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Frühzeitiger Schutz für Kinder

Jugendhilfedezernentin berichtet über erste Erfahrungen mit dem Projekt Familien-Hebammen

19.01.09 || RHEINGAU-TAUNUS-KREIS (19. Januar 2009) - Babys und Kleinkinder frühzeitig vor Vernachlässigung zu bewahren und ihre Mütter gezielt zu unterstützen: Das sind die Ziele des Projektes "Aufsuchende Familienhilfen durch Familienhebammen", das Landrat Burkhard Albers zusammen mit der Jugendhilfedezernentin Monika Merkert im Rheingau-Taunus-Kreis initiiert hat, und das im Frühjahr 2008 im Kreis durch den Fachdienst Jugendhilfe gestartet wurde. Monika Merkert: "Ansatz ist, die soziale und gesundheitliche Betreuung von Müttern in schwierigen Lebenssituationen eng zu verknüpfen."

Das Familienhebammenprojekt wendet sich an werdende Eltern, aber vor allem an minderjährige Mütter sowie Frauen aus problematischen sozialen Verhältnissen. "Diese Mütter suchen in der Regel nicht aktiv Hilfe: Deshalb ist die aufsuchende Arbeit der Hebammen schon während der Schwangerschaft so wichtig", erläuterte die Jugendhilfedezernentin Monika Merkert. Nur durch ein solch niedrigschwelliges Angebot könne ein frühzeitiger, vertrauensvoller Kontakt zu den Frauen entstehen, der auch nach der Geburt des Kindes erhalten bleibe.

"Wichtig sei dabei vor allem die Verknüpfung von gesundheitlicher und sozialer Vorsorge zum Wohl von Kind und Mutter", ergänzt Landrat Albers. Mit dem Einsatz der Familienhebammen werde gefährdeten Säuglingen und Kleinkindern frühe Hilfe zuteil. Gleichzeitig stelle die Arbeit aber auch ein qualifiziertes Instrument zur Verbesserung des Kinderschutzes dar.

Oft ist die Familienhebamme als kontinuierliche Begleiterin von Mutter und Kind diejenige, die entscheidend dazu beiträgt, dass die Mutter/die Eltern überhaupt eine Beziehung zu dem Kind aufbauen, Sicherheit im Umgang mit ihrem Kind gewinnen und, wenn erforderlich, dafür Sorge tragen, dass die Eltern weitere Unterstützung vom Jugendamt erhalten.

Es ist gelungen in schwierigen Situation Sicherheit und Stabilität zu vermitteln

Eingesetzt werden im Rheingau-Taunus-Kreis für das Projekt drei staatlich geprüfte Hebammen mit unterschiedlicher Bezirkszuordnung, die sich für diese Aufgabe durch eine Zusatzausbildung besonders qualifiziert haben. Die Jugendhilfe hat die Familienhebammen seit dem Start des Projekts im März mit vier Fällen betraut. Der Kreis kann nun über erste Erfahrungen berichten: "Auf einer Fläche mit weitgehend ländlichen Räumen ist die Ausgangslage natürlich anders, als in der Stadt", so Monika Merkert. Den Hebammen ist es jeweils gelungen, den Familien durch ihre Betreuung in ihrer schwierigen Situation Sicherheit und Stabilität zu geben.

Die Erfahrungen aus der Praxis zeigen schon jetzt deutlich, dass das Modell greift und erfolgreich verläuft. "Es ist aber auch mit Anstrengungen verbunden, die bei allen Beteiligten viel Zeit und Engagement erfordern. Denn einfache und schnelle Lösungen gibt es nicht. Neue Formen der Zusammenarbeit aufzubauen, heißt auch alte Routinen zu verlassen und neue kreative Lösungen im Interesse der Kinder zu entwickeln", sagte Monika Merkert abschließend und bezeichnete das Projekt als einen Schritt in die richtige Richtung. (pirtk)