Banner
 

RheinMainTaunus

OnlineMagazin

RegionalÜberregional › Marlen I. repräsentiert künftig die Weinlage „Lohrberg"

Marlen I. repräsentiert künftig die Weinlage „Lohrberg"

Frankfurt kürte seine eine Weinkönigin und mit ihr soll der Bekanntheitsgrad des Frankfurter Weines erfolgen - Goldschimmernde Krone symbolisiert die Stadtsilhouette           von Karl-Heinz Stier und Ralph Delhees

23.01.17 || altaltFRANKFURT 23. Januar 2017) - Es gibt in Frankfurt viele Regentinnen, die für den Äppelwoi stehen und werben. Doch dass Frankfurt auch Weinberge besitzt, ist landläufig weithin nicht sehr bekannt. Das ließ die Stadt und insbesondere Ob Peter Feldmann und Chef der Tourismus & Congress GmbH, Thomas Feda, nicht ruhen. Auf der Suche nach einer königlichen Weinhoheit sind sie nun fündig geworden. Im Städtischen Weingut in der Limpurggasse 2 wurde sie als erste Weinkönigin vorgestellt. Ihr Name: Marilen Maul, 26 Jahre alt und Studentin der Rechtswissenschaft in Frankfurt.

Das nebenstehende Bild zeigt Frankfurts erste Weinkönigin Marilen I, Foto: kus

In einem historischen Rückblick auf den Weinanbau in Frankfurt, den es seit 1.200 Jahre gibt, weist der Oberbürgermeister auf die Anpflanzung am Lohrberger Hang hin, dem hauseigenen Weinberg der Stadt Frankfurt, der mit 1,3 Hektar große Rebfläche und 10.000 Flaschen zu den östlichen Ausläufern des Rheingaus zählt. „Dieser Wein ist was für Genießer, weil er noch mit Hilfe der Handarbeit Frankfurter Bürger geerntet wird". Hinzu kommt noch das städtische Weingut in Hochheim mit 25 Hektar, in dem vor allem Spätburgunder, Riesling und Chardonnay wachsen („Hochheimer Hölle").

altDas Bild zeigt v.l.n.r.: Geschäftsführer Feda, die Rheingauer Weinkönigin Stephanie Kopietz, die noch designierte Königin und OB Peter Feldmann. Foto: Karl-Heinz Stier

Frankfurt ist mittlerweile auch in den Wine Guide des Rheingauer Weinbauverbandes und in die Frankfurt-Rheingau-Riesling-Route aufgenommen worden. Doch was noch fehlte war eine Frankfurter Weinkönigin. Recherchen bei der Weinfachhochschule in Geisenheim brachten nicht den gewünschten Erfolg. Erst ein Besuch von Thomas Feda, dem OB und dem Präsidenten des Rheingauer Weinbauverbandes Peter Seyffardt beim Rheingauer Weinmarkt in Wiesbaden stieß man auf eine Person, die Marilen Mail hieß und nach fachtechnischer Ausbildung den Zuschlag zur königlichen Hoheit erhielt.

Nach erfolgreich bestandenem Eignungstest gestern vor dem Publikum im Städtischen Weingut krönte die Rheingauer Weinkönigin Staphanie die Erste Marilen Maul zu Marilen die Erste. Nun trägt sie auf ihrem Haupt eine eigens gestaltete goldschimmernde Krone, die die Frankfurter Stadtsilhouette symbolisiert.

altKrönungszeremonie durch Stephanie I. im Beisein des Frankfurter Oberbürgermeisters Feldmann. Foto: Karl-Heinz Stier

Thomas Feda sprach die Hoffnung aus, dass eine Frankfurter Weinkönigin helfe, bei der Vermarktung der Mainmetropole weltweit ein zweites Standbein zu schaffen. Schon jetzt sei ihre Präsenz bei 30 Veranstaltungen „geblockt", so wird Marilen I. im Laufe des Jahres an zahlreichen Veranstaltungen von der TCF teilnehmen. „Wir haben bei ihr eine Begeisterung gefunden, die positiv für die Mainmetropole, die Region und den Wein werben wird", ist sich Thomas Feda sicher. Sie wird auf Messen auftreten, gleich zu Beginn ihrer Amtszeit auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin oder Frankfurter Feste besuchen. „Anlässlich des Rheingauer Weinmarktes eröffnet unsere neue Weinkönigin mit ihren „Amtskolleginnen" aus den anderen Rheingauer Regionen das Fest", so Feda.

Vermarktungsideen und -strategien sollten zeitgemäß sein, äußerte Weingut Pächter Jürgen Rupp vor einigen Jahren. Die verschiedensten Ideen sind in der Vergangenheit mit mehr oder weniger Erfolg umgesetzt worden, so hatte das Weingut der Stadt Frankfurt u.a. zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 zwei Weißweine und einen Rotwein mit Etiketten auf denen das FIFA WM-Logo 2006 prangte herausgebracht und nach China wurde der Lohrberger und Hochheimer auch schon vermarktet. Doch nun soll mit der Schaffung einer Weinkönigin, einer direkten Repräsentantin, der Bekanntheitsgrad des Frankfurter Weines erfolgen und die Vermarktung vorangetrieben werden.

Die Rheingauer Weinkönigin freut sich über den Zuwachs. „Frankfurt und der Rheingau gehören zusammen, der Wein verbindet uns". Auf ihre Kollegin warte ein Jahr mit einzigartigen Erfahrungen, unvergesslichen Momenten und Begegnungen.

Ihre Weinmajestät Marilen I., bürgerlich Marilen Maul, zeigt sich voller Tatendrang: „Es ist für mich eine große Ehre Frankfurt und den Riesling präsentieren zu dürfen" und weiter „ich werde das Amt engagiert angehen und auch genießen, denn Wein ist spannend und voller Leidenschaft.

altEinen weiten Blick hat der Besucher des Frankfurter Hausberges, dem Lohrberg, über Frankfurt mit seiner Skyline.Weinreben und Apfelbäume prägen das Bild rund um den 185 Meter hohen Berg. Foto: Ralph Delhees

Frankfurt und seine Weine


Frankfurt ist eine der wenigen deutschen Großstädte, die über einen eigenen Weinberg innerhalb des Stadtgebiets verfügen. Der Lohrberg mit seinen 185 Metern Höhe, im Stadtteil Seckbach, gehört zum berühmten Anbaugebiet Rheingau und ist zugleich ein beliebtes Ausflugziel mit herrlichem Blick auf die Skyline. Aber nicht nur Wein wächst um den Lohrberg, die zahlreichen Apfelbäume in „Tal" sorgen für ein weiteres Getränk das „Stöffche", der Apfelwein und im Herbst jeden Jahres treffen hier Winzer und Apfelweinkelterer aufeinander mit ihren Erntehelfern. Seit über 250 Jahren gilt der Apfelwein als das Frankfurter Nationalgetränk und von nicht ungefähr ist, dass sich auf dem Lohrberg das MainÄppelHaus Lohrberg Streuobstzentrum e.V. - Informations- und Begegnungsstätte rund um das Thema Streuobst, Apfel und Gartenbau - befindet.

Weinanbau seit Jahrhunderten auf dem Lohrberg


Frankfurt hat eine jahrhundertealte Weintradition, der Weinbau an den Hängen des Lohrberg ist seit dem 9. Jahrhundert durch die urkundlichen Erwähnung Seckbachs im Jahr 882 überliefert. Nicht ausgeschlossen ist, dass der Weinbau an dem von der Sonne verwöhnten Hang möglicherweise schon durch die Römer erfolgte. Das heutige Weingut der Stadt Frankfurt ging 1803 im Zuge der Säkularisierung, zur Zeit Napoleons, aus dem Besitz des Karmeliterklosters in städtischen Besitz über. Im Laufe der Jahrzehnte wurde bis 1935 das städtische Weingut in Hochheim erweitert, auf schließlich rund 25 Hektar. Anfang der 1990er Jahre, verpachtete die Stadt das Weingut.

altWeinkenner schätzen den Lohrberger-Wein. Das Etikett stammt von einer Flasche 2015er Frankfurter Lohrberger Hang Riesling Spätlese trocken. Foto: Ralph Delhees

Der größte Teil des insgesamt 25 Hektar großen städtischen Weinguts liegt in Hochheim am Mainufer. Aus dessen Trauben entstehen weitere hochwertige Weine wie Weißer Burgunder, Spätburgunder, Chardonnay und Cabernet Sauvignon. Die Gesamtproduktion beträgt ca. 200.000 Flaschen jährlich.

Riesling „Lohrberger Hang", trocken - Der Besondere


Der Weinanbau auf dem Lohrberg, dem Frankfurter Hausberg, ergibt rund 10.000 Flaschen Riesling „Lohrberger Hang", trocken. Das ist die Jahresleistung des Weinberges innerhalb der Frankfurter Stadtgrenzen. Zu bedenken ist bei solch einer Menge, dass der Lohrberg der östlichste und einer der kleinsten Weinbauanlagen im Anbaugebiet Rheingau ist und quasi in einem öffentlichen Park liegt. Wird in Hochheim auf knapp 24 Hektar mit hochmodernen Lesemaschine geerntet, ist am Lohrberg Handeinsatz von den Erntehelfern gefordert.
Das Sortiment der Weine des städtischen Weingutes wird im Verkaufsraum im Römer, Eingang Limpurggasse, angeboten, ausgeschenkt wird er in der Weinstube im Römer und direkt auf dem Lohrberg ist er in dem Gastronomiebetrieb zu kaufen.

Ins Visier genommen:

Überregional Alle anzeigen