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Kunst & KulturMusik › Alte Oper Frankfurt in der Spielzeit 2018/19: Musik anders – intensiv - erleben

Alte Oper Frankfurt in der Spielzeit 2018/19: Musik anders – intensiv - erleben

Musikfest mit großen Werken - Weihnachtsprogramm mit Mamma Mia! und Frau Holle - 463 Veranstaltungen 2017/18 mit knapp 490.000 Besuchern           von Karl-Heinz Stier

11.03.18 || altFRANKFURT (10. März 2018) - Man kann Musik verschieden erleben, sei es, dass man sich ihrer Wirkung kaum zu entziehen vermag, oder indem wir beim Hören Impulse erhalten, so dass die Grenzen zwischen Interpreten und Hören überwunden werden und das Publikum selbst zu musikalischen Akteuren werden kann. Dies ist Thema in der Spielzeit 2018/19 in der Alten Oper Frankfurt, die nach Auffassung von Dr. Stephan Pauly, Intendant und Geschäftsführer, erneut geprägt ist von inhaltlicher Programmarbeit und Formaten wie auch von vielen Begegnungen mit herausragenden Künstlern.

Plakat der Alten Oper für die Saison 2018/19 Foto: Karl-Heinz Stier

So das Musikfest, das vom 15. bis zum 30. September wieder an eines der großen Werke der Musikgeschichte anknüpft. Diesmal steht György Ligetis Orchesterwerk „Atmosphères" aus dem Jahre 1961 im Zentrum, ein Beispiel dafür welche Sogkraft Musik entfalten kann, eine Auseinandersetzung, die nicht nur in klassischen Konzerten, sondern auch in Weltmusik und Jazz, in Performance und Film, im Dialog und in Formaten, an denen sich das Publikum aktiv beteiligen kann, zu erleben ist. Das zentrale Werk steht dabei am Beginn und am Ende des Musikfestes mit dem Eröffnungskonzert des Frankfurter Opern- und Museumsorchester wie auch im Abschlusskonzert mit den Bamberger Symphonikern. Auch das hr- Sinfonieorchester widmet sich zweimal diesem Werk. Ein besonderer Glanzpunkt des Musikfestes verspricht die zweifache Begegnung mit Pierre-Laurent Aimard, der ähnlich wie Ligetis „Atmosphères" Natureindrücke in abstrakte musikalische Struktur wandelt. An drei Orten - dem 38. Stock des OpernTurms, dem Gesellschaftshaus im Palmengarten und in den Vogelhallen im Zoo - wird Aimard über den ganzen Tag hinweg den „Katalog der Vögel" aufführen und dabei seine Interpretation in den Kontakt von Naturerfahrung stellen.

Bei der Pressekonferenz sprachen Dr. Ina Hartwig, Kulturdezernentin und stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrates der Alten Oper, Intendant Dr. Pauly Foto: Karl-Heinz Stier

„Anders hören: Die Abramovic-Methode für Musik" lautet der Titel eines ganz besonderes Musikprojekts, das die Performancekünstlerin Marina Abramovic derzeit für die Alte Oper entwickelt. Sie will eine neue Art des Hörens ermöglichen - in einer gemeinschaftlichen Erfahrung aller Teilnehmer. Sie werden im Großen Saal der Alten Oper zusammenkommen, um in mehreren Stunden in der Gruppe die Übungen der Abramovic-Methode zu erleben. Man braucht keine Vorbildung oder besondere Erfahrung. Jeder Mensch ist willkommen, an Übungen wie dem Zählen von Reiskörnern oder auch dem Blicken auf eine Farbfläche oder die Wahrnehmung des Raumes in absoluter Stille mittels abschirmender Kopfhöher teilzunehmen. Das Ziel der Übungen: die Sinne zu schärfen, den Geist zu fokussieren und zu sich selbst zu finden oder auch Kontakt zu den anderen aufzunehmen. Das Konzert dauert lange, um dort gemeinsam mit den Musikern, die zuvor ebenfalls an der Abramovic-Methode teilnehmen, eine einzigartige Hör-Erfahrung zu machen.

Die Performance-Künstlerin Marina Abramovic entwickelt ein Musikprojekt für die Alte Oper

Dritter Schwerpunkt des Programms ist Fokus mit besonderen Musikerpersönlichkeiten oder Themen. Diesmal gibt die Alte Oper drei Künstlern Raum und Zeit, um dem Publikum einen intensiven Eindruck von ihrer Zeit zu vermitteln: dem Dirigenten Gustavo Dudamel, Sir Simon Rattle sowie dem Pianisten Leif Ove Andsnes. Im Fokus steht aber auch das Schaffen Wolfgang Amadeus Mozarts aus den Jahren 1785/86. Das Mahier Chamber Orchestra und Leif Ove Andsnes planen ein neues mehrjähriges Großprojekt, das Mozarts Werke aus dieser Zeit beleuchtet. Am 11./12.Mai 2019 soll das Fokus-Festival in der Alten Oper starten. Im Entertainmentbereich gibt es u.a. vier Termine der Reihe „Jazz im Mozart Saal", die zeigen soll, welche Möglichkeiten das Triospiel im Jazz anbietet.

Daneben finden sich im Programm aber auch wieder Klassiker des Entertainmentbereichs wie die JazzNights oder eine große Musicalproduktion zur Weihnachtszeit. Vom 19.Dezember 18. bis 12.Januar 19 heißt es „Mamma Mia!", wenn die Alte Oper das Musical um die größten Hits von ABBA zeigt. Das Papageno Musiktheater bringt einen Klassiker der Märchenliteratur für Kinder ab 5 Jahren auf die Bühne- diesmal Frau Holle nach den Gebrüdern Grimm mit der Musik von Wolfgang Amadeus und Leopold Mozart (18. Bis 20. Dezember).

Weihnachtsprogramm Frau Holle mit dem Papageno-Musiktheater. Beide Fotos: Alte Oper

Die Alte Oper ist im Spieljahr 2018/19 nicht arm an Kongressen und Events. So wird u.a. am 12.Oktober der Hessische Film-und Kinopreis 2018 verliehen, zwei Wochen später ist die Frankfurter Marken Gala 2018, der 37. Deutsche Sportpresseball am 3.November, der 28. Frankfurt European Banking Congress am 16.November und der Deutsche Medienkongress 2019 am 22./23. Januar 2019.

Rückblickend verkündete Intendant Dr. Pauly, dass im abgelaufenen Jahr 2017 in der Alten Oper 463 Veranstaltungen mit insgesamt knapp 490.000 Besuchern stattfanden. Das Gesamtbudget der Alten Oper betrug 2017 rund 20,3 Millionen Euro, 13 Millionen davon hat das Haus durch Kartenverkauf und Vermietungen sowie durch Fördermittel der Gesellschaft der Freunde der Alten Oper, Spenden und Sponsoring (zusammen rund 1,4 Millionen Euro) eingenommen. Der reguläre Zuschuss der Stadt Frankfurt belief sich auf rund 7,5 Millionen Euro. Die Eigenfinanzierungsquote der Alten Oper Frankfurt betrug damit im Jahre 2017 etwa 63 Prozent.