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Verleihung der Ehrenbürgerrechte an Mathäus Lauck

Wolfgang Odermatt: „Mathäus Lauck hat wie kein Anderer die Geschicke seiner Heimatstadt Flörsheim am Main maßgeblich geprägt und es verstanden, mit viel menschlichem und politischem Fingerspitzengefühl zu überzeugen

19.03.11 || FLÖRSHEIM (18. März 2011) - Freitagabend, 18. März, wurden Mathäus Lauck die Ehrenbürgerrechte der Stadt Flörsheim am Main im Rahmen einer Feierstunde in der Stadthalle verliehen. Bereits eine Woche zuvor wurden die Verdienste des scheidenden Kreistagsvorsitzenden Mathäus Lauck beim traditionellen „Parlamentarischen Abend" des Main-Taunus-Kreises hervorgehoben durch Landrat Berthold Gall. Mathäus Lauch wurde an diesem Tag 80 Jahre alt. Gastredner war a diesem Abend auch der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier angekündigt. In diesem Beitrag findet unsere Leserschaft neben dem aktuellen Ereignis der Verlehung der Ehrenbürgerschaft auch noch weitere Beiträge zu Mathäus Lauck. Darunter ein Portrait über Mathäus Lauck von unserem Mitarbeiter M. Frawi, der Lauck über Jahrzehnte im Kreistag des Main-Taunus-Kreises publizisisch begleitetet hatte. Erinnerungen an den Kreistag gab in seiner rede Kreistagsvorsitzender Mathäus Lauck beim Parlamentarischen Abend im Kreishaus in Hofheim am 11. März, die wir im Wortlaut anfügen. Die  Rede von Bürgermeister Michael Antenbrink anlässlich der Verleihung der Ehrenbürgerrechte an Herrn Mathäus Lauck ist ebenfalls angefügt. Zum Schluß sind die ehrenamtlichen Tätigkeiten nochmals in Tabellen dargestellt. Wir bitten zu Bedenken, dass die Beiträge alle unabhängig voneinander geschrieben wurden und es so zu manchen Wiederholungen kommt.

Aktuelle Fotos von der Verleihung der Ehrenbürgerrechte gibt es erst am Montag, 21. März. Wir biten dies zu entschuldigen.

Nicht nur die Politik sondern auch das Vereinsleben engagierte er sich


Mathäus Lauck wurde am gestrigen Abend für 50 Jahre ehrenamtliche kommunalpolitische Tätigkeit in seiner Heimatstadt und für sein Wirken im Main-Taunus-Kreis geehrt. Mathäus Lauck war von 1960 bis Ende März 2001 in Flörsheim am Main als Stadtverordneter und von 1968 bis 1989 als Stadtverordnetenvorsteher ehrenamtlich tätig. Er gehörte mehrere Jahre dem Haupt- und Finanzausschuss, zum Teil als Vorsitzender sowie dem Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss an.

Im Kreistag des Main-Taunus-Kreis ist er seit 1968 Mitglied, seit 1997 als dessen Vorsitzender. Er gehörte dem Umlandverband von 1977 bis 1997 an, von 1973 bis 2010 war er Mitglied im Aufsichtsrat der Terra Erschließungs- GmbH, seit 1980 ist er Mitglied des Aufsichtsrates der GRKW, um nur einige Funktionen in örtlicher und auf regionaler Ebene zu nennen.

Für sein Engagement erhielt er bereits 1974 den Ehrenbrief des Landes Hessen, 1977 den Ehrenring der Stadt Flörsheim am Main, 1978 das Bundesverdienstkreuz am Bande. Im Jahre 2001 ehrte ihn die Stadt mit der Bürgermedaille in Gold und ernannte ihn zum Ehrenstadtverordnetenvorsteher.

Mathäus Lauck war und ist aber nicht nur in der Politik engagiert. Sein Engagement galt darüber hinaus auch dem Vereinsleben von Flörsheim, dem Ruderverein, dem Sängerbund und insbesondere dem Flörsheimer Musikverein als Mitbegründer.

Der in Flörsheim geborene Mathäus Lauck wurde am 11. März 80. Jahre alt. Er ist seit 1958 mit seiner Frau Liesel verheiratet, hat 3 Kinder und sieben Enkel. Mathäus Lauck ist als Mittler, als Mann des Ausgleichs und der Kollegialität bekannt. Er ist immer bereit, Verantwortung zu übernehmen. Sein bürgerschaftliches und politisches Engagement war und ist herausragend. Er nimmt damit aktiv an dem demokratischen Gemeinwesen teil. Entscheidend geprägt hat ihn das Großwerden in einer kinderreichen Familie mit insgesamt 6 Geschwistern.

Bürgermeister Michael Antenbrink beschrieb Mathäus Lauck als eine Persönlichkeit, die sich selbstbewusst, aber nicht überheblich, einflussreich, aber nicht machthungrig, über die lange Zeit von sechzig Jahren der Kommunalpolitik zum Wohle der Stadt verschrieben hat.

Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Odermatt erklärte: „Mathäus Lauck hat wie kein Anderer die Geschicke seiner Heimatstadt Flörsheim am Main maßgeblich geprägt. Dabei hat er es immer verstanden, mit viel menschlichem und politischem Fingerspitzengefühl zu überzeugen. Es erfüllt uns alle mit Freude und Genugtuung, dass seine Lebensleistung mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft gewürdigt wird."

Mathäus Lauck dankte für die Ehrung und zeigte sich sehr glücklich darüber. Zahlreiche Gratulanten, insbesondere Familienangehörige, Freunde und Vertreter aus der Politik wohnten der Ehrung bei.

Die seltene Ehrung als Ehrenbürger wurde bisher erst sechs Personen zu Teil. Die letzte Ehrung eines Bürgers der Stadt Flörsheim am Main zum Ehrenbürger erfolgte im Jahr 1955. Damals wurde der Journalist und Mitglied der Bundestages, Jakob Altmaier, zum Ehrenbürger ernannt.(ae/stflh)

"Die Debatte hat sich erschöpft..." und Lauck hat sich auch um sie verdient gemacht

Über 50 Jahre Engagement für das Gemeinwohl - Seit 1968 Kreistagsmitglied


MAIN-TAUNUS-KREIS - Am Freitag, 11. März 2011, wurde Kreistagsvorsitzender Mathäus Lauck 80 Jahre alt. Für diesen Abend hatten Kreisausschuss (KA) und Kreistagsvorsitzender eingeladen zum traditionellen „Parlamentarischen Abend" am Ende einer Wahlperiode. In ihm nimmt der Kreistag Abschied von Kreistagsmitgliedern, die ihm in der nächsten Wahlperiode nicht mehr angehören werden. An diesem Abend dankt der Kreistag aber auch allen Mitgliedern für ihren geleisteten Einsatz zugunsten des Gemeinwohls im Kreis in der auslaufenden Wahlperiode.

Dieser „Parlamentarische Abend" ist auch mit Ehrungen verbunden. In diesem Jahr war es aber anders und dies hatte Kreistagsvorsitzender Lauck bereits am Ende der letzten Kreistagssitzung dieser Wahlperiode durchblicken lassen, dass der Kreis zu einem besonderen Ehrungsabend einladen wird, da die Fülle der bedeutenden Ehrungen den „Parlamentarischen Abend" in diesem Jahr vermutlich sprengen würden. Er nannte kurz Namen und Zahlen, das Plenum verstand. Zur Überraschung aller gehört ein Mitglied des KA's dem Gremium bereits seit über 40 Jahren an! Eine solche Spanne Zeit von Engagement eines Einzelnen kann man in Ehren nicht kurz halten.

altKreistagsvorsitzender Mathäus Lauck am Ende seiner letzten Kreistagssitzung am 28. Februar 2011 im Plenum: Sicher hat er das Amt 14 Jahre ausgeführt und auch ein geflügeltes Wort ins Plenum eingebracht: „Die Debatte hat sich erschöpft. Ich sehe keine weiteren Wortmeldungen mehr..." Ein „echter" Lauck, der noch lange haften bleiben wird! Foto: frawi

Verdienter Mann - Der Vorsitzende muss in Sitzungen „auf der Höhe sein"


So hatte sich die Konzentration an diesem Abend auch stark auf Lauck ausgrichtet. Er wurde genau an diesem Tag 80 Jahre alt, dem neuen Kreistag wird ernicht mehr angehören. Er ist seit 1968 Mitglied des Kreistags. Im Mai 1997 wurde er zum Kreistagsvorsitzenden gewählt. Seit 14 Jahren ist er also Vorsitzender der 81 Damen und Herren, die sich während seines Vorsitzes in drei Wahlperioden für das Wohl von Bürger, Kommunen und Kreis engagiert haben.

Der Kreistagsvorsitz ist stets „hochkarätig" besetzt: In jüngerer Vergangenheit waren Dr. Hanns Grossmann, Hofheim, ehemaliger Stadtverordnetenvorsteher, und nach ihm der ehemalige Hessische Justizminister, Karl Heinz Koch, Eschborn, Kreistagsvorsitzender.

Woran man erkennt, das Amt ist begehrenswert und verlangt politische Erfahrungen im Umgang mit politisch Engagierten, in der Sache selbst und auch in „verzwickten" Abstimmungsverfahren. Der Vorsitzende muss in Sitzungen wirklich „auf der Höhe sein", um auch schwierige Abstimmungsmodalitäten, die sich aus Debatten um Anträge plötzlich ergeben können, gerecht und richtig abzuhandeln.

Ruhe nach Debatten - Er beherrschte das Verfahren


„Die Debatte hat sich erschöpft. Ich sehe keine weiteren Wortmeldungen mehr," hat sich zum geflügelten Wort des Vorsitzenden Mathäus Lauck entwickelt. Danach setzt dann die Abstimmung im Plenum ein. Lauck beherrscht das Verfahren. Er muss nur selten zur Glocke des Vorsitzenden greifen, um Ruhe im Plenum herzustellen. Er ist tolerant. Ordnungsrufe von ihm an die Kreistagsmitglieder insgesamt oder an einzelne von ihnen hörte man von ihm sehr selten. Keinen hat er des Saals verwiesen.

Karriere - Trotz Beruf Zeit für Ehrenämter in der Politik


Lauck hat sein Staatsexamen 1956 als Maschinenbau-Ingenieur gemacht. Wurde Entwicklungs-Ingenieur, dann für 30 Jahre Verkaufsleiter in der BRD und auf dem europäischen Markt.

Trotz dieser beruflichen Karriere blieb ihm Zeit, in seiner Heimatstadt Flörsheim Stadtverordneter zu werden. Das war bereits 1960. Erst 2001 trennt er sich von diesem Mandat. Es verhalf ihm in diesen 41 Jahren zur Erfahrung im Amt des Stadtverordnetenvorstehers: Der wird er von 1968 - 1989, also 21 Jahre. Was Lauck macht, macht er lang. Er hält durch. Die Stadt Flörsheim ehrt ihn dafür mit der Würde des Ehren-Stadtverordnetenvorstehers. Dabei bleibt es nicht: Mathäus Lauck wird am 18. März 2011 auch Ehrenbürger der Stadt.

Die Kommunalpolitik greift aus und greift auch auf Lauck zurück: Er wird Mitglied im Verbandstag des Umlandverbands Frankfurt (UVF). Vier Wahlperioden hält er den Vorsitz des Wirtschafts- und Verkehrsausschusses darin. Er wird auch Mitglied in der Regionalen Planungsversammlung Südhessen. Der Hessische Landkreistag nimmt ihn von 1999 - 2006 als Präsidiumsmitglied auf.

Natur und Umwelt


Hier ganz in der Nähe, in Flörsheim-Weilbach, wird er auch Mitbegründer der GRKW, der Gesellschaft zur Rekultivierung der Kiesgrubenlandschaft Weilbach. Die Natur hält ihn fest: Die Gesellschaft wählt ihn in den Aufsichtsrat, zum Mitglied des Aufsichtsrats in der Regionalpark Pilot GmbH und Main-Taunus Recycling. Seit Gründung der Rhein-Main-Deponie ist er auch Mitglied ihres Aufsichtsrats.

An der Eingemeindung von Weilbach und Wicker hin nach Flörsheim hat er auch führend teilgenommen. Er war Vorsitzender der Verhandlungskommission der Stadtverordnetenversammlung Flörsheim. Auch der Katholischen Kirchengemeinde St. Gallus hat Lauck als Erster Vorsitzender des Pfarrgemeinderats gedient.

Ehrungen


Dieses anhaltende Engagement für das Gemeinwohl hat Lauck auch weitere hohe Ehren und Auszeichnungen eingebracht: Der Ehrenbrief des Landes Hessen, der Ehrenring der Stadt Flörsheim und der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland am Bande sind ihm auch überreicht worden.

Wahlen und Ausgang


Noch ist Lauck im Dienst für den MTK. Erst in der konstituierenden Sitzung des neugewählten Kreistags wird eine neuer Kreistagsvorsitzender gewählt. Natürlich fällt bereits ein Name. Aber abwarten: Welche Mehrheit wählen die Wähler, welche Koalition kann entstehen? Daraus wird dann der Kreistagsvorsitzende oder auch die Kreistagsvorsitzende gewählt.

Die Wähler wählen auch den neuen Landrat zeitgleich mit Kreistag und Kommunalwahl am 27. März 2011. Daraus könnte sich eine weitere Wahl ergeben: Sollte die Stelle des hauptamtlichen Kreisbeigeordneten neu besetzt werden müssen, wer wird das? Das ist politischer Stoff, bei möglicher Koalitionsbildung auch brisante Verhandlungssache und bei einer Dreierkoalition vielleicht auch schwieriges Zurren und Zerren. Einmal in neuerer Zeit ging es im Kreis auch schief damit. Das sprengte die Koalition.

Zu der Personalie Kreisbeigeordneter geben zwei Wahlergebnisse den Anstoß, Landratswahl und Kreistagsmehrheit. Die muss man jetzt abwarten. Eine spannende Zeit ist für den Kreis angebrochen. Erst am 27. März nach Feststellung der offiziellen Wahlergebnisse sind alle im MTK „schlauer". (M. Frawi)

Vier Jahrzehnte Kreisgeschichte in wenigen Minuten gestreift

Rede des Kreistagsvorsitzenden Mathäus Lauck am Parlamentarischen Abend


"Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
hochverehrte und geschätzte Damen, meine Herren!

Wir kommen zum parlamentarischen Teil unseres Abends, ein Blick auf unsere Tätigkeit in den vergangenen Jahren. Er wird angesichts der gegebenen Umstände eher etwas summarisch ausfallen. Aber es soll doch so viel sein, dass wir die Konturen unserer Arbeit für die Menschen erkennen, und er soll Anregung geben für die Gespräche des weiteren Abends.

altDas Bild entstand beim Parlamentarischen Abend vergangene Woche. Es zeigt Ministerpräsident Volker Bouffier (stehend links), der Kreistagsvorsitzenden Mathäus Lauck (stehend rechts) würdigte. Lauck feierte an diesem Abend seinen 80. Geburtstag. Auch Landrat Berthold Gall (sitzend rechts) stellte Laucks Leistungen und viele Jahre währendes ehrenamtliches politisches Engagement heraus. Auch Liesel Lauck (im Vordergrund) freuete sich über die Ehrung ihres Mannes. Foto: frawi

Einleitend möchte ich kurz auf die Situation unseres Kreises 1968, zu Beginn meines Mandats als Abgeordneter, eingehen. Der Main-Taunus-Kreis ist von der Fläche her heute der kleinste Kreis in Hessen. Dies ist er geworden in der eruptiven Entwicklung der Gebietsreform vor etwa 40 Jahren. Ich erinnere mich an unsere letzte Kreistagssitzung 1976 auf dem Großen Feldberg, als wir diesen mit einem Drittel unseres damaligen Gebietes und etwa einem Fünftel unserer Einwohner an unsere Nachbarn abgeben mussten. Ich war damals Sprecher der CDU-Fraktion. Das alles ist heute Geschichte!

Wir behielten schließlich nicht nur die schönsten, lieblichsten Teile des südlichen Taunus,
bis zum beginnenden Rheingau in Flörsheim-Wicker und der Flörsheimer Warte, sondern auch die berühmte Wein- und Sektstadt Hochheim, wir behielten auch den prosperierenden Teil des Kreises, der sich zu einem enormen, wirtschaftlichen Treibsatz entwickelte, ich nenne nur die Stadt Eschborn die viel mehr Arbeitsplätze als Einwohner hat. Das konnte damals niemand vorhersehen. Die ganze Situation drängte zur Entwicklung eines vorher so nicht vorhandenen Regional-Bewusstseins, das bis heute anhält.

Für diese Zeit sind, neben Anderen, mit besonderem Dank zu erwähnen: Dr. Hermann Schmitt-Vockenhausen, Karlheinz Koch, beide Vorgänger von mir, sowie Wolfgang Knoll, damals Mitglied des Koalitions-Ausschusses in Wiesbaden. Sie sind die Väter des heutigen Main-Taunus-Kreises.

In dieser Lage trennten wir uns von unserem Kreissitz in Frankfurt-Höchst und bauten ein Kreishaus, das heutige Landratsamt, um unseren Willen zur Selbstständigkeit in Stein zu zeigen. Es entstand, wegen der Vorsicht der Aufsichtsbehörden bei der Beurteilung der Belastbarkeit des Kreises, in einem Bauherrenmodell, aus dem eine unendliche Geschichte erwuchs, ein Dauerthema mit der Opposition. Erst Landrat. Gall hat, in der ihm eigenen gordischen Art, die erste Gelegenheit genutzt, sie durch einen Kauf für 90 Millionen Euro zu beenden. Mit enorm positiven konsolidierenden Effekten für die finanzielle Situation des Kreises wurde dies bereits in der laufenden Wahlperiode wirksam. Dafür wurde Herrn Landrat Gall die Anerkennung aller Fraktionen und darüber hinaus zuteil.

Das Resümee dieser Entwicklung ergibt: Wir sind nicht mehr der klassische Landkreis herkömmlicher Prägung. Wir sind ein Landkreis mit urbanen, städtischen Strukturen und weltoffenen Lebensformen. Wir haben zwölf pulsierende Städte mit attraktiven Stadtmittelpunkten und charakteristischem Eigenleben. Keine dieser Städte möchte heute etwas anderes als zum Main-Taunus-Kreis zu gehören. Niemand hat Sehnsucht irgendwo Vorort zu sein. Dies ist sicher eine gute Bilanz unseres Kreises.

Unsere finanzielle Situation zieht viele begehrliche Blicke auf uns. Wir sind einer der wirtschafts- und kaufkraftstärksten Landkreise in Deutschland. Aber die Zeiten sind auch für den starken Main-Taunus-Kreis nicht einfach, aber gerade weil der Main-Taunus-Kreis so erfolgreich und dynamisch ist, sehen wir bei uns Chancen die Trendwende rasch zu erreichen. Dies gibt uns Zuversicht.

Mit erheblichem Mittelaufwand hat unser Kreis eine vorbildliche Infrastruktur geschaffen. Dies gilt besonders für den Schulbau aller Schularten. Im Kreistag herrscht Übereinstimmung, dass die Investition in Bildung und Ausbildung die beste Vorbereitung unserer Jugend auf die Herausforderungen der Zukunft sind. Gewisse Unterschiede gibt es bei den zu bevorzugenden Schularten. In Sanierung und Neubau haben wir in fünf Jahren in 82 Vorhaben 291 Millionen Euro investiert. In Bauunterhaltung zusätzlich 60 Millionen Euro.

Auf dem Gebiet des Sozialwesens ist der Kreis ebenfalls nachdrücklich engagiert. Er hat von Anfang an die Chance der Optionskommune beherzt ergriffen. Unser Erste Kreisbeigeordnete Hans-Jürgen Hielscher hat sie offensiv unter großer Anerkennung zum Erfolg geführt. Auch unser Abfallwesen ist auf bestem Stand, gut geführt und höchst kooperativ in die Region integriert.

Wir haben ein Krankenhauswesen aufgebaut, mit Kliniken in Bad Soden, die wir mit mehreren Maßnahmen der Erweiterung, der Modernisierung und Neubauten, mit einem Aufwand von 70,4 Millionen Euro umfassend ausbauten, natürlich mit entsprechenden Zuschüssen von Land und Bund und unter Aufstockung unserer Gesellschaftsmittel (14 Millionen Euro). Ein Neubau der Kliniken in Hofheim für 30 Millionen Euro ist auf dem Wege. Umsichtige Leitung, Leistung und Ruf der Ärzte unserer Kliniken sichern ihnen Zuspruch weit über Kreis und Region hinaus.

Auch im Kulturwesen ist der Kreis nachhaltig tätig. Ich nenne nur die sich guter Nachfrage erfreuenden Kreishauskonzerte, die Mitwirkung bei der Mendelssohn-Gesellschaft in Bad Soden, die beliebten Galluskonzerte in Flörsheim und unsere Mitgliedschaft im Kultur-Fond Rhein-Main. Damit zeigen wir unseren Willen zur Gemeinsamkeit in der Region.

Viel Herzblut vieler Mitglieder des Kreistages aus allen Fraktionen wurde in unsere Kreis-Partnerschaften investiert. Die etwas ruhiger gewordene Partnerschaft mit Solihull bei Birmingham wurde in gemeinsamer Anstrengung mit gutem Erfolg wiederbelebt. Als Volltreffer erweist sich die Partnerschaft mit Loudoun-County/Virginia. Sie entwickelte sich rasch zu einer beidseits lebendigen Verbindung, die Nähe zu Washington tut ihr übriges.

In jüngster Zeit ist eine weitere Zusammenarbeit auf dem Wege. Sie führt uns an die historischen Wurzeln der europäischen Kultur. Die Region Campanien mit Sitz in Salerno in Italien. Wer hat schon einen Partner, der die Tempel-Ruinen der alten Griechenstadt Paestum vorzeigen kann? Dies alles haben wir getan um die Freundschaft Deutschlands mit den Völkern der Welt, seinen Friedenswillen und seine Weltoffenheit auch für unseren Kreis zu zeigen und zu festigen. Vor allem haben wir es getan, um unserer Jugend - der Jugend einer der größten Export-Nationen - Tore in die Welt zu öffnen, ihr Weltläufigkeit nahezubringen. Unsere Schulen nehmen die Chance zu unserer Freude dankbar an. Hier ist neben vielen Beteiligten aus dem Kreistag, vor allem Herrn Gall und unserem Schuldezernenten Michael Cyriax zu danken.

Gegen Ende muss ich noch ein Problem ansprechen, das uns viel belastet und beschäftigt. Wir zahlen einen hohen Preis für unsere Zentralität und ihre Vorteile. Ich meine die Belastungen aus unserer Flughafennähe, die der größte Teil der Bürger unseres Kreises im Taunus, aber besonders die der Städte Hattersheim, Flörsheim und Hochheim, tragen. Für die Main-Schiene sind sie in der Tat sehr gravierend für die Bevölkerung, auch für die betroffenen Kommunen selbst. Die Stunde erlaubt es nicht die Probleme differenziert darzustellen.

Aber ich meine doch, dass es meine Pflicht ist vorzutragen was der Kreistag erwartet. Im Kreistag herrscht eine erhebliche Meinungsvielfalt zu dieser Frage, aber wir sind im gemeinsamen Willen der betroffenen Bevölkerung zu helfen, ihr Solidarität zu zeigen, am Ende immer zusammen geblieben. Der Kreistag hat sich stets auf eine realistisch-konstruktive Haltung verständigt.

Wir erwarten dringlich Maßnahmen und Regeln der Erleichterung, des Ausgleichs und des Schutzes vor Lärm, vor Gesundheitsgefahren und von Privateigentum. Als Kerngebiet der Flughafenbelastungen erwarten wir Solidarität von unseren Nachbarn, allseits, auch an der Peripherie. Man kann nicht einem Gebiet weil es schon Belastungen hat einfach zusätzlich gegen jede Zusage weitere Lasten aufbürden. Dafür setzen alle Fraktionen auf Hilfe und Unterstützung durch Landesregierung und Fraport. Gespräche des Kreisausschusses unter Einbindung der drei Städte stehen an. Wir bitten Sie um diese Unterstützung Herr Ministerpräsident.

Ich denke, dass ich mit diesen Darlegungen, der Aufgabe den aktuellen Stand unserer Bürgernahen Politik deutlich zu machen, entsprechen konnte. Ich hoffe auch, dass deutlich wurde, dass sich die Arbeit, und heute besonders ehrenamtliche Arbeit für unseren Kreis, den wir ja wahrlich in gemeinsamer Anstrengung aller Fraktionen vorangebracht haben, lohnt. Schließlich hoffe ich, dass sich immer genügend Idealisten finden um in dieser Weise für ihre Mitbürger einzustehen und denen nachzufolgen, die in diesen Tagen mit unserem Dank ihr Mandat beschließen werden. Dies sind mindestens 20 Abgeordnete, die ich nicht alle nennen kann.

Aber vier von ihnen möchte ich nennen: Fritz Krüger, Hannelore Setton, Edgar Nebel und Thomas Braun, aus dem Kreisausschuss sind dies: Albert Stegmüller, Erika Bänfer und Dr. Gisela Reuschling. Sie haben sich um den Main-Taunus-Kreis verdient gemacht. Alle ausscheidenden Abgeordneten werden in der vom Kreistag vorgesehenen Form vom neuen Kreistag geehrt und verabschiedet werden. Auch ich werde unter ihnen sein.

Ich danke allen Fraktionen für ihre gute Zusammenarbeit in all den Jahren, für ihre Fairness bei den notwendigen Auseinandersetzungen um die bestmöglichen Lösungen. Wir haben im Kreistag Demokratie auf gutem Niveau gelebt.

Ich danke Ihnen und allen Mitgliedern des Kreistages, dem Kreisausschuss, der Verwaltung, der Presse und allen, die uns unterstützt haben für ihre Arbeit in dieser Wahlperiode.

Ihnen danke ich für Ihre Aufmerksamkeit".

Rede von Bürgermeister Michael Antenbrink anlässlich der Verleihung der Ehrenbürgerrechte an Mathäus Lauck im Wortlaut:


"Meine sehr verehrten Damen und Herren,

nun sind Sie, sehr geehrter Herr Lauck, leider noch zu jung, als dass der Bürgermeister der Stadt Flörsheim am Main Sie offiziell besucht, um Ihnen persönlich die Glückwünsche des Magistrates zu überbringen. Deshalb lassen Sie mich zu allererst die Gelegenheit nutzen, um Ihnen an dieser Stelle im Nachhinein ganz offiziell im Namen des Magistrates der Stadt Flörsheim am Main und auch persönlich zu Ihrem 80. Geburtstag, den Sie vor genau einer Woche begehen konnten, zu gratulieren.

Heute ist für unsere Stadt ein besonderer Tag und man kann diesem Tag durchaus eine his-torische Dimension zugestehen. Einer aus unserer Mitte erhält das Ehrenbürgerrecht. Dies ist die höchste städtische Auszeichnung, die Flörsheim am Main zu vergeben hat, und es ist fast auf den Tag genau 56 Jahre her, dass dieses Ehrenbürgerrecht letztmalig verliehen wurde.

Am 12. März 1955 wurde Jakob Altmaier mit dem Ehrenbürgerrecht der Stadt Flörsheim am Main ausgezeichnet. Er gehörte von 1949 bis zu seinem Tode im Jahre 1963 dem Deutschen Bundestag an und hat in den Anfangsjahren der Bundesrepublik Deutschland entscheidend dazu beigetragen, dass die ersten Kontakte zwischen der Bundesrepublik und dem Staate Israel geknüpft werden konnten.

Will man nun eine Brücke vom Sozialdemokraten Altmaier zu Flörsheims neuem Ehrenbürger schlagen, erscheint dies auf den ersten Blick schwer möglich. Und doch es gibt sie! Nur muss man an dieser Stelle den Gänskippelschorch, das Fleerschemer Pseudonym des Journalisten und Literaten Altmaier bemühen. Man findet die Verbindung im Titel der gesammelten Werke des Gänskippelschorch, in dem alten Flerschemer Ausspruch „Wenn nor de Klowe hält!"

Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich denke, dass ich mit diesem Zitat einen ersten wichtigen Teil des Phänomens Mathäus Lauck beschrieben habe. Sie, sehr geehrter Herr Lauck, haben dies einmal in der Form beschrieben, dass der Übergang aus der praktischen Arbeit der katholischen Jugend zum christlichen Demokraten für Sie nahtlos war.

Neben der christlichen Prägung des Kommunalpolitikers Mathäus Lauck ist es die familiäre und zugleich frühe Prägung des Grandseigneurs der ehrenamtlichen Politiker - um eine Formulierung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung aufzugreifen. Belegen lässt sich dies mit einer eigenen handschriftlichen Notiz, die ich der städtischen Akte über den Kommunalpolitiker Mathäus Lauck entnehmen konnte. Diese Notiz ist zwar schon fast vergilbt, aber dank der gestochen scharfen Handschrift immer noch sehr gut zu lesen und lautet: „Dass ich in diesem Umfang kommunalpolitisch tätig sein kann, danke ich zunächst meiner Frau und meiner Familie."

Meine Damen und Herren, dieses Zitat möchte ich nun zugleich nutzen, um Sie, sehr geehrte Frau Lauck, und ihre ganze Familie im Namen aller Flörsheimer und aller Gäste an diesem ehrenvollen Tag ganz besonders zu grüßen. Damit verbindet sich der Dank für Ihre Un-terstützung, die die politische und ehrenamtliche Leistung unseres neuen Ehrenbürgers überhaupt erst möglich gemacht hat.
Aber mir geht es nicht nur um das Verständnis, das die Familie „ihrem Politiker" entgegenb-rachte. Mir geht es um mehr. Hinter dem Begriff der „Familie" verbirgt sich der Hinweis darauf, dass viele der Eigenschaften, die den Politiker Mathäus Lauck auszeichnen, zugleich Werte sind, die in einem festen Familienverband heranwachsen und die schließlich die unverrückbare Grundlage für eine erfolgreiche Kommunalpolitik in einem unausweichlichen Umfeld von politischen Auseinandersetzungen und Konflikten darstellen:

Dies sind Eigenschaften, wie Vertrauen und Verständnis, Verlässlichkeit und Pflichtbewuss-tsein, Hilfsbereitschaft und Fleiß, Fairness und Geduld, Gerechtigkeit und Toleranz. Mit all diesen Begriffen wurde Mathäus Lauck von vielen seiner Zeitgenossen und Wegbegleitern charakterisiert.

Politik und erst Recht die Kommunalpolitik sind keine unaufhörlichen Erfolgsgeschichten. Ganz im Gegenteil ist die Kommunalpolitik eine immerwährende Achterbahnfahrt aus Erfolgen und Niederlagen. Allerdings darf man davon ausgehen, dass der Nutzen den man selbst aus einer Niederlage ziehen kann, nirgendwo größer ist als gerade in der Politik. Wohl keiner wird dies mehr bestätigen können, als Sie, sehr geehrter Herr Lauck, mit Ihrem immensen politischen Erfahrungsschatz. Dabei meine ich nicht, dass Politiker medial darauf reduziert werden, stets die größte Niederlage in einen - wenn auch noch so kleinen - Erfolg ummünzen zu wollen.

Nun sind das Leben sowie als dessen Spiegelbild erst recht die Politik bekanntermaßen keine Wunschkonzerte und damit ist dies heute Abend nun einmal so, dass Ihnen ein sozialde-mokratischer Bürgermeister gegenübersteht. Aber vielleicht muss sich an diesem Tag auch einfach nur ein Kreis schließen, denn schließlich haben Sie Ihre so erfolgreiche ehrenamtliche Laufbahn in der Kommunalpolitik vor etwas mehr als fünfzig Jahren auch unter einem sozialdemokratischen Bürgermeister begonnen.

Hier in diesem Moment stehen sich aber auch zwei Ingenieure gegenüber. Ich sag dies jetzt nicht, um den Sozialdemokraten doch noch etwas aus Ihrem Blickfeld zu verdrängen, sondern weil ich davon überzeugt bin, dass sich auch mit dem Beruf des Ingenieurs ein wichtiger Teil des Phänomens und der Erfolgsgeschichte Mathäus Lauck ergründen lässt. Sie, sehr geehrter Herr Lauck, sind der lebende Beweis, dass der Beruf des Ingenieurs die ideale Voraussetzung für eine erfolgreiche kommunalpolitische Karriere darstellt. Ingenieurwissenschaft und Politik ergänzen sich in geradezu kongenialer Weise. Dass dem so ist, lässt sich auch belegen. Er-lauben Sie mir hierzu ein leicht abgewandeltes Zitat aus Wikipedia, das ich unter dem Suchbegriff „Ingenieurwissenschaften" gefunden habe:

Bei der Realisierung der reinen Theorie müssen die Ingenieurwissenschaften und die Politik trotz der wissenschaftlichen Bemühungen notwendigerweise Kompromisse eingehen. Das Einkalkulieren von Fehlern begründete oft die Meinung, Ingenieurwissenschaften und Politik wären keine exakten Wissenschaften. Die theoretischen Modelle und Berechnungen sind jedoch exakt; es fehlt nur leider allzu oft eine ideal passende Realität. In der Politik könnte man diese Realität auch mit dem Begriff „Bevölkerung" umschreiben.

Vor diesem Hintergrund möchte ich in aller Offenheit einräumen, dass ich mich gar nicht in der Lage sehe, all das treffend auszudrücken, was in all den Jahrzehnten Zeugnis über die politische Lebensleistung von Herrn Mathäus Lauck abgelegt hat.

Deshalb, meine sehr geehrten Damen und Herren, lassen Sie mich noch einmal die städtische Akte „Mathäus Lauck" bemühen.

In einer zehn Jahre alten Aktennotiz bin ich auf eine Stelle gestoßen, die offensichtlich zeigt, dass erfolgreiche Kommunalpolitik nur möglich ist, wenn man sich mit äußerster Sorgfalt auch den letzten Feinheiten des städtischen Gemeinwesens oder des politischen Alltags widmet. Kommunalpolitik beinhaltet die ewig währende Verpflichtung, sich auch mit einem noch so abwegigen kommunalpolitischen Thema zu beschäftigen, wenn es denn von Bürgern als Problem angesehen wird oder wie in diesem Fall angesehen werden könnte. Beispielhaft sei auch an die fast schon legendäre „Lochkommission" der Stadt Flörsheim am Main erinnert. Das Zitat, das ich hier nun aber als Beleg anführen möchte, berührt eine ganz andere Materie. Man könnte es überschreiben mit „Wertschätzung zeigt sich nicht zuletzt auch im Detail". Kurzum, die Notiz, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte, lautet schlicht und einfach: „Rufen Sie mich bitte noch einmal an - wegen der Suppe."

Sie sehen, gewinnende Kommunalpolitik ist immer bis in die letzte Kleinigkeit direkt und ganz konkret. Nur wer bereit ist, sich auch den noch so klein erscheinenden lokalen Problemen oder Anliegen zu stellen, kann sich letztendlich auch um die Rekultivierung der Weilbacher Kiesgruben verdient machen und sich damit als einer der Väter der Regionalparkidee be-zeichnen lassen.

Wer 21 Jahre der Flörsheimer Stadtverordnetenversammlung vorsteht, wer 14 Jahre dem Kreistag des Main-Taunus-Kreises vorsitzt, wer 20 Jahre den Wirtschaftsausschuss im Ver-bandstag des Umlandverbandes Frankfurt leitet, wer 30 Jahre Parteivorsitzender ist, der hat sich seine Verdienste mit einer bemerkenswerten Kombination von Souveränität, Fingerspit-zengefühl, prozeduralem Wissen, Sachkenntnis und Erfahrung erworben. Es ist für mich die Erklärung, wie Sie, sehr geehrter Herr Lauck es immer wieder geschafft haben müssen, die unendliche Vielfalt der kommunalpolitischen Themen bis in die kleinsten Verästelungen hinein zu durchdringen und dabei doch das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren.

Ich glaube aber auch, dass es im politischen Alltag Sinn macht, sich nur solchen Problemen zu stellen, von denen man annehmen darf, dass sich aus der Problemlösung heraus eine positive Differenz von Ertrag und Aufwand einstellt. Deshalb und, weil ich an dieser Stelle größten Respekt vor der Kompetenz unseres neuen Ehrenbürgers habe, wird es, meine sehr geehrten Damen und Herren, heute Abend keine Suppe geben.

Natürlich kann es in der wirklichen Kommunalpolitik auch nicht die zentrale Aufgabe von politischen Auseinandersetzungen sein, wie es der Frankfurter Philosoph und Soziologe Theodor W. Adorno einmal ausdrückte, „jenes wohlige Klima zu erzeugen, in dem ein jeder Be-friedigung daraus zieht, dass er sich in der Resonanz geborgen fühlt." Aber für Sie, sehr geehrter Herr Mathäus Lauck ging es ja ohnehin immer primär um die Sache und weniger um die Resonanz, die ein Profi im politischen Ehrenamt aber auch dann nicht aus den Augen verlieren darf, wenn er sich einer unausweichlichen Auseinandersetzung stellen muss.

Lassen Sie mich daran noch einen Gedanken anknüpfen, der meines Erachtens unbedingt hinzugefügt werden muss, um Herrn Mathäus Lauck wirklich gerecht zu werden. Er war, so-weit ich dies beurteilen kann, immer der Sache an sich verpflichtet, aber ebenso wichtig war und ist ihm, wie man sich einem politischen Problem nähert und wie man es behandelt. Ge-rade weil er davon überzeugt ist, dass die engagierte, zugleich aber besonnene und rück-sichtsvolle Teilhabe am demokratischen Prozess der Willensbildung und Entscheidungsfin-dung einen Wert an sich darstellt, hat er sich nie verstecken müssen, auch wenn eine Ent-scheidung vielleicht einmal anders als erhofft ausfiel. Das ehrt ihn und macht ihn zum Vorbild für die gelebte Demokratie.

Die äußeren Zeichen dafür, aber auch für das soziale Engagement und die Teilhabe am Vereinsleben, sind die zahlreichen Auszeichnungen, die Herr Mathäus Lauck erhalten hat. Dazu gehören der Ehrenbrief des Landes Hessen, der Ehrenring der Stadt Flörsheim am Main, das Bundesverdienstkreuz am Bande, die Bürgermedaille in Gold und die Auszeichnung als Ehrenstadtverordnetenvorsteher.

Das Ehrenbürgerrecht unserer Stadt, das Sie mit dem heutigen Tag erhalten, ist eine weitere und besondere, ja - wie ich anfangs schon sagte - die höchste Auszeichnung, die die Stadt Flörsheim am Main einem ihrer verdienten Bürger verleihen kann. Mit dem heutigen Tag wird Ihr Name zusammen mit dem bereits erwähnten Jakob Altmaier, Gustav und Rudolf Dycker-hoff sowie Dr. Georg von Opel zu nennen sein.

Diese Ehre gebührt einer Persönlichkeit, die sich selbstbewusst, aber nicht überheblich, die sich einflussreich, aber nicht machthungrig, über die lange Zeit von sechzig Jahren der Kommunalpolitik zum Wohle unserer Stadt verschrieben hat. Die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt sind Ihnen, sehr geehrter Herr Mathäus Lauck, zu Dank verpflichtet und „keine Schuld ist dringender, als die, Dank zu sagen". Dies Zitat lässt sich bereits bei Marcus Tullius Cicero nachlesen, einem berühmten römischen Schriftsteller und Staatsmann, der - man kann dies so sehen- auch einer der ersten bedeutenden Kommunalpolitiker gewesen ist.

Deshalb gebührt heute unser ganz besonderer Dank, der in der Verleihung des Ehrenbürger-rechtes der Stadt Flörsheim am Main zum Ausdruck kommt, einem Menschen, der die Not anderer mehr sieht als das eigene Ich und der politische Gegensätze auch in der eigenen Brust austragen kann.

Ehre und Dank gebühren einem aufrichtigen Demokraten. Sie gebühren Ihnen, sehr geehrter Herr Mathäus Lauck".

Darstellung der ehreanamtlichen Tätigkeiten  von Mathäus Lauck

Kommunalpolitische Tätigkeiten:

 

Tätigkeit

von:

bis:

Stadtverordneter

23.10.1960

31.03.2001

Stadtverordnetenvorsteher

13.11.1968

31.03.1989

Haupt- und Finanzausschuss

16.06.1961

10.12.1968

Kommission Schnellbahnstrecke DB

31.07.1989

31.03.2001

Vorsitzender des HFA

01.01.1960

01.01.1968

Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss

06.05.1997

31.03.2001

Mitglied der Kreistages

seit 1968

 


Kreistagsvorsitzender MTK

seit 1997

 


Ehrungen:

 

Ehrung

verliehen am

Ehrenbrief des Landes Hessen

18.12.1974

Ehrenring der Stadt Flörsheim

16.07.1977

Bundesverdienstkreuz am Bande

19.05.1978

Ehrenstadtverordnetenvorsteher

11.03.2001

Bürgermedaille in Gold

11.03.2001


Sonstige Tätigkeiten gem. § 26 a HGO:

 

Tätigkeit

 


Abgeordneter im Verbandstag des UVF und Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses

1977-1997

Mitglied des Aufsichtsrates der GRKW

seit 1980

Aufsichtsratsmitglied Regionalpark Pilotg GmbH

seit 11.03.2001

Aufsichtsratsmitglied MTR

bis 2006

Aufsichtsratsmitglied Rhein-Main-Deponie GmbH

aktuell

Mitglied im Aufsichtsrat der TERRA seit deren Gründung

1973 – 2.11.2010

Mitglied des Stiftungsrates der Flörsheimer Bürgerstiftung

bis 2006

Vorsitzender des CDU Stadtverbandes

1954 - Dez 1983

Vorsitzender des Förderkreises Marienkrankenhaus

 


Tabellen: ©Stadt Flörsheim

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