkonzert" unter Leitung der Royal Northern Sinfonia im Wiesbadener Kurhaus und Yula Wangs Klavierkonzert mit den Sankt Petersburger Sinfonikern und auf einen Klassik-Marathon in Johannisberg folgte in Kloster Eberbach Mendelssohns 1932 in Berlin uraufgeführte „Reformations-Sinfonie" d-Moll. Sie war ursprünglich für den 300. Jahrestag der Augsburger Konfession gedacht und ist uns als „Lobgesang" besser bekannt. Der Komponist schrieb diesen Beitrag im Alter von 20 Jahren zum 500. Jahrestag der Reformation und dünkt uns heute als „spannendes Aufbruchswerk" ins musikalische Neuland der Romantik.

Beethoven-Abend mit den Solisten des Triple-Konzerts Christian und Tanja Tetzlaff und Lars Vogt, der zugleich die Leitung der Royal Northern Sinfonia hatte. Foto: RMF/A. Klostermann

Das Rheingau Musik Festival brachte den „Lobgesang" ín wahrer Spitzenbesetzung mit dem Rundfunkorchester Berlin unter Leitung Alain Altinoglus heraus und füllte den weiten, hohen Raum der Basilika mit wundervollem Klang, Alle lauschten andachtsvoll, trotz des lästigen Nachhalls. Die Strahlkraft der Interpretation der Berliner Bläser fand ihre adäquate Entsprechung im Gesang der Sopranistin Anna Lucia Richter, die in dieser Saison im Fokus steht: Eine leuchtende junge Stimme, von der in Zukunft sicherlich noch viel zu erwarten ist!

Die beiden anderen Künstler standen ihr kaum nach: Die kraftvoll singende Mezzosopranistin Nora Gubisch und der Tenor Attilio Glaser, dessen kaum verborgene Verinnerlichung mit „Unsere Tränen im Zeichen der Not" die Zuhörer sichtlich bewegte. Das ausverkaufte Konzert bescherte eine weitere Sternstunde des Festivals und wurde mit einem Beifall bedankt, der nicht enden wollte: Mendelssohns an sakralem, geschichtsträchtigem Ort dargebotenes Werk fiel erkennbar auf fruchtbaren Boden und wurde in der Basilika mit einem Beifall belohnt, der kaum stärken hätte sein können.

Ein Beethovenabend und Erinnerungen an Prades


Christian und Tanja Tetzlaff und Lars Vogt gestalteten im Kurhaus einen reinen Beethoven-Abend, in dessen Zentrum das „Tripelkonzert" stand, mit dem sie das Auditorium begeisterten. Lars Vogt erwies sich erneut als hervorragender Dirigent, sorgte für frische Farben und fesselte mit Tempo und Präzision. Vom Flügel aus dirigierte er schwungvoll mit weit erhobenem linkem Arm und begeisterte mit einem Erzählfluss, dem das Publikum gebannt lauschte: Eine weitere Sternstunde des Festivals 2017, die mit Sicherheit in die Erfolgsgeschichte eingehen wird

Das dritte Konzert der Reihe „Erinnerung an Prades" fand mit dem Tetzlaff-Trio in Johannisberg statt und erinnerte bewusst an das 1964 in Prades uraufgeführte erste Konzert, das den Grundstein legte für das inzwischen in der ganzen Welt bekannte Festival. Jahr für Jahr lockt es Musikbegeisterte oft von weither in den Rheingau und ist aus der Region einfach nicht mehr wegzudenken.

Der Klassik-Marathon, Yula Wangs Pianokonzert mit den Petersburger Philharmonikern, Edgar Krapps Orgelkonzert und der Abend mit der Baltic Sea Philharmonic unter Leitung Kristjan Järvis folgten und erfreuten sich stärkster Beteili-gung des Publikums. Über Enoch zu Guttenbergs großen Abend, an dem er Bruckners Sinfonie Nr. 9 aufführte, wird in der nächsten Folge des Rheingau Musik Festival berichtet.