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Es geht ihm an den Kragen wenn es heißt: „Fuchs, Du hast die Gans gestohlen!“

Jäger blasen zur Fuchsjagd in Hessen - Auch Wölfe sind wieder in Nordhessen unterwegs von Karl-Heinz Stier und Ralph Delhees

15.08.17 || altWIESBADEN (14. August 2017) - Seit 1. April 2016 gilt eine neue Jagdverordnung, die von der Hessischen Umweltministerin Priska Hinz (Bündnis 90/Grüne) erlassen wurde. Die Jagd auf den Fuchs wird nun erst am 15. August beginnen und durch die späte Jagd wird der Lebensraum für viele andere Tierarten immer kleiner. „Hasen, aber auch viele bodenbrütende Arten, wie Rebhuhn, Kiebitz und Feldlerche benötigen dringend Schutz vor dem Fuchs, während sie ihr Gelege ausbrüten und ihre Küken großziehen", sagt Prof. Dr. Jürgen Ellenberger, Präsident des Landesjagdverbandes Hessen. „Die hessischen Jägerinnen und Jäger können ihren gesetzlichen Hegeauftrag nicht mehr erfüllen, da uns durch die neue Jagdverordnung die Hände gebunden sind und wir den Jungfuchs erst ab dem 15. August bejagen dürfen."

altFüchse haben ein Tier gerissen. Foto: KauerMross/DJV

Für viele Tierarten, die in der offenen Landschaft leben, wird der Lebensraum immer knapper. Sie sind Fressfeinden wie dem Fuchs hilflos ausgeliefert.

Andreas Mohr ist Gründer des ersten Rebhuhn-Hegeringes in Hessen und konnte bei einem eigenen Versuch in der Wetterau das Ergebnis einer Göttinger Forschungsgruppe bestätigen. Auch bei ihm wurden 75 % der Gelege gefressen. „Wenn nur 25 % der Rebhühner den Fressfeinden entkommen, brauchen wir uns über den teilweise bedrohlichen Zustand unserer Feldvogelbesätze nicht zu wundern."

„Jungfüchse zu bejagen, ist kein Vergnügen, aber angesichts der Fleischmengen von 300 bis 500 Gramm, die ein Fuchs täglich zu sich nimmt, brauchen gerade die Bodenbrüter in den ausgeräumten Feldern eine spürbare und frühe Entlastung vor dem hungrigen Raubwild. Deshalb ist für uns Jäger auch der Fang mit zertifizierten und tierschutzgerechten Fallen ein höchst effektives Mittel", so Mohr weiter.

Dr. Astrid Sutor ist Referentin für Jagd- und Forstwirtschaft beim Deutschen Jagdverband (DJV) und weiß: „Vor Einführung der Tollwutimmunisierung lebten durchschnittlich auf 100 ha ein Fuchs und ein Marder - heute suchen auf der gleichen Fläche zwei bis drei Füchse, Stein- und Baummarder, Iltis und in vielen Regionen auch noch der Waschbär nach Nahrung. Insgesamt gesehen, hat die Dichte der Raubsäuger deutlich zugenommen." Eine Fuchsfähe bringt im Durchschnitt etwa fünf Welpen zur Welt, in der heutigen Kulturlandschaft werden alle satt und die meisten Jungtiere überleben, falls sie nicht an Krankheiten sterben, überfahren oder erlegt werden. Die Jungfüchse besiedeln zwar nach kurzer Zeit schon eigene Reviere, doch durch die optimale Nahrungsversorgung in der Kulturlandschaft können hohe Populationsdichten erreicht werden.

Mögliche Wolfssichtung im nordhessischen Reinhardswald


Anfang des Monats haben Hessische Forstbeamte und Jäger haben im Südteil des Reinhardswaldes zwischen Holzhausen, Gahrenberg, Hann. Münden und Wilhelmshausen ein frei laufendes wolfsähnliches Tier in der Größe eines Schäferhundes gesichtet und mehrere Fotos wurden mit einer Handykamera aufgenommen. Wegen Unschärfe sind diese allerdings nicht verwertbar. Von der Naturschutzverwaltung eingeschaltete Wolfssachverständige konnten lediglich bestätigen, dass es sich möglicherweise um einen Wolf gehandelt haben könnte. Es bleibt abzuwarten, ob weitere Hinweise gefunden werden.

altBildfolge mit einer Handykamera, hier stellt sich die Frage Wolf oder kein Wolf! Fotos (3): © Forstamt Reinhardshagen/Collage Ralph Delhees

Das Umweltministerium bittet Schaf- und Ziegenhaltervorsorglich, ihre Zäune zu kontrollieren und insbesondere bei Elektrozäunen auf die Stromspannung zu achten, da auch von frei laufenden großen Hunden eine Gefahr ausgehen kann.

Etwaige weitere Sichtbeobachtungen und dies gilt nicht nur für den Wolf sondern auch für den Fuchs werden per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. erbeten, möglichst mit Foto, auch von Handykameras. Eine konkrete Gefahr für Spaziergänger im Reinhardswald ist nicht gegeben, trotzdem sollten Hunde in der nächsten Zeit nur angeleint geführt werden. Bei einem unwahrscheinlichen Kontakt reicht meist ein lautes Rufen aus, um einen Wolf zu vertreiben. Auf keinen Fall sollte man versuchen, einen Wolf anzulocken oder gar zu füttern. Weitere Verhaltenshinweise finden sie auf der Seite umwelt.hessen.de/wolf im Internet. Nach Kenntnis des Umweltministeriums lebte zuletzt zwischen 2006 und 2011 ein Wolf im Reinhardswald.