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Geschwisterpaar stellt die neuen Odenwälder Kartoffelhoheiten

Die Kartoffel ist immer dabei: Kulinarische Wochen mit einem 6-Gänge-Menü eröffnet - Kartoffelkönigin Ann-Katrin fühlt sich mit der Heimat verbunden           von Karl-Heinz Stier

20.09.17 || altREICHELSHEIM/ODENWALD (20. September 2017) - Am vergangenen Samstag starteten sie, die 27. Odenwälder Kartoffelwochen. Und damit diese Zahl nicht alleine steht, gesellten sich zu ihr noch zwei weitere Zahlenkombinationen: 27 Jahre alt ist die amtierende Kartoffelkönigin Julia I. und 27 Betriebe aus dem Odenwaldkreis und Nachbarschaft machen diesmal bei den Erdapfelwochen mit. Die Wochen stehen wie immer unter der gastronomischen Betreuung von Armin Treusch - „Johanns-Stube" und „Treuschs Schwanen" in Reichelsheim. Er hat zur Eröffnungsfeier in der Reichenberghalle eigens ein 6-Gänge-Menü zusammengestellt, das mangels geeigneter Küchenräumlichkeiten dort in dessen Restaurant-Küche vorbereitet, vorgebraten und portioniert wurde. In den Hallen-Nebenräumen halfen Treusch sieben Köche und seine Frau, schließlich mussten 150 Portionen in kurzer Zeit zu Tisch gebracht werden. Und das Wichtigste: bei jedem Gang war die Kartoffel dabei.

altKartoffeln mit Krönchen als Tischschmuck und rechts die Kartoffel-Pilztarte als Vorspeise

So gab es zum Entree eine Kartoffel-Pilz-Tarte mit angemachtem Momarter Bio-Ziegenfrischkäse. Der Käse kam vom Bio-Ziegenhof Weiße Hube aus Bad König-Mombart. Im Foyer war zum Anschauen ein Tisch verschiedener Kartoffelsorten aufgebaut, die darüber informierten, welche Knollen im Odenwald angepflanzt werden. Regina Böhm vom Kohlbacher Hof in Brensbach und erste Odenwälder Kartoffelkönigin präsentierte 12 festkochende, vorwiegend festkochende und mehlige Nachtschattengewächse von der Sorte Marabel, über Quarta und Agria bis Laura. 18 Sorten baut ihre Familie auf dem Hof selbst an.

altOdenwälder Kartoffelsorten

Treusch's Einfallsreichtum mit Kartoffelrezepten lässt nicht nach


Nach der Himmel und Erd‘ Suppe 2017 mit Blutwurst-Schmorzwiebel-Maultäschle kündigte Meisterkoch Treusch den 3. Gang als Neuigkeit an: geräucherter Finkenbacher Stör im Kartoffelkloß‘ auf Wirsing in Apfelwein-Senfsoße. Es war selbst für ihn eine Premiere, den Matthias Bartmann, ein junger Mann aus Finkenbach betreibt dort eine Fischteichanlage und züchtet neben Forellen und anderen Fischarten auch den Stör. Treusch, nun seit Beginn der Kartoffelwochen dabei, antwortete auf die Frage, ob sein Einfallsreichtum mit Kartoffelrezepten nicht einmal nachlasse: „Nein, mein Fundus an Rezepten rund um die tolle Knolle ist noch lange nicht erschöpft". Nun wohlan, lassen wir uns auch in den nächsten Jahren überraschen.

altaltGeräucherter Finkenbacher Stör im Kloß und der Hauptgang recht im Bild: das Schweinelendchen im Kartoffel-Käse-Mantel gebraten mit Apfel-Lauchgemüse und Spätburgunder-Jus

Ministerpräsident vergaß die Kartoffelkönigin einzuladen beim Königinnenempfang des Landes


Vor dem nächsten Gang des Menüs nahm die noch amtierende Kartoffelkönigin die Gelegenheit zum Anlass, sich für ihre zweijährige Amtszeit bei den Anwesenden zu bedanken und sich zu verabschieden. Ihre Highlights („Ich esse am liebsten die Bamberger Hörnle Kartoffel") waren für sie die Kartoffelmärkte in Erbach und Höchst, die Teilnahme am Treffen Hessischer Hoheiten beim Ministerpräsidenten im Schloss Bellevue in Wiesbaden („Ich musste mich selbst zu der Veranstaltung einladen, man hatte mich einfach vergessen") und die Mitwirkung an der Sendereihe ZDF Zeit mit Sternekoch Nelson Müller.

Andere Odenwälder Majestäten gratulierten der scheidenden Königin Julia I.

Julia begrüßte vor ihrer endgültigen Verabschiedung noch neun verschiedene Odenwälder Majestäten, darunter auch solche mit außergewöhnlichen Titeln wie Hessische Rapskönigin, Odenwälder Honigkönigin, Thermenkönigin und Vierburgenkönigin aus Neckarsteinnach.

Nun war es Zeit zum Hauptgang: Schweinelendchen im Kartoffel-Käse-Mantel gebraten mit Apfel-Lauchgemüse und Spätburgunder-Jus.

Königin Ann-Katrin: „Wir müssen den Odenwald und seine kleinen Orte von der schönsten Seite zeigen"


altKröning der neuen Majestäten. v.l.n.r.: Prinzessin Eva, Königin Ann-Katrin und die scheidende Königin Julia I.


Ein weiterer Höhepunkt des Abends ließ nicht lange auf sich warten. Die Lustgartenspatzen, die mit Musik, Liedern und Geschichten in Odenwälder Mundart die Veranstaltung musikalisch umrahmten, gaben nun den Startschuss zur Krönung der neuen Kartoffelmajestäten. Nach längerer Zeit gab es wieder zwei Hoheiten, die die goldene Knolle repräsentieren: die Königin Ann-Katrin Heckmann, 21 Jahre jung, gelernte Einzelhandelskauffrau und „Make-Up-Artist" in einer Parfümerie. Ann-Katrin hat auf dem elterlichen Hof eine eigene kleine Landwirtschaft mit zwei Schweinen und drei Pferden. Ihre Prinzesssin Eva Beutel (geb. Heckmann), ist 27 Jahre jung, hat vor kurzem geheiratet und wohnt in Lautertal. Dort arbeitet sie als pharmazeutisch-technische Assistentin. Die beiden kennen sich schon ihr Leben lang, sie sind Geschwister. Als Ziele nannte Königin Ann-Katrin: „Ich führe dieses Ehrenamt aus, weil ich mich mit meiner Heimat sehr verbunden fühle". Und Eva sagte: „Wir müssen den Odenwald und seine kleinen Orte von der schönsten Seite zeigen".

altDen Abschluss des 6-Gänge-Menüs bildete natürlich ein Dessert. Auch da wurde auf die Kartoffel nicht verzichtet: Kartoffel-Kürbis-Strudel mit Honig und Backpflaumen, dazu Kartoffel-Kürbiskern-Eis und Bockbiersoße.

Wer noch nicht weiß, wo besondere Kartoffelgerichte in den 27 Restaurants und Gasthöfen bis zum 3.Oktober angeboten werden, dem sei die 40seitige kleine Broschüre empfohlen, in dem viele Rezepte zum Erdapfel enthalten sind. Hier die Adressen: email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. , internet: www.odenwald.de. Telefon: 0 60 61 - 96 597-13

Und wer nur so in den naächsten 14 Tagen  im Odenwald unterwegs ist und die Gelbefahne an den Gasthöfen wehen sieht, der findet hier die Köstlichkeiten der Kartoffelwochen. Foto: Ralph Delhees