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Unfälle steigen kaum

Unfallflucht weit über Bundesdurchschnitt: Pensionäre und Rentner machen sich meist davon

24.06.10 || MAIN-TAUNUS-KREIS (23. Juni 2010) - Die Zahl der Verkehrsunfälle im MTK bewegt sich im Vergleichszeitraum 2005 - 2009 nahezu auf gleichbleibendem Niveau. Polizeidirektor Jürgen Moog, Polizeidirektion Main-Taunus, erklärt dies im Bericht der Verkehrsunfallstatistik der Polizeidirektion Main-Taunus mit den fast gleichgebliebenen Zahlen für Einwohner und Kfz-Zulassungszahlen. 2009 hat die Polizeidirektion 3.452 Unfälle registriert. 1,2 Prozent weniger als 2008 (3.494). 2009 gab es auf den Straßen des MTKs nur zwei Tote. Ein Jahr zuvor waren es noch fünf.

Hauptursachen für die Unfälle sind in der Hautsache Vorfahrtverletzung, Geschwindigkeitsüberschreitung und Abstandsunterschreitung gewesen. Sie machen 28 Prozent der gesamten Unfallursachen aus. Allein die Vorfahrtsverletzung ist mit 14 Prozent unter diesen drei Ursachen führend. Alkohol und Drogen machen mit nur 117 Fällen nur drei Prozent der Unfallursachen aus. Falsches Verhalten von Fußgängern führt zu einem Prozent Ursache. Aber 50 Prozent der Unfälle sind auf „andere Fahrfehler" der Fahrer zurückzuführen. Mit 14 Großkontrollen, sechs Kontrollen in eigener Verantwortung und 287 Standortkontrollen hat die Polizeidirektion 2009 zur Verkehrssicherheit beitragen wollen.

Anhand der Unfallzahlen ist es wichtig, den Schwerpunkt der Verkehrsüberwachung auf die Einhaltung der Geschwindigkeitsgrenzen zu legen. „Junge Fahrer", die im Alter von 18 bis 24 Jahre, sind 2009 mit 12,1 Prozent am Gesamtunfallaufkommen beteiligt gewesen. Die Zahl stieg gegenüber 2008 um 0,8 Prozent. Die „Senioren", Fahrer im Alter ab 65 Jahren, haben 2008 und 2009 jeweils 11.4 Prozent der Unfälle im MTK verursacht.

Unfallflucht ist leicht rückläufig


Sie umschreibt der Bericht mit den Worten „Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort". Unfallflucht im MTK ist im Vergleich von 2009 zu 2008 leicht rückläufig: 1.484 zu 1.488 Fällen. Von ihnen konnten 2009 genau 683 Fälle aufgeklärt werden. Die Polizei gibt dazu an, dass es ihr mit „Hilfe von Zeugen und modernen Ermittlungsmöglichkeiten" gelingt, fast 50 Prozent der Fluchtzahlen aufzudecken. Mit einer Infoschrift weist der Präventionsrat Main-Taunus-Kreis ausdrücklich auf die Folgen von Unfallflucht hin und drückt aus, dass „Verkehrsunfallflucht kein Kavaliersdelikt ist".

Die Unfallflucht lag 2009 bei 43 Prozent am Gesamt Unfallaufkommen. Sie ist überproportional hoch im MTK: Der Bundesdurchschnitt für sie liegt bei nur 21.4 Prozent. Das Phänomen decken Polizeihauptkommissarin Beate Beese und Polizeihauptkommissar Wulf Baltruschat auf. Ihre umfangreiche Recherche und Untersuchung ergab, dass die Unfallflucht in der Hauptsache zwischen sechs und 18 Uhr erfolgt. Die Monate Oktober bis Dezember sind Haupttatzeit. Im Haupturlaubsmonat Juli schwächt sich die Unfallflucht ab. Unfallflucht erfolgt nach Personen- und Sachschäden. Doppelt so viele Männer als Frauen fahren davon. Pkw-Fahrer „führen" vor Lkw-Fahrer. Rentner und Pensionäre machen sich am meisten davon.

30 Prozent der Unfallflucht erfolgt von öffentlichen Parkplätzen. Die Enge des Parkraums zählt zu den Ursachen. Vom Parkplatz der Fa. Fegro in Eschborn liegt 2009 keine Unfallflucht vor: Dort liegt der Parkraum bei 2, 37 Meter (m) Breite und es wird „schräg" geparkt. Richtlinie bei senkrechtem Parken solle eine Breits von 2,50 m sein. Dieses Maß erreichte aber bisher nur ein Parkplatz am MTZ in Sulzbach.

Der Bericht bemerkt dazu insgesamt: Der MTK als kleinster Flächen-Landkreis in der BRD hat aber die zweitgrößte Einwohner-Dichte. Das führt zu einer starken Verkehrsdichte im fließenden wie ruhenden Verkehr.

Die Polizei rät hinsichtlich Unfallflucht: Alle Unfallbeteiligten müssen am Unfallort bleiben. Kommt keiner, sollte die Polizei verständigt werden. Zur Vorbeugung von Unfallflucht steht die Polizei mit den Betreibern von Großparkplätzen in Verbindung und rät ihnen zur Verbreiterung der Parkbuchten.
Doppelmarkierungen erweisen sich als positiv: zwei Meter Parkraum zuzüglich 0,5 m Doppelmarkierung. Die neuen „Flörsheimer Kolonnaden" (Einkaufszentrum) haben ihre Parkplätze so angelegt.

Des Weiteren weist die Polizei darauf hin, dass die Fahrzeuge in den vergangenen 30 Jahren breiter geworden sind. Die Anleger von Parkplätzen haben diese Entwicklung aber nicht berücksichtigt.

Verkehrsunfälle durch Alkohol in der Kreisstadt getiegen


In Hofheim sind die Verkehrsunfälle 2009 erheblich zurückgegangen: Es kam zu 679 Registrierungen im Vergleich zu 756 in 2008. Auch die Fahrerflucht ist gesunken: Von 304 in 2008 auf 294 in 2009. Mit dem Kellereiplatz hat die Kreisstadt einen großen, zentralen Parkplatz im Kreis. 2009 gab es in Hofheim keinen Toten durch Verkehr. Das war 2008 anders: Drei Tote weist die Statistik aus. Dagegen sind die Verkehrsunfälle unter Alkohol von 19 in 2008 auf 23 in 2009 gestiegen. Verkehrsunfälle unter Drogeneinnahme waren um einen Fall, von zwei auf eins, rückläufig. (wm)

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