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Kunst & KulturMusik › Verdi‘s „Maskenball“ fesselte die Hörer nicht nur in den faszinierenden Ballszenen

Verdi‘s „Maskenball“ fesselte die Hörer nicht nur in den faszinierenden Ballszenen

Internationale Maifestspiele eröffnet: Regisseurin, Staatsorchester und Chor setzten die Dreiecksgeschichte ins rechte Licht - Sänger und Musiker fesselten das Publikum          von Steiner-Rinneberg

18.05.18 || altWIESBADEN (18. Mai 2018) - Mit „Maskenball", der die Festspiele eröffnenden Verdi-Oper, begann in diesem Jahr Wiesbadens traditionelles Mai-Festival 2018. Im Zentrum des von Louis Carvallo gestalteten Grosstadtmilieus ließ die junge Regisseurin die Oper über die Bühne gehen. Sie sowie das Staatsorchester unter GMD Patrick Langes Leitung und der von Albert Horne exzellent einstudierte Chor nutzten dieses Milieu aus, um die Dreiecksgeschichte ins rechte Licht zu setzen und nicht das der Originalversion zugrunde liegende Umfeld eines obskuren amerikanischen Gouverneurs des 17. Jahrhunderts. Sänger und Musiker fesselten mit der in die Zwanzigerjahre des 20. Jahrhunderts versetzten Grosstadt-Geschichte im Handumdrehen. Das Publikum feierte vor allem die Altistin Marie-Nicole Lemieux als singende Wahrsagerin und Seherin Ulrike mit begeistertem Applaus.

Das Vorspiel der spannenden Dreiecksstory lag bei GMD Patrick Lange in besten Händen, und der Riesenchor gestaltete seine Partien mit einer Opulenz; die das Publikum den Atem anhalten ließ. Patrick Lange bringt die schwarzen Farben des Stücks betont zum Ausdruck und sorgt mit seinen Musikern immer wieder für ein Milieu, in dem Amelia ihren Riccardo wieder trifft, von dem sie sich eigentlich hatte befreien wollen befreien wollen. Ruhigen Momenten folgt eine harte Auseinandersetzung, deren dramatische Linien die Zuhörer begleiten, ehe die Realität sie dann einholt. Oscar, der blitzgeschwinde Page, rief beim Festspiel-Publikum helle Begeisterung hervor und wurde entsprechend gefeiert. Die durchweg lebhafte Personenführung fesselte die Hörer vor allem in der faszinierenden Ballszene und während Amelias Tanz.

Dirigent Lange verlieh den schwarzen Farben des Werks glänzenden Ausdruck. Er sorgte für feinfühliges Innehalten und fesselte das Publikum in einem Milieu, das bald schon der Realität Platz machen musste. Die Dreiecksgeschichte begeisterte ob der sängerischen Leistungen, vor allem aber wegen der singenden Wahrsagerin und Seherin Ulrika, der das Publikum fast überschwänglich dankte. Den vom Freund hintergangenen Renato und seine abtrünnige Ehefrau, die er am liebsten umgebracht hätte.

Die harte Auseinandersetzung zwischen Riccardo und dem hintergangenen Renato, ist in den kompakten Szenen von hoher Intensität und wurde mit anhaltendem Applaus bedacht.

Amelia ist in diesem Männermilieu im Drogenrausch die einzige Frau. Die dem von seinem Freund betrogenem Gatten zu Hilfe kommt. Die harte Auseinandersetzung zwischen ihr und dem Bariton Vladislav Sulimsky ist spannend. Die in diesem wüsten Männermilieu vergeblich die in diesem wüsten Männermilieu vergeblich das Vergessen sucht, wird in die blanke Wirklichkeit zurück geworfen . Glänzend der Bariton Vidislav Sulinsky als Renato, von musikalischem Reiz und musikalischer Eindringlichkeit auch der Bariton Arnold Rutkowsky .

Die Aufmerksamkeit der Zuhörer ist hier vor allem der Ulrica von Mari Nicole Lemieux gewidmet, Benjamin Russell als Silvano, der überaus wandlungsfähigen, glänzenden Gloria Rehm als Page Oscar und Benjamin Wi, als Riccardo. Die allesamt lebhaft spielenden Personen kommen dem Stück ideal zugute. Interessenten, die es verpasst haben können in der nächsten Spielzeitzeit des Staatstheaters, im September, das Stück noch erleben.