Banner
 

RheinMainTaunus

OnlineMagazin

Kunst & KulturMusik › „Arabella“ - eine Oper aus dem Wien der Dreißigerjahre

„Arabella“ - eine Oper aus dem Wien der Dreißigerjahre

Großer Beifall für die dominierende Musik der Komödie von Richard Strauss und für GMD Patric Lange           von Britta Steiner-Rinneberg

26.03.18 || altWIESBADEN (26. März 2018) - Als jüngste Wiesbadener Inszenierung steht Richard Strauss lyrische Komödie „Arabella" auf dem Spielplan des Hessischen Staatstheaters. Die Oper spielt im biedermeierlichen Wien und fesselt in Laufenbergs Inszenierung vor allem wegen des heraus ragenden Orchesters unter Leitung GMD Patrick Langes. Riesenbeifall nach der Premiere!

„Arabella" gefiel in erster Linie wegen der dominierenden Musik für diese Geschichte aus dem alten Wien, in dem sogar die Tischreihen mit Hakenkreuz-Fähnchen dekoriert waren. Sie führt an den Anfang der Dreißigerjahre zurück: Eine Zeit also, an die ältere Besucher sich heute noch gut erinnern. Der Beifall des Hauses galt nach der Premiere vor allem dem „Vater", der seiner Spielschulden wegen das Glück der Tochter aufs Spiel setzt.

Dem Libretto der 1933 in Dresden uraufgeführten „Komödie" lag die politische Situation der Zeit zugrunde, die Laufenberg mit Hilfe einiger Videos wiederkehren ließ. Doch der Applaus galt in erster Linie den Musikern im Graben. Ihnen ist zu verdanken, dass das Werk überhaupt wieder aus der Versenkung geholt wurde. Es mag zwar nicht nach jedermanns Geschmack sein, reißt seiner Klangfarben und Stimmungswechsel wegen die Hörer jedoch unschwer mit, obgleich der Text deutlich an die prekäre politische Lage von damals erinnert, die heute lieber verschwiegen wird.

altSzenenbild aus"Arabella von links: Katharina Konradi, Ryan McKinny, Sabina Cvilak, Romina Boscolo, Wolf Matthias Friedrich, Thomas Blondelle, David Bruwer. Foto: Hess. Staatstheater Wiesbaden

In den tragenden Rollen begegnen uns neben dem Bariton Ryan McKinny als Mandryka die spielfreudigen Sopranistinnen Katharina Konradi und Sabina Cvilac als Arabella und Zdenka und die virtuose Fiaker-Milli. Laufenberg ließ das Stück in einem Festsaal der 30er Jahre und in Kostümen der damaligen Gesellschaft spielen. Starker Applaus für Mandryka, der hier nicht als „Klotz vom Lande" gezeigt wird, sondern als versponnener Träumer. Das verschuldete Elternpaar (Michael Friedrich und Roman Bosolo), das die Töchter meistbietend verkaufen will, bekam einen Beifall, der von dem für die glänzenden Musiker im Graben noch weit übertroffen wurde.

Das Staatsorchester spielte unter Patrick Lange mit feinem Gespür für die Klangfarben und Stimmungswechsel. die in der 1933 uraufgeführten Komödie an die damalige politische Lage erinnerten; Für die Sänger und das vorzügliche Orchester gab es langen herzlichen Beifall in dieser „gebräunten" Dresdner Áufführung. Und viele Bravos für den Bariton Ryan McKinny der das alte Wien glänzend wieder aufleben ließ und ganz entschieden dazu beitrug, diese wimpelgeschmückte Komödie wieder stark ins Gedächtnis der Besucher zu rufen.

Viel Applaus auch für den Regisseur, den Bühnenbildner Frank Jäkel und die Darsteller, die möglicherweise gar nicht mit solchem Zuspruch gerechnet hatten. Wer nicht in der Premiere war, kann „Arabella" in den kommenden Maifestspielen mehrmals erleben.

Die nächsten Aufführungen sind am 22. und 24. April