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Rosentreter: „Mit ‚Oberursel unter der Lupe‘ beschreiten wir einen sehr erfolgreichen Weg in der Freiraumgestaltung“

„Freiluftwohnzimmer" ist Preisträger beim Wettbewerb „ZUSAMMEN GEBAUT für Kinder und Jugendliche"

28.12.11 || altOBERURSEL (28. Dezember 2011) - Im Juli 2010 hieß es für 50 Oberurseler Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums „Ärmel hochkrempeln" bei der Bauaktion für das „Freiluftwohnzimmer" an der U-Bahn-Haltestelle „Altstadt", die den erfolgreichen Abschluss eines der Projekte aus „Oberursel unter der Lupe" bildete. Jetzt wurde das Freiluftwohnzimmer im Rahmen des landesweiten Wettbewerbes „ZUSAMMEN GEBAUT für Kinder und Jugendliche" der Landesinitiative „Baukultur in Hessen" ausgezeichnet.

altAm 21. Dezember 2011 hatten Vertreterinnen der Stadt und des Gymnasiums Oberursel die Auszeichnung von Prof. Dr. Luise Hölscher, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium der Finanzen, bei der Preisverleihung im Museum Wiesbaden die Urkunde und das Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro entgegengenommen. Erster Stadtrat Dieter Rosentreter: „Wir freuen uns sehr, dass sich das Freiluftwohnzimmer gegen die starke Konkurrenz durchsetzen konnte und wir mit dieser Idee in Wiesbaden punkten konnten. Mit „Oberursel unter der Lupe" beschreiten wir einen sehr erfolgreichen Weg in der Freiraumgestaltung, da wir die zukünftigen Nutzer in den Planungsprozess von Beginn an einbeziehen. Die Wünsche und Vorstellungen der Kinder und Jugendlichen werden erfasst und - soweit realisierbar - in die Praxis umgesetzt. Verbunden damit ist eine sehr hohe Akzeptanz in der späteren Nutzung. Mein herzlicher Dank an alle, die zur Umsetzung dieses Projektes und damit auch zum Erfolg bei diesem Wettbewerb beigetragen haben!"

Das Freiluftwohnzimmer wurde für sein innovatives Konzept, für die vorbildliche Idee im Rahmen der „Baukultur in Hessen" sowie für das erfolgreiche Zusammenwirken alle Beteiligten ausgezeichnet.

Bereits zum zweiten Mal zeichnete die Landesnitiative „Baukultur in Hessen" kooperative Projekte und Konzepte aus, im Mittelpunkt standen in diesem Jahr beispielhafte und innovative Bau- und Planungsorhaben für die Lebens- und Lernumgebung von Kindern und Jugendlichen.

Eingereicht wurden 72 Beiträge aus Hessen, darunter 34 Freiraumprojekte. Insgesamt waren 20.000 Euro an Preisgeldern verliehen worden. Das Preisgeld wird auf sechs Auszeichnungen, vier Anerkennungen und 16 weitere Projekte verteilt:

altDie glücklichen Gewinner der Auszeichnungen und Anerkennungen im landesweiten Wettbewerb ZUSAMMEN GEBAUT bei der Preisverleihung am 21. Dezember 2011 im Museum Wiesbaden. Foto - Quelle: Baukultur-Hessen.de

Sechs Preisträger werden mit je 2.000 Euro ausgezeichnet:


* Behindertengerechter Schulhof Astrid-Lindgren-Schule, Limburg
* Quartiersspielplatz Blücherschule, Wiesbaden
* Jugend-Spielplatz Freiluftwohnzimmer, Oberursel
* KiTa auf dem LuO Campus, Darmstadt
* Neues Gymnasium, Rüsselsheim
* Schülerforschungszentrum Nordhessen, Kassel

Folgende vier Projekte erhalten eine Anerkennung in Höhe von je 1.000 Euro:

* Spielplatz Marburg (Thema Paris)
* Spielhäuser Hofgut Oberfeld, Darmstadt
* Werkstatt- und Laborgebäude, Buseck
* Krabbelstube Schmuddelkinder, Darmstadt

Und weitere 16 Projekte, die die zweite Wettbewerbsrunde erreicht haben, erhalten eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 250 Euro.

„Ich bin beeindruckt von dem besonderen Engagement in den Kindergärten, Schulen, Horten und den vielen Kinder- und Jugendeinrichtungen in Hessen, die eine qualitätvolle Gestaltung mit Ihren pädagogischen Ideen verbinden. Die Wettbewerbsbeiträge zeigen, welcher Mehrwert entsteht, wenn die Mitsprache der Nutzer ermöglicht wird. Dies kann beispielgebend für andere Projekte sein", sagte Hölscher.

Oberursel unter der Lupe


Im Rahmen von „Oberursel unter der Lupe" hatten Kinder und Jugendliche während ihrer „Streifzüge" durch die verschiedenen Stadtteile die Lebensräume auf Kinder- und Jugendfreundlichkeit untersucht. Die Wünsche der Beteiligten wurden festgehalten und werden bei anschließenden Bau- oder Umgestaltungsmaßnahmen berücksichtigt. Beim Beteiligungsprojekt „Oberursel unter der Lupe" geht es um die Frage, wie kinder- und jugendfreundlich Bolz- und Spielplätze, Parkanlagen und Plätze im Stadtgebiet sind und wie ausgewogen diese Flächen im Stadtgebiet verteilt liegen. Ziel des Projekts ist es aber auch, Grünbereiche und Orte mit guter Aufenthaltsqualität zu erhalten.

Bei den Streifzügen hatte sich herausgestellt, dass neben einem hohen Bedarf an Spielmöglichkeiten östlich der Berliner Straße vor allem ein deutliches Defizit an Begegnungsflächen für Jugendliche vorhanden war. Als Fläche für Jugendliche hatte sich der Bereich rund um die U-Bahn-Haltestelle „Altstadt" angeboten.

Zur Umgestaltung der 800 m² großen Wiesenfläche hatte ein Workshop mit Jugendlichen in Kooperation mit dem café portstraße stattgefunden. An drei Terminen wurden alle Ideen gesammelt und diese anschließend vom Landschaftsarchitekturbüro Burg-hammer in einem Bauplanentwurf verarbeitet. Vereinbart wurde hierbei, dass sich die Gestaltung der Möblierung an der Stadtparkplanung orientieren sollte.

Während der Bauaktion war das „Freiluftwohnzimmer" entstanden, hierbei handelt es sich um einen 9,50 m x 9,50 m großen offenen Raum in Form eines 25 cm hohen Holzpodestes, das sich als offener Winkel zum café portstraße auf der anderen Straßenseite hinwendet und damit einen Brücken¬schlag zu den Freibereichen vor dem Café ermöglicht.

Die vier Räume auf dem Podest werden durch unterschiedliche Nutzungseinheiten wie „Speaking Corner", Picknickwürfel, Liegewürfel und einen Freiraum mit Holzstelen gebildet. Ergänzt werden können diese durch Slackline-Seile. Die Möblierung der Podeste erfolgte durch einfache, fest montierte Aufbauten, die den unterschiedlichen Bedürfnissen angepasst sind.

Durch mobile Einrichtungen aus dem café portstrasse (z. B. Bücherkisten oder Spiele) kann das Freiluftwohnzimmer ebenso genutzt werden und es wird eine enge Verbindung der Fläche zu den Angeboten im café portstrasse hergestellt. (dr/nk/stobu)

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