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Das königliche Gemüse sprießt früher denn je

Spargelsaison-Eröffnung mit Ministerin in Griesheim bei Darmstadt - Am 26. April ist bundesweiter Aktionstag „Grillen"           von Karl-Heinz Stier

08.04.17 || altaltSÜDHESSEN (07. April 2017) - Der Genießer des königlichen Gemüses kann sich in diesem Jahr freuen: Dank des milden Klimas hat die Erntemenge schon zu Beginn der Saison stark zugenommen. Und das hat freilich auch seine Auswirkungen auf den Preis. Wurden noch vor einer Woche für ein Kilo des südhessischen Produkts 17 bis 18 Euro verlangt, so kostet der Spargel an diesem Wochenende für die erste Sorte 10 bis 12 Euro und für die etwas krummen oder leicht gefärbten Stangen 8 bis 9 Euro

„Das ist ein moderater Preis, wie er zu Beginn der Spargelsaison selten vorkommt", beteuerte Rolf Meinhardt, der Vorsitzende des Arbeitskreises Spargel in Südhessen. Und über noch etwas dürfen sich die Verbraucher in diesem Jahr freuen: es wird ein langes Spargeljahr. Zwar lag der Erntebeginn mit durchschnittlich drei bis vier Tagen nicht viel früher als 2016, aber aufgrund der sonnenreichen Tage und den immer früheren und späteren Sorten und neuen Anbaumethoden können die edlen Sprossen länger verkostet werden.


Bei der Pressekonferenz von Gutes aus Hessen (v.l.n.r.:) Geschäftsführer Peter Klingmann, Rolf Meinhardt vom Arbeitskreis Spargel Südhessen, Landwirtschaftsministerin Priska Hinz, Spargelanbauer Bodo Mönich und die Spargelkönigin Meta die Erste
Rolf Meinhardt Arbeitskreis Südhessen, Ministerin Priska Hinz
In Hessen wurden im letzten Jahr 10420 Tonnen Spargel geerntet. Fotos:

Überhaupt war das Wetter heuer der Verbündete der Spargelanbauern. Seit dem 20. März, dem kalendarischen Frühlingsanfang, halten die warmen Temperaturen an und auch nachts kühlt es nur wenig ab. So lag die Dammtemperatur längerfristig bei 17-20 Grad, was eine ideale Wachstumstemperatur für den Spargel ist. „Wenn - wie in den vergangenen Tagen - der Boden warm bleibt und es wenig Niederschlag gibt, kann der Spargel mühelos wachsen, daher zeichnet er sich in diesem Jahr durch einen außerordentlich milden und zarten Geschmack aus", prophezeit Meinhardt. Man habe sich kurzfristig entschlossen, die für den 21. April geplante Spargelsaisoneröffnung auf jetzt vorzuziehen. „Aufgrund des guten Ernteaufkommens ist der Spargel-Genuss an Ostern gesichert".

Das kritische Dauerthema Folieneinsatz lässt Rolf Meinhardt nicht gelten. Die eingesetzten Spargelfolien seien nahrungsmittelecht, weil keine kritischen Stoffe in den Boden übergehen, der Unkrautwuchs sich verringere, der Ackerboden vor Winderosion und Austrocknung geschützt und nicht zuletzt die Spargelqualitäten verbessert werden, was am gleichmäßigem Wachstum und weniger Verfärbungen erkennbar sei.

Freilich ohne Saisonarbeitskräfte komme man nicht aus. Die etwa 50000 kommen aus Rumänien, Polen, Bulgarien und Kroatien und erhalten gemäß Tarifvertrag mindestens 8.60 Euro je Stunde, zusätzlich gibt es Prämien aufgrund des Leistungslohnes. Die Kritik der vergangenen Jahre am Mindestlohn wird kaum noch laut, bei Kontrollen durch den Zoll wurden so gut wie keine Verstöße festgestellt.
Außerdem seien Spargelanlagen im Vergleich zu anderen Kulturen kaum für eine Bodenverunreinigung verantwortlich - so Meinhardt weiter. „Heutzutage werden nur noch die Hälfte bis ein Drittel von dem gedüngt, was noch vor einer Generation auf einem Hektar Spargel an Dünger ausgebracht wurde. Die Spargelwurzeln halten den verbleibenden Stickstoff über Jahre im Boden fest".

Landwirtschaftsministerin Priska Hinz, die die 21. Spargelsaison auf dem Spargelhof der Familie Mönich in Griesheim bei Darmstadt - aus ihm kommt auch die Spargelkönigin Meta die Erste - eröffnete, vertrat die Auffassung, dass „nichts so gut wie der Spargel als Direktvermarkter-Gemüse geht, nicht zuletzt deshalb weil er saisonal gebunden ist". Zur Zeit bauen in Hessen 144 Betriebe auf rund 225 Hektar Fläche Spargel an. Im vergangenen Jahr seien sechs Betriebe und gut 100 Hektar Anbaufläche dazu gekommen. „Der sehr gute Zuspruch zum südhessischen Spargel hat angehalten". Und die Erntebilanz lag 2016 bei 10.420 Tonnen.

Noch ein Hinweis des MHG Gutes aus Hessen, der für die Eröffnung der Spargelsaison und die Verbreitung der landwirtschaftlichen Produkte unter der Qualitätsmarke „ Geprüfte Qualität - Hessen" zuständig ist: am 26. April, von zehn bis vierzehn Uhr, veranstaltet der Hessische Bauernverband mit seinen Untergliederungen einen bundesweiten Aktionstag „Grillen". Vor Beginn der Grillsaison will er daran erinnern, dass dies nur deshalb möglich ist, weil die Landwirtschaft hierfür die Grundlage biete. Es wird nicht nur leckeres Grillgut angeboten, sondern die Landwirte informieren auch über ihre Tierhaltung und Fütterung.