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Alterstraumatologische Zentrum an der Asklepios Paulinen Klinik zertifiziert

Fast jeder zweite 80-jährige stürzt wenigstens einmal pro Jahr - Neuer Ärztlicher Direktor

15.03.15 || altWIESBADEN (15. März 2015) - An der Asklepios Paulinen Klinik (APK) wurde bereits Anfang des Jahres das erste und einzige Alterstraumatologische Zentrum (ATZ) Wiesbadens zertifiziert. Es hat sich auf die interdisziplinäre Behandlung von verunfallten betagten Patienten spezialisiert. Zehn Betten stehen nun im ATZ für geriatrische Patienten zur Verfügung. Hier werden die Betroffenen zunächst nach einem Sturz akut von einem Unfallchirurgen versorgt, um dann später von einem Geriater weiterbehandelt zu werden. Dies alles geschieht, ohne dass der Patient auf eine andere Station verlegt werden muss. Auch die Bereiche Anästhesie und Radiologie sind in das neue Versorgungskonzept integriert. Zertifiziert wurde das neue Zentrum jetzt von einer unabhängigen Zertifizierungsgesellschaft nach den Vorgaben des Bundesverbandes Geriatrie.

Rund ein Drittel aller über 65-jährigen und 40 Prozent der über 80-jährigen stürzen wenigstens einmal pro Jahr. Etwa zehn Prozent erleiden dabei einen Knochenbruch mit zum Teil fatalen Folgen. Für eine optimale Versorgung nach einem Sturz sorgt jetzt das neue Alterstraumatologische Zentrum der APK. Schon bei der Einlieferung in die Klinik ist neben dem Orthopäden, der den Bruch akut versorgt, ein Geriater mit dabei. Auch Anästhesisten und Radiologen sind von Anfang an in das spezielle Therapiekonzept eingebunden. Durch regelmäßige gemeinsam stattfindende Visiten sind alle beteiligten Ärzte immer auf dem gleichen Wissenstand. Hat sich der akute Zustand des Patienten verbessert, übernimmt der Geriater die weitere Behandlung.

Dabei verbleibt der Patient immer auf der gleichen Station. Auch das Pflegeteam wechselt nicht. So ist durchgehend Kontinuität in der Behandlung gegeben. Die hochqualifizierten, geriatrischen Pflegefachkräfte sind auch speziell im Bereich der unfallchirurgischen Versorgung geschult. Wie die Mediziner wird das pflegerische Fachpersonal permanent weitergebildet, um immer auf dem aktuellen Stand der Forschung zu sein.

Neben der weiteren rein medizinischen Betreuung wird auch der Frage nachgegangen, warum der Patient gestürzt ist. Dabei haben sich Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die Einnahme bestimmter Medikamente, sowie Stolperfallen in Wohnung und Treppenhaus als die häufigsten Ursachen für Stürze herausgestellt.

Risikofaktoren für Stürzte reduzieren


Bereits in der Klinik wird so früh wie möglich mit Krankengymnastik begonnen. So wird dem schnell einsetzenden Muskelschwund entgegengewirkt. Ein zusätzliches Muskelaufbau-Training hilft die Knochen zu stärken, sowie Ausdauer und Gleichgewichtssinn zu trainieren. Auch noch in der Klinik erfolgt die optimale medikamentöse Einstellung des Patienten, um so zum Beispiel Schwindelattacken in Folge von zu hohem oder zu niedrigem Blutdruck zu vermeiden. Gemeinsam mit dem Sozialdienst der Klinik und dem Hausarzt versuchen die Geriater, den Patienten nach der Entlassung aktiv bei der Prävention von Stürzen zu unterstützen. So bietet die Klinik zum Beispiel spezielle Sturzpräventionskurse an.

Führungswechsel: Dr. Wolfgang Knauf übergab das Amt an seinen bisherigen Stellvertreter Dr. Klaus Schulz


Nach 17 Jahren übergab kürzlich Dr. Wolfgang Knauf, Direktor des Zentrums für Internistische und Geriatrische Medizin (ZIGM), das Amt des Ärztlichen Direktors an seinen Kollegen Dr. Klaus Schulz. Der Chefarzt der Anästhesie und Intensivmedizin war bisher stellvertretender Ärztlicher Direktor. Der Ärztliche Direktor einer Klinik wird für eine Amtszeit von drei Jahren vom Chefärztlichen Kollegium gewählt und vertritt die Klinik in medizinischen Belangen nach innen und außen.

Die Fotos zeigen Dr. Wolfgang Knauf, Direktor des Zentrums für Internistische und Geriatrische Medizin und Dr. Klaus Schulz, Chefarzt der Anästhesie und Intensivmedizin, beide Asklepios Paulinen Klinik. Fotos: prpro/apk

Dr. Klaus Schulz ist seit 1. Januar 2004 Chefarzt der Anästhesie und Intensivmedizin an der APK. Er legt großen Wert auf die individuelle Behandlung seiner Patienten. Unter seiner Leitung hat die APK bereits 2007 als erste Klinik im Rhein-Main-Gebiet ein neues Schmerzmanagement-System etabliert und es vom TÜV Rheinland zertifizieren lassen. Ebenso haben Dr. Schulz und sein Team frühzeitig mit der Einführung der sogenannten „therapeutischen Hypothermie" begonnen und konnten damit die Überlebensrate und das Outcome von Notfall-Patienten nach Herz-Kreislaufstillstand signifikant steigern. Maßgeblich war Dr. Schulz an der Projektierung und Gestaltung der neuen Zentralen Operationseinheit beteiligt. Innerhalb des Asklepios-Konzernes wurde er bereits zweimal mit seinem Team mit dem begehrten Asklepios-Award gewürdigt.

Der Internist und Geriater Dr. Wolfgang Knauf ist seit 1993 in der APK tätig und leitet die geriatrische Fachabteilung seit ihrem Bestehen. Bei der Behandlung seiner betagten Patienten ist ihm besonders die multiprofessionelle teamorientierte Behandlung wichtig - ein Kennzeichen moderner Alter(n)smedizin. Unter anderem ist unter seiner Leitung das interdisziplinäre Sturzzentrum gegründet worden und ein weiteres Markenzeichen der geriatrischen Abteilung ist die Memory-Klinik, die in diesem Jahr ihren 15ten Geburtstag feiert. In diesem Bereich geht es um die detaillierte Abklärung von Gedächtnisstörungen und um die Frage, ob zum Beispiel eine beginnende Alzheimer-Erkrankung vorliegt.

Mit 17 Dienstjahren ist Dr. Knauf der dienstälteste Ärztliche Direktor unter Wiesbadens Klinik-Chefs. Über die Wahl von Dr. Schulz als neuen Ärztlichen Direktor der APK haben wir uns alle sehr gefreut. Mit ihm steht jetzt ebenfalls ein erfahrener Mediziner an der Spitze des Chefarztgremiums", sagt Dr. Ulrich Schulze, Geschäftsführer der APK. (jp/prpro/apk)