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Erdbeeren hatten schlechten Start

Landwirtschaftsministerin Priska Hinz eröffnet südhessische Erdbeersaison - Süße Früchtchen sind gesund           von Ralph Delhees

09.05.17 || altaltBICKENBACH (09. Mai 2017) - Die kleinen roten Früchtchen, sprich die Erdbeeren, sind seit Dienstagnachmittag offiziell zur Ernte und damit zur Verkostung freigegeben. Hessens Landwirtschaftsministerin Priska Hinz pflückte bei wärmenden Sonnenstrahlen in einem Sonnentunnel gemeinsam mit der hessischen Erdbeerköni-gin, Marie I. die ersten Erdbeeren auf dem Anwesen des Hartenauer Hofs in Bickenbach.

Hessens Landwirtschaftsministerin Priska Hinz betont in ihrem Grußwort: „Erdbeeren sind süß und saftig, sie sind gesund und kalorienarm, sie kommen aus der Region und sie sind echte Multitalente. Ihr Vitamin-C-Gehalt ist höher als der von Orangen oder Zitronen. Schon 200 Gramm Erdbeeren decken den Tagesbedarf an Vitamin C. Mehr als drei Kilogramm Erdbeeren pro Kopf werden jährlich verzehrt. Sie stammen zu Zweidritteln aus heimischer Produktion. Ich freue mich daher jedes Jahr auf die hessische Erdbeersaison. Für dieses Jahr wünsche ich allen Landwirtinnen und Landwirten, dass nach einem klimatisch etwas schwierigen Start das Wetter jetzt günstig bleibt und die roten Früchte gut reifen können. Darum ermuntere ich auch alle Verbraucherinnen und Verbraucher, Erdbeeren aus ihrer Region zu essen - selbst wenn die Preise wegen des Frostes in diesem Jahr etwas höher sein werden." Derzeit kostet ein Pfund Erdbeeren um vier Euro.

Andreas Klein vom Hessischen Landesverband für Erwerbsobstbau gab einige Fakten und Zahlen zum Erdbeeranbau in Hessen. 174 Betriebe bauen in Hessen auf einer Fläche von rund 1.150 Hektar Erdbeeren an. Insgesamt wurden in Hessen 2016 rund 7.850 Tonnen Erdbeeren geerntet. Er ergänzt, dass mögliche Frostschäden durch die niedrigen Temperaturen in den letzten Wochen dank Frostschutzberegnung und Abdeckung in Südhessen weitestgehend vermieden werden konnten. Er blicke der kommenden Ernte daher optimistisch entgegen.

Bürgermeister Günter Martini hielt ein kurzes Grußwort und ging auch auf die möglichen Ernteverluste in der Landwirtschaft im Allgemeinen ein. Einen guten Saisonverlauf wünschte die südhessische Erdbeerkönigin Marie I., dabei schilderte sie einiges aus ihrer Arbeit im ersten Herrschaftsjahr. Besonders beeindruckt war sie von dem Königinempfang mit Ministerpräsident Volker Bouffier.

Der Frost hat seine Spuren hinterlassen


Die warmen Temperaturen im März und die folgenden Nachtfröste im April haben es den hessischen Erdbeeranbauern nicht leicht gemacht. Die Ernteausfälle und damit der wirtschaftliche Schaden durch die Frostnächte wird erst nach der Erdbeersaison sich abzeichnen deshalb haben derzeit viele Bauern nur verhaltene Erwartungen auf die Ernteerträge. Zum Teil müssen erhebliche Abstriche gemacht werden. Je nach Lage gingen teilweise die Temperaturen mehrere Tage bis auf minus sieben oder acht Grad runter und das hält die Erdbeerpflanze, wie auch alle anderen Blütler nicht aus.

Gelitten haben nicht nur die Erdbeere - auch der Spargel und die Weinreben


Der Frost hat jetzt schon Spuren hinterlassen und es wird mit Ernteausfällen zwischen 25 bis 80 Prozent gerechnet. Besonders betroffen sind im Main-Taunus-Kreis die Krifteler Obstbauern, die teilweise über 80 Prozent verloren. Selbst Anbauten unter Folie oder Vlies hätten nicht ausreichend vor der Kälte geschützt werden können, berichtete Kriftels Landwirt Berthold Heil.

Auf Nachfrage bestätigte Ministerin Hinz, dass auch der Spargel, soweit er schon mit den Spitzen aus der Erde hervorkam, Schäden erlitten hat. Beim grünen Spargel, der obererdig wächst, sind die Schäden enorm. Auch die Weinreben haben gelitten. Besonders betroffen ist der Rheingau und hier u.a. Eltville, Hattenheim (- 100 %),sowie mit bis zu 80 Prozent die Weinberge in Hochheim, Flörsheim und Wicker.

Obsthof auf 110 Hektar


Friedrich Schüttler vom Hartenauer Hof bewirtschaftet gemeinsam mit dem landwirtschaftlichen Betrieb seines Sohnes Kai rund 110 Hektar. Seit 1999 werden hier Erdbeeren angebaut. Weiterhin werden Spargel, Heidelbeeren, Himbeeren, Zuckerrüben, Winterweizen, Wintergerste, Körnerfenchel, Körnermais, Rhabarber und Kürbisse kultiviert. Der Betrieb beschäftigt vier bis sechs festangestellte Mitarbeiter und während der Saison rund 120 Erntehelfer und Verkäufer.

Gute Qualität aus Hessen


Ausgerichtet wird die siebte südhessische Erdbeersaisoneröffnung vom Hessischen Landesverband für Erwerbsobstbau e.V. und dem Arbeitskreis Erdbeeranbau gemeinsam mit der MGH GUTES AUS HESSEN GmbH. Unterstützung gibt die Fördergesellschaft des hessischen Gartenbaus mbH, Frankfurt. Ein großer Teil der hessischen Erdbeeranbauer nimmt an der Qualitätsmarke „Geprüfte Qualität - HESSEN" teil und garantiert seinen Kunden damit die hessische Her-kunft der angebotenen Früchte.
Zum Abschluss der Erdbeer-Saisoneröffnung schnitt die Ministerin traditionell einen überdimensionalen Erdbeerkuchen in Hessen-Form an und lässt es sich gemeinsam mit den geladenen Gästen schmecken.

Weitere Informationen und Tipps rund um Erdbeeren gibt es im Verbraucherportal der Landesregierung unter
www.verbraucherfenster.de

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