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„Notfälle in der Geriatrie“ – Der Hausarzt spielt eine große Rolle

19. Wiesbadener Geriatrie-Kolloquium: 250 Spezialisten diskutierten im Biebricher Schloss - Dr. Knauf: „ Der geriatrische Notfallpatient ist immer ein Patient mit besonders hohem Risiko"

23.11.12 || altWIESBADEN (22. November 2012) - Viel Anklang fand auch in diesem Jahr wieder das überaus facettenreiches Programm des 19. Wiesbadener Geriatrie-Kolloquium der Asklepios Paulinen Klinik (APK) am 10. November an dem rund 250 Besucher teilnahmen. Mediziner, Therapeuten, Seelsorger, Juristen und Pflegekräfte aus ganz Deutschland trafen sich im Biebricher Schloss, um sich über das Thema „Notfälle in der Geriatrie" zu informieren. Die hochkarätig besetzte Veranstaltung wurde gemeinsam mit dem Forum Demenz durchgeführt.. Das Kolloquium stand unter der Leitung von Chefarzt Dr. Wolfgang Knauf, Direktor des Zentrums für Internistische und Geriatrische Medizin (ZIGM), APK.

altChefarzt Dr. Wolfgang Knauf, Direktor des Zentrums für Internistische und Geriatrische Medizin (ZIGM), APK. Foto: Archiv RMT-Onlinemagazin

Ganz bewusst hatten Dr. Knauf und sein Team die Behandlung des Themas „Notfälle in der Geriatrie" sehr breit gestreut. So wurden bei den rund 20 Vorträgen nicht nur die rein medizinischen Erfordernisse behandelt. Neben den speziellen Anforderungen an Hausarzt und Rettungsdienst, Notaufnahme und stationäre Bereiche wurden auch die Sichtweiten des Seelsorgers, der Palliativ-Medizin, sozialpädagogische und juristische Implikationen überaus breit und heiß diskutiert.

Auf besonderes Interesse stieß der Beitrag der Ärztin Dr. Ingeborg Löwenthal. Sie berichtete aus eigener Erfahrung über die existentiellen Ängste als älterer Notfall-Patient im Krankenhaus. Dabei wurden auch die Sorgen und Nöte die Rückkehr in den eigenen Haushalt und den Alltag betreffend angesprochen.

Der Notfall in der Geriatrie und auf was geachtet werden sollte


„Der geriatrische Notfall ist im allgemeinen komplexer als der bei jungen Patienten. Grund dafür ist die Tatsache, dass alte Patienten häufig multimorbid sind, also an mehreren Erkrankungen leiden. Darüber hinaus erhalten die meisten älteren Patienten eine Vielzahl verschiedener Medikamente mit entsprechenden Risiken", sagt Dr. Knauf.

Eine wichtige Rolle bei der Versorgung von geriatrischen Notfall-Patienten spielt der Hausarzt, da er den Patienten mit all seinen Erkrankungen besonders gut kennt. In Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst kann so eine optimale Erstversorgung erfolgen. In der Notfallaufnahme der Klinik muss die Frage entschieden werden, wohin der Patient nach der Erstversorgung verlegt wird. Hier könnten Check-Listen hilfreich sein, die zurzeit diskutiert werden. Auch für die Bereiche der Neurologie, Hämatologie, Nephrologie, Anästhesiologie und Chirurgie gilt: der geriatrische Notfallpatient ist immer ein Patient mit besonders hohem Risiko, der spezieller Zuwendung bedarf.

Einen weiteren, nicht weniger bedeutsamen Blick richtet die Palliativmedizin auf den hochbetagten (Notfall-)Patienten. Hier steht nicht die Verlängerung der Lebenszeit um jeden Preis, sondern die Lebensqualität im Vordergrund der ärztlichen Bemühungen. Palliativmediziner müssen sich daher auch immer häufiger mit ethischen Fragen auseinandersetzten. Auch der Sozialarbeiter ist während und nach einem Klinikaufenthalt gefragt. Er kann bei der Vermittlung von ambulanter Pflege oder einem Heimplatz behilflich sein. Nicht zuletzt sind rechtliche Fragestellungen wie zum Beispiel „liegt eine Patientenverfügung vor?" oder „muss ein Vormund bestellt werden?" zu be-denken.

AGape Förderpreis wird erneut verliehen


Auf dem diesjährigen Kongress wurde zum zweiten Mal der mit 2.000 Euro dotierte AGape Förderpreis verliehen. Damit werden Personen oder Institutionen ausgezeichnet, die sich durch die kreative Umsetzung von Projekten aus dem Bereich der Alter(n)smedizin hervorgetan haben.

Der 2005 gegründete gemeinnützige Verein AGape hat sich zur Aufgabe gemacht, die Al-ter(n)smedizin in Wiesbaden und dem Umland zu fördern. Dabei wird besonderen Wert auf die Optimierung des Behandlungs- und Versorgungsangebotes für alte Menschen im alltäglichen Leben gelegt. AGape steht für Alter(n)smedizin Geriatrie - aktivieren-pflegen-erhalten. (de/jp/lm/prpro/wokn)