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Thumser: „Die SPD-Kreistagsfraktion hat sich in ihrer Geschichte immer als Motor einer Kreispolitik für die hier lebenden Menschen gesehen“

85-jähriges Bestehen: „Obstruktion war nie unsere Sache" - Dokumentation von Dr. Dieter Reuschling stellt die Geschichte der SPD-Fraktion im Main-Taunus-Kreis dar           von Ralph Delhees

26.09.14 || altMAIN-TAUNUS-KREIS (26. September 2014) - In jahrelanger Sisyphusarbeit hat der Hofheimer Dr. Dieter Reuschling die Historie der SPD-Kreistagsfraktion im Main-Taunus-Kreis zusammengetragen. Anlässlich ihres 85-jährigen Bestehens veröffentlicht nun die SPD-Kreistagsfraktion eine Dokumentation dieser achteinhalb Jahrzehnte politischer Arbeit im Kreisgebiet. Die Dokumentation ist ein how is how geworden mit bekannten Namen aus den vergangenen Jahrzehnten und gibt einen Einblick in die Zusammenhänge der Parteiarbeit im Kreis. Dr. Reuschling, der promovierter Bauingenieur ist, arbeitet seit Jahren als „Historiker" Autodidakt an der Geschichte seiner Wahlheimatstadt Hofheim und auch über die Schicksale politischer Menschen. Für seine herausragenden Verdienste um die Erforschung der Stadtgeschichte und als langjähriger SPD-Kreispolitikerwurde er bereits mehrfach ausgezeichnet.

In der 60-seitigen Dokumentation erfährt der Leser, wie sich der Main-Taunus-Kreis, der in seinem Kern ebenfalls seit 85 Jahren besteht, weiterentwickelt hat. In diesem Zusammenhang stellt Dr. Reuschling auch die geschichtlichen Ereignisse aus Sicht der Sozialdemokraten zusammen. Darunter fällt die dunkle Zeit des Nationalsozialismus, als die SPD-Kreistagsabgeordneten auch im Main-Taunus-Kreis ihr Mandat verloren und sich im Widerstand organisierten, wie auch die Gebietsreform Ende der 1970er Jahren, die zu den heutigen Kreisgrenzen führte.

Dr. Dieter Reuchling bi der Vorstellung der Dokumntation zum 85-jährigen Bestehend er SPD. Foto: wm

Zwei Landräte stellte die SPD - Wilhelm Apel und Dr. Valentin Jost


Erster Landrat des Main-Taunus-Kreises war der Sozialdemokrat Wilhelm Apel. Apel war 1928 Landrat des Main-Taunus-Kreises, der damals mit rund 65.000 Einwohnern zwar deutlich weniger Einwohner als heute vorwies, jedoch beachtliche 49 Städte und Gemeinden zählte. In der ersten Kreistagswahl am 28. Juni 1928 erreichte die SPD mit 35,7 Prozent das beste Ergebnis und stellte die größte Fraktion mit 9 von 26 Abgeordneten. 1933 wurde Apel von den Nazis abgesetzt, die SPD verboten und der Kreistag aufgelöst. Das dunkle Kapitel deutscher Geschichte begann.

altErster Landrat des Main-Taunus-Kreises: Wilhelm Apel (SPD). Foto: Kreisarchiv

Nach dem Krieg, dem demokratischen Neubeginn folgend, konstituierten sich die Gremien neu. Die SPD konnte an ihre vorherigen Ergebnisse weitestgehend anknüpfen und erreichte zwischen 33 und 37 Prozent, ehe sie 1956 die 40-Prozent-Marke übertreffen konnte und fortan bis zur Gebietsreform in den 1970er Jahren die stärkste Fraktion im Kreistag stellte. 1966 wurde der Sozialdemokrat Dr. Valentin Jost Landrat des Main-Taunus-Kreises, dessen Amtszeit durch die Zusammenarbeit von SPD und FDP geprägt war.

Durch die Gebietsreform veränderte sich die Bevölkerungszusammensetzung, die sozialdemokratisch geprägten westlichen Stadtteile von Wiesbaden gehörten fortan nicht mehr zum Main-Taunus-Kreis, was der SPD schlechtere Wahlergebnisse einbrachte. Seit 1993 schaffte es die SPD nicht mehr über die 30 Prozent-Marke.

altSPD-Landrat Jost (mit Baskenmütze) bei der Grundsteinlegung für den Neubau der gymnasialen Oberstufe in Schwalbach (heute Albert-Einstein-Schule) am 4. März 1977. Das Bild zeigt weiter von links die Sozialdemokraten Roland Petri, der damaligenSchwalbacher Bürgrmeister , und Bundestagsvicepräsident Hermann Schmitt-Vockenhausen, rechts aussen Hattersheims damaliger Bürgermeister Norbert Winterstein (SPD). Foto: Ralph Delhees/Main-Taunus-Almanach 1977

Gerd Mehler - der letzte hauptamtliche SPD-Politiker im Kreisausschuss


1989 verlor die CDU-FDP-Koalition die Mehrheit im Kreistag. Durch eine Zusammenarbeit aus CDU, SPD und FWG wurde Gerd Mehler (Flörsheim) zum Ersten Kreisbeigeordneten gewählt, der dieses Amt von 1990 bis 1996 ausfüllte. Mehler war bis heute der letzte hauptamtliche SPD-Politiker im Kreisausschuss. Auch wenn die SPD nur drei hauptamtliche Kreisausschussmitglieder in ihrer Geschichte stellen konnte, gehörte seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs durchgehend mindestens ein Fraktionsmitglied dem Bundes- oder Landtag an. Erinnert sei hier u.a. an den beliebten Kommunal-, Kreis- und Bundespolitiker Dr. Hermann Schmitt-Vockenhausen, an den früheren Hessischen Innenminister Horst Winterstein und an die frühere Vizepräsidentin des Hessischen Landtages Veronika Winterstein. Seit 2003 ist das die SPD-Landtagsabgeordnete Nancy Faeser, die dem Kreistag bereits seit 21 Jahren angehört.

altHermann Schmitt-Vockenhausen und Kreistagsabgeordnete: SPD-Politiker Ende der 1970er Jahre (v.l.n.r.): Waldemar Wolf, Rolf Franke, Horst Winterstein, Konrad Treber, Norbert Winterstein, Hermann Schmitt-Vockenhausen, Hermann Krönung, Landrat Dr. Valentin Jost. Foto: Elcke Eirich

altSPD-Fraktionschef Karl Thumser, der aauch ehrenamtlicher Erster Stadtrat der Stadt bad Soden ist,  dankte Dr. Dieter Reuschling für die sein Engagement und die hervorragende Arbeit, die eine Aufarbeitung der SPD-Kreisgeschichte ist. Foto:  SPD-Archiv

„Die SPD-Kreistagsfraktion hat sich in ihrer 85-jährigen Geschichte immer als Motor einer Kreispolitik für die hier lebenden Menschen gesehen", resümiert Fraktionschef Karl Thumser und ergänzt, „Obstruktion war nie unsere Sache". Ob in der Rolle der Opposition oder in der Mitverantwortung in der Kreisregierung, „die SPD war und ist eine Partei, die sich nie der konstruktiven Verantwortung für den Kreis entzogen hat", so Thumser. „Dies ist auch noch heute das Wesensmerkmal der politischen Arbeit der SPD-Kreistagsfraktion", erklärt Thumser.

Dr. Reuschling hat schon in den vergangenen Jahren einige Beiträge über die Geschichte der SPD im Main-Taunus-Kreis veröffentlicht. Hierzu zählt unter anderem die Lebensgeschichte des Hattersheimer Sozialdemokraten Peter Nida, der für die Sozialdemokraten seit 1929 Kreistagsabgeordneter war, nach 1933 von den Nationalsozialisten verfolgt wurde und im KZ Dachau zu Tode kam.

Die Broschüre ist gegen 5 Euro bei der SPD-Fraktionsgeschäftsstelle in Hofheim, Telefon 0 61 92 - 97 777 55, zu beziehen. Die Einnahmen gehen an die Tafeln im Main-Taunus-Kreis.

Informationen über die SPD-Kreistagsfraktion Main-Taunus heute


Die SPD-Fraktion im Kreistag des Main-Taunus-Kreises umfasst in der Legislaturperiode 2011/2016 19 ehrenamtliche Kreistagsabgeordnete und 3 ehrenamtliche Kreisbeigeordnete. Fraktionsvorsitzender ist Karl Thumser aus Bad Soden. Mehr unter:http://www.spd-fraktion-mtk.de

Mehr über Dr. Dieter Reuschling erfahren die Leserinnen und Leser des RheinMainTaunus-Onlinemagazins unter der Rubrik „Vermischtes - Portrait" unter dem Stichwort „Dr. Dieter Reuschling".

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