Banner
 

RheinMainTaunus

OnlineMagazin

LifestyleReise › Deutsche sind trotz Finanzkrise Reiseweltmeister

Deutsche sind trotz Finanzkrise Reiseweltmeister

Reiseklima spürbar eingetrübt - Spanien, Österreich und Italien bleiben beliebteste Ziele - USA und Nahziele gefragt

24.01.09 || FRANKFURT (24. Januar 2009) - Ungeachtet der internationalen Finanzkrise sind die Reiseausgaben der Deutschen im Ausland im vergangenen Jahr um rund 1,5 Prozent auf den Rekordwert von 61,5 Milliarden (Mrd.) Euro gestiegen. Allerdings hat sich die Zuwachsrate im Vergleich zum Vorjahr halbiert.

Deutschland konnte damit seinen Titel des Reiseweltmeisters erfolgreich verteidigen, schreiben die Volkswirte der Dresdner Bank in ihrer auf der Touristikmesse CMT (Internationale Ausstellung für Caravan, Motor, Touristik) in Stuttgart vorgestellten Reisestudie. „Das Reisen hat bei den Deutschen weiterhin einen hohen Stellenwert", heißt es bei der Dresdner Bank.

Weltweite Reiseausgaben schwächen sich im Jahresverlauf ab

Die internationale Reisebranche erzielte mit etwa 920 Millionen Gästeankünften 2008 ebenfalls ein neues Rekordergebnis. Dies war jedoch nur dem guten Jahresauftakt zu verdanken. „In den ersten fünf Monaten lag das Plus noch bei 6 %, in den Sommermonaten schwächte es sich dann auf unter 2 % ab und in den letzten Monaten des Jahres dürfte die Zahl der Reisenden im Vorjahresvergleich dann gesunken sein", erklärte Hans-Peter Muntzke, Tourismusexperte der Dresdner Bank. Insbesondere Reisen nach Asien und Europa litten unter der Abschwächung, während der Reiseverkehr in die Vereinigten Staaten bedingt durch den schwachen US-Dollar noch vergleichsweise glimpflich davon kam.

Spanien, Österreich und Italien bleiben beliebteste Reiseziele

Aufgrund hoher Benzinpreise und der Kerosinzuschläge der Fluggesellschaften besonders in der Hauptreisezeit im Sommer wurde der Urlaub in Deutschland im vergangenen Jahr wieder beliebter. Neben dem Urlaub in Deutschland gewannen 2008 Holland, Österreich und die Schweiz - bezogen auf die Reiseausgaben - Marktanteile hinzu. Italien und Frankreich verloren hingegen. Bei den Flugreisen konnten auf der Mittelstrecke wie schon im Jahr zuvor Ägypten und die Türkei punkten. Klarer Gewinner auf der Langstrecke waren die USA. „Hier dürfte die Gesamtzahl deutscher Gäste um 15 % zugelegt haben", sagte Muntzke. Die beliebtesten Reiseziele der Deutschen blieben auch im Jahr 2008 Spanien, Österreich und Italien.

Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise hat auch beim heimischen Tourismus ihre Spuren hinterlassen. Insgesamt dürften die deutschen Reiseeinnahmen 2008 nur noch um rund 1 % (das langjährige Durchschnittswachstum liegt bei 5 %) auf gut 26,5 Mrd. Euro zugenommen haben. Damit rangiert Deutschland auf dem siebten Platz der weltweit beliebtesten Reiseziele. Haupteinnahmequellen des deutschen Tourismus waren 2008 einmal mehr die Nachbarländer. Angeführt wird die Rangliste von Holland, der Schweiz und Frankreich. Sehr stark an Bedeutung gewannen die ost- und mitteleuropäischen Nachbarländer wie Polen oder Tschechien, hier spielten vor allem Einkaufsfahrten eine große Rolle. In den letzten Monaten des Jahres reduzierten insbesondere die Geschäftsreisenden ihre Ausgaben. „Deutschland zieht seine Bedeutung als Reiseziel aber gerade aus seiner Wirtschaftskraft - rund 30 % aller ausländischen Ankünfte haben einen geschäftlichen Hintergrund, ein doppelt so hoher Anteil wie im europäischen Durchschnitt", so Muntzke.

Noch keine Flaute in der Touristikbranche

Die deutschen Reiseveranstalter erzielten im Touristikjahr 2008 ein Umsatzwachstum von rund 5 % auf gut 21 Mrd. Euro. Dies war allerdings nur preis- und wertgetrieben, die Zahl der Urlaubsreisenden selbst stagnierte. Zulegen konnte einmal mehr der Kreuzfahrtbereich. Weiter im Trend lagen Wellness- und Gesundheitsreisen sowie Städte­touren. Spezialreiseveranstalter und Studienreiseanbieter legten ebenso überdurchschnittlich zu. Selbst die Reisebüros, die durch wachsende Internetbuchungen unverändert unter Druck stehen, erzielten ein Umsatzplus von 2 %.

Reiseverkehr 2009 im Rückwärtsgang

Für das laufende Jahr erwartet die Dresdner Bank aufgrund der Rezession in Deutschland einen Rückgang der Reiseausgaben von über 1 % auf rund 60,5 Mrd. Euro. „2009 könnte ein Spätbucherjahr werden, weil sich die Kunden in Krisenzeiten erst einmal über ihre eigene aktuelle wirtschaftliche Lage sicher sein wollen", erklärte Muntzke. Bei den Urlaubsreisen wird die Zweit- oder Drittreise dem Rotstift zum Opfer fallen, der Haupturlaub steht eher nicht zur Disposition. Generell dürften Fernziele an Bedeutung verlieren und nah gelegene Reiseziele profitieren.

Bei den Einnahmen aus dem Deutschlandbesuch ausländischer Reisender prognostiziert Muntzke einen Rückgang um 2 % auf unter 26 Mrd. Euro. Die weltweite Wirtschaftskrise wird sich bei dem für den deutschen Tourismus so wichtigen Geschäftsreisesegment deutlich bemerkbar machen. (pdreba)