Banner
 

RheinMainTaunus

OnlineMagazin

RegionalHoch Taunus Kreis › Petra Roth: „Die Globalisierung braucht ihre Räume im Hinblick auf Akzeptanz einer aufgeklärten Bevölkerung"

Petra Roth: „Die Globalisierung braucht ihre Räume im Hinblick auf Akzeptanz einer aufgeklärten Bevölkerung"

Neujahrsempfang der Kur- und Kreisstadt Bad Homburg im Kurhaus - Stadtverordnetenvorsteher Fritzel trug zu ernsten und erheiternden Ausführungen bei           von Iris und Gert Schmidt

24.01.15 || altBAD HOMBURG (23. Januar 2015) - Herzlich willkommen hieß der Stadtverordnetenvorsteher Holger Fritzel die geladenen Gäste, der lokalen und internationalen Prominenz aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft sowie Mitglieder des Corps Diplomatique, Vertreter der Partnerstädte und der Medien. Er gab in seiner Rede einen ausführlichen Rück- und Ausblick über die in der Kurstadt im letzten Jahr stattgefundenen Aktivitäten, sich noch in der Verwirklichung befindenden Projekte und geplanten Neuerungen zum Wohle der Stadt. Er lobte das bürgerschaftliche Engagement, ohne dessen stetigen Einsatz vieles nicht hätte realisiert werden können. Seine ernsten und teils humorvollen Ausführungen trugen zur Erheiterung der Festgäste bei, z.B. seine Kritik an den Flächen des seiner Meinung nach zur schleppenden Sanierung des Bahnhofsgeländes der Stadt, die er als "südsibirischen" Zustand bezeichnet hatte. Als er dann nach und nach Fotos von Bahnanlagen aus Südsibirien erhielt, hat er doch entschuldigend festzustellen müssen, in welchem erstklassigen Zustand sich diese im Gegensatz zu den Anlagen der Kurstadt befinden!

altHappy Birthday! Oberbürgermeister Michael Korwisi (li.)gratuliert zu Beginn des Empfangs Holger Fritzel zu seinem gleichzeitigen Ehrentag

Die Festrednerin, Dr. h.c. Petra Roth, ehemalige Oberbürgermeisterin von Frankfurt, fand sehr treffende Worte zur derzeitigen globalen Lage im In- und Ausland. "Im Grundgesetz steht: Die Würde des Menschen, nicht nur des Deutschen, ist unantastbar. Wir müssen lernen zu verstehen, in welcher Würde der Fremde mit seinem Glaubensbekenntnis umgeht. Das ist keine Einbahnstraße, denn auch ich will meine protestantische Lebensform respektiert sehen. Wir müssen einsehen, dass das Leben in einer friedlichen Welt uns nicht so einfach in den Schoß fällt und Politiker nicht ausschließlich dafür da sind, Bürgern nur ein angenehmes Leben zu servieren. Freiheitliche Werte und streitbares Eintreten für die Demokratie gilt es im Rahmen des Grundverständnisses eines liberalen Rechtstaats zu verteidigen. Die seit Jahren fortschreitende Globalisierung braucht ihre Räume im Hinblick auf Akzeptanz einer aufgeklärten Bevölkerung. Um Konflikte, die bereits grenzüberschreitend weltweit wahrgenommen werden müssen, friedlich lösen zu können, bedarf es gemeinsamen Engagements führender Politiker, die nicht nur miteinander reden, sondern voneinander lernen und als Konsequenz überzeugend zusammen Krisen bewältigen."

altDr. h.c. Petra Roth, Festrednerin und Autorin

Frau Roth richtete ihren Appell auch an die anwesenden jugendlichen Mitglieder des Orchesters des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums Bad Homburg, stets wachsam zu sein und sich engagiert für den Frieden und die demokratischen Grundrechte einzusetzen. Wichtig ist Offenheit anderen Kulturen gegenüber, um gegenseitiges Verständnis zu entwickeln. In diesem Zusammenhang erwähnte sie als Beispiel auch den "Rat der Religionen" in Frankfurt, in dem über 20 verschiedene Glaubensrichtungen einmütig mit Respekt und Toleranz voreinander zusammengefunden haben, um gemeinsam für das Recht und das Zusammenleben der Bürger der Stadt einzutreten und zu wirken, auch im Hinblick auf den Bildungsauftrag für die jeweilige Gemeinde, leben doch in Frankfurt bereits nahezu 200 Nationen. Insgesamt gesehen setzte sich die ehemalige beliebte Frankfurter Oberbürgermeisterin für Freiheit, wehrhafte Demokratie, Recht und Frieden unter den Völkern sowie internationalen Kulturaustausch in ihrer Rede ein. (Eigentlich ist sie doch prädestiniert als UNO-Botschafterin!)

Dirigent Lars Keitel freut sich über sein Jugendorchester des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums Bad Homburg

Unter großem Beifall begleitete das schon als professionell auftretende Jugendorchester des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums Bad Homburg die Veranstaltung mit Werken von Georg Friedrich Händel unter der Leitung des bekannten Friedrichsdorfers Lars Keitel.

Oberbürgermeister Michael Korwisi, Dr. h.c. Petra Roth, Sonderbotschafter und Prinzessin Natalia I, Stadtverordnetenvorsteher Holger Fritzel. Fotos (4) Iris Schmidt

Die Bad Homburger Tollitäten, die charmante Prinzessin Natalia I. in Begleitung ihres eleganten Hofstaats stand beim anschließenden Empfang im Blitzlichtgewitter und stieß ebenfalls mit den Gästen auf ein erfolgreiches gesundes gutes Jahr 2015 an. Gesprächsstoff über aktuelles, globales problematisches Zeitgeschehen nach den gerade gehörten Reden war reichlich gegeben in angenehmer Atmosphäre des Kurhauses. Es wurden offensichtlich viele persönliche gute Wünsche ausgetauscht, in der Hoffnung auf eine aussichtsreiche positive friedliche Zukunft.

Mehr über die Kurstadt siehe auch: www.bad-homburg.de, www.bad-homburg-tourismus.de

Ins Visier genommen:

Überregional Alle anzeigen