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Kalusho und Tsororo wurden vom OB gefüttert

Die Nashörner sind die Stars im Frankfurter Zoo - Traditionellen Zootage am Wochenende           von Karl-Heinz Stier

23.09.15 || altFRANKFURT (23. September 2015) - Gestern war der Welt-Nashorn-Tag und da waren sich der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann und Kulturdezernent Prof. Felix Semmelroth nicht zu schade, die beiden Spitzmaulnashörner Kalusho und Tsororo im Frankfurter Zoo, die einzigen ihrer Art in Europa, nicht nur zu besuchen sondern sie auch zu füttern. Für den Zoo der Mainmetropole sind beide Naturschutzbotschafter von Zoo und Zoologischer Gesellschaft und stehen während der traditionellen Zootage am 26. und 27. September ganz im Zeichen des Artenschutzes, denn weltweit machen derzeit Organisationen auf die Gefährdung der fünf Nashornarten aufmerksam.

Wie dramatisch die Situation der Nashörner im Freiland ist, hat Südafrika aktuell gemeldet. Bereits in den ersten Monaten dieses Jahres wurden mehr Nashörner geschossen als im gleichen Zeitraum 2014. 749 Tiere verloren 2015 ihr Leben durch Wilderei, 716 im gleichen Zeitraum des Vorjahres. „Damit sind die Abschussraten auf ein Rekord-Hoch gestiegen", so Zoodirektor Prof. Manfred Niekisch.

Kalusho und Tsororo , beide 29 Jahre alt, haben in Frankfurt drei Kinder zur Welt gebracht, die in Afrika ausgewildert wurden. Zwei davon sind gestorben, vom dritten hat sich mehrfach Nachwuchs eingestellt. Die Kinder der Nashörner leben nicht solitär, sondern sind oft 5 bis 6 Jahre bei ihrer Mutter. In der Gefangenschaft werden sie bis zu 40 Jahre alt, in der Natur erreichen sie in der Regel ein Lebensalter von 25 Jahren. Eigentlich sind sie Pflanzenfresser und erfreuen sich in der Wildnis an Akazienzweigen, wobei sie vorsichtig das Laub um die Stacheln mit der Zunge herausziehen. Im Zoo leben sie von Birkenzweigen und Äpfelchen. Im Gegensatz zur Art der Breitmaulnashörner, die eher „Landschaftspfleger" sind, gerieren sich die „Spitzmäuler" meist als Einzelgänger. Ihre Bestände in der Natur sind um 90 Prozent, oft durch Wilderei, reduziert worden. Deshalb sei es wichtig- so die Frankfurter Zooverantwortlichen - , dass Artenschutz, Klimaschutz und Naturschutz zusammengehören.

Der Zoo und die Zoologische Gesellschaft setzen sich seit sieben Jahren, als der Frankfurter Zoo zu einem Artenzoo wurde, intensiv für den Schutz der Artenvielfalt ein. Der Wissensvermittlung und Aufklärung, wie sie nur ein Zoo leisten kann, kommt daher hier eine bedeutende Rolle zu. „ Der Zoo Frankfurt ist weit mehr als ein Freizeit -und Erholungsort. Er ist ein Ort der Wissenschaft. Was der Zoo und seine 166 Mitarbeiter alles bieten, das zeigen die Zootage auf eindrucksvolle Weise" sagt Frankfurts OB Peter Feldmann.

So werden am 26. und 27.September zum Beispiel Führungen zu den Brillenbären und Brüllaffen angeboten (jeweils 11 Uhr und 15.30 Uhr). Bei der Fütterung der Mähnenwölfe (15 Uhr) und Raubkatzen (16 Uhr) können die Besucher ebenso dabei sein, wie bei der Fütterung der Kamele (14 Uhr) oder Robben (11 Uhr und 15.30 Uhr). Das Frankfurter Hauptzollamt befasst sich mit dem lukrativen Schmuggelgeschäft bedrohter Arten, der BUND hat ein Mal- und Bastelstand zum Thema Wildkatzen und Schmetterlinge und die Auszubildenden geben Informationen zum/zur Tierpfleger/in. Insgesamt 85 Tierpflegerinnen und Tierpfleger kümmern sich im Frankfurter Zoo um mehr als 4500 Tiere von rund 500 Arten. So ist Frankfurt z.B. für seine Bonobo-Zucht weltbekannt. 1962 gelang ihm die Welt-Erst-Zucht.

Die Zootage locken jedes Jahr mehrere Tausend Besucher an. An beiden Zootagen sind Pforten von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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