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Auffanggesellschaft soll Häuser außerhalb Casa-Korridors des kaufen

Vorschlag an Land und Fraport soll den Airport-Ausbau erleichtern

22.01.09 || MAIN-TAUNUS-KREIS (22.Januar 2009) - Für den Fall des Flughafenausbaus nach den Plänen der Landesregierung hat Landrat Berthold Gall vorgeschlagen, das Land oder der Flughafenbetreiber Fraport sollten eine Auffanggesellschaft für Hauseigentümer gründen. Diese Gesellschaft könnte Gebäude erwerben, die außerhalb des Lärmschutz-Korridors des so genannten Casa-Programms der Fraport lägen. In einem Schreiben bittet der Landrat die Landesregierung, diesen Vorschlag zu prüfen.

Der von der Fraport gezogene Casa-Korridor sei zu eng, erläutert Gall. Die Auffanggesellschaft könnte diejenigen Häuser, die mit Lärm belastet seien, aber außerhalb des Korridors lägen, kaufen und dies durch Vermietung finanzieren oder die Kosten durch erneuten Verkauf wieder hereinholen, wenn langfristig die Grundstückspreise wieder stiegen. „In die frei werdenden Gebäude könnten ja auch durch den Ausbau zusätzlich eingestellte Fraport-Mitarbeiter einziehen", so Gall.

Nach der Entscheidung des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs (VGH) zum Flughafenausbau setzt der Kreis laut Gall indes auf das Hauptverfahren und Gespräche mit den Verantwortlichen in der Region: „Das Gericht hat gesprochen und den Baubeginn zugelassen, das haben wir zu akzeptieren. Dennoch müssen wir versuchen, mit allen Beteiligten eine Lösung zu finden, die für die Menschen der Mainschiene so verträglich wie möglich ist und das dies in einem neuen Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau festgeschrieben wird."

Zwar dürfe die Fraport mit den Bauarbeiten beginnen; aber das Gericht habe im Eilverfahren auch deutlich gemacht, dass die Ausnahmen von dem Nachtflugverbot aus gesundheitlichen Gründen für die Menschen nicht akzeptabel seien. „Daher erwarten wir, dass das Gericht auch im Hauptverfahren in diesem Punkt zugunsten der Gesundheit entscheidet."

Unterdessen werde der Kreis den Dialog mit der Landesregierung, der Fraport und anderen Beteiligten fortsetzen, um im Fall eines Ausbaus eine Lösung zu finden, „die die Belastungen für die Menschen an der Mainschiene mindert." Für den Main-Taunus-Kreis sei der Ausbau auch deshalb ein Thema, weil Schulen an der Mainschiene durch den erwarteten Fluglärm weiter „unerträglich belastet" würden.

„Der Flughafen ist unbestritten der zentrale Wirtschaftsfaktor der Region, aber die Lasten, die sich aus ihm ergeben, müssen für die Menschen in der Region erträglich sein", stellt Gall klar. (pimtk)

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