In ganz Hessen hat in den vergangenen Tagen die winterliche Witterung nicht nur Kälte und Schnee gebracht, sondern auch ungewöhnlich hohe Feinstaubwerte.
mehr dazu22.07.10 ||
FRANKFURT / REGION (22. Juli 2010) - Im „Herrenhaus" des Golf-Clubs Hof Hausen vor der Sonne in Hofheim kam viel Geist und Unterhaltung im Frühjahr 2010 zusammen: Die Gäste drängten sich,
denn der ehemalige Chef-Regisseur des Volkstheaters Frankfurt, Wolfgang Kaus, las vor „Golf, Geld und Macht" den Goethe und aus Werken noch weitere erlauchter Geister der Dichtkunst. Er tat das für
einen guten Zweck auf Bitte der Main-Taunus-Stiftung.
Kaus las bereits vor einem Jahr zugunsten der Renovierung der Hofheimer Bergkapelle, und es stimmt wirklich: Die Hofheimer wollten ihn an jenem Sonntagnachmittag gar nicht mehr aus dem Saal ziehen lassen. Das „Phänomen" Kaus in diesen Lesungen besteht darin, dass er Kultur „mit" dem Publikum inszeniert: Erzählen, lesen, zuhören, dem Publikum etwas von Dichtkunst und Theater vermitteln, auch vom Autor, aber nicht belehren wollen - so stellt sich Kaus „neben" den Zuhörer und Zuschauer, nicht über ihn. Manchmal wohl vor ihn. Das muss der Regisseur, wenn Autor, Stück, Bühne, Schauspieler, Komparsen und Requisiten ein Theaterspiel ergeben sollen.
An Goethe hängt er. Gern spricht er darüber, dass er die unmittelbare Nähe des Volkstheaters Frankfurt, nur durch die Gartenmauer vom Goethehauses im Großen Hirschgraben getrennt, stets als
Verpflichtung empfunden habe, sein Theaterschaffen auch in Verpflichtung zur Größe dieses Weltgeists anzunehmen und auszuführen.
„Meilensteine" für sich und
seine Schauspieler herausgearbeitet
Nur so konnten die großen Erfolge des Regisseurs auch gelingen, der mit seinem unglaublich packenden „Urfaust" auf dem Römerberg der Stadt ihren historischen Jung-Goethe wieder vor Augen führte. Er
konnte es auch modern: Jahre später war der „Urfaust" im historischen Stadtgarten zwischen Schirn und Dom ebenfalls eine große Inszenierung.
Kaus schaut tief in die Autorenschaft des Theaters. Er hat von ihren Werken dann „Meilensteine" für sich und seine Schauspieler herausgearbeitet, die auch zu „Ecksteinen" seines langen, langen Bühnenschaffens, heute 50 Jahre, wurden und es immer noch werden, denn für Kaus bedeuten die „Bretter" nicht nur „Welt", sondern auch persönliches Leben und Zukunft.
Das Volkstheater, seine „Prinzipalin"
Liesel Christ, nach ihr Gisela Dahlem-Christ und Regisseur Wolfgang Kaus haben für Frankfurt und die Region großes Volkstheater auch als „Bürgertheater" gemacht. Mit allen Schlichen der Bühnenkunst,
mit allen Stichen, die der Mensch auf der Bühne für sein Publikum erleiden muss. In der Komödie wie in der Tragödie. Aber auch mit allem Geist, Witz, Herz und Humor, die auch ein „Volkstheater" nicht
„auf Lager hat", sondern dessen Regisseur und Schauspieler aus ihrem Können heraus der Kunst des Autors abgewinnen, der auch seine Hintergründe hat, die es erst oft in verborgener Vertiefung zu
entdecken, dann in der offenen Ausbreitung als Bühnenstück zu inszenieren und zu spielen gilt. Beileibe kein Leichtes, auch wenn das Herz dabei im Leibe lacht - oder zerbricht.
Kaus hat das über fünf Jahrzehnte geleistet.
Der Regisseur ist mit jetzt 75 Jahren nicht alt, sondern erfahren, versiert, verschmitzt und stets verjüngt. „Das wär´ kein echter Komödiant, der nicht aufs Stichwort seine Rolle wüsste," triumphiert Moliere. Kaus kann dieser Komödiant auch sein. Reif dazu ist er schon lange.
Und zu mehr: Kaus hat auch weites Bildungstheater gemacht - mit Unterhaltungswert. Das
war der Auftrag seiner „Prinzipalin". Das war der Gegenwert an die Stadt Frankfurt für ihre Theatersubvention. Er hat es mit dem höchsten Anspruch auf die Bühne gebracht. So wurde auch das
Volkstheater Frankfurt neben der „großen" Städtischen Bühne eine bedeutende.
Der Regisseur Kaus in Hofheim, seiner Heimatstadt, aktiv - das bedeutet volles Haus, denn die Bürger wissen, „der kann erzählen, vorlesen, der macht Spaß, der ist locker".
Der Schauspieler, Regisseur, Spielleiter, Chefregisseur und „Theatermann" kehrt auch zu seinem 75. Geburtstag gewissermaßen auf die Bühne zurück: Seine Einladung zur Geburtstagsfeier ist zugleich Titel eines alten, gern gesehenen Theaterstücks mit Frankfurter Hintergrund: „Rendezvous im Palmengarten".
Darauf werden sich die zahlreichen Gäste freuen, wenn sie ihm am Freitag, 23. Juli 2010 von elf bis 14 Uhr im „Rosengarten" des Frankfurter Palmengartens gratulieren.
Kaus feiert in diesem Jahr auch sein 50-jähriges Bühnenjubiläum. Geburtstag und Jubiläum sind ihm Anlass für die laufende „Jedermann"-Inszenierung von ihm in Open-Air vor dem Frankfurter Dom.
Herzlichen Glückwunsch Wolfgang Kaus (wm)
In ganz Hessen hat in den vergangenen Tagen die winterliche Witterung nicht nur Kälte und Schnee gebracht, sondern auch ungewöhnlich hohe Feinstaubwerte.
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