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Tage der Industriekultur Rhein-Main beschäftigen sich mit „Material“

Mehr über Nachnutzung, Wiederverwendung und Verwertung hautnah erleben und erfahren - 185 Programmpunkte mit 400 Möglichkeiten in 9 Augusttagen           von Karl-Heinz Stier

28.06.17 || altREGION (27. Juni 2017) - In der letzten Woche der hessischen Schulferien, vom 5. bis 13. August 2017 heißt es wieder „Türen auf" für die Tage der Industriekultur Rhein-Main. Das Motto „Material" lässt eine große Spekulation der Geschehnisse zu. Sabine von Bebenburg, Geschäftsführerin der KulturRegion FrankfurtRheinMain meinte bei der Vorstellung des druckfrischen Veranstaltungsprogrammes: „Angesichts der Vielzahl ungelöster Entsorgungsfragen, vom Plastikmüll bis zur Grund-/Trinkwasserbelastung durch Dünger, ist es an der Zeit, sich mit dem Thema Material zu beschäftigen und zwar mit dem gesamten Lebenszyklus von Materialien".

altDas Programmheft hat Taschenformat und gibt auf den letzten Seiten eine gute Übersicht nach Orten, Veranstaltungstitel und Öffnungszeiten. Repro Ralph Delhees

So wird z.B. der Frage nachgegangen, welche Materialien machen eine neue Photovoltaik-Technologie möglich? Wie sieht eine Materialprüfung bei der Eisenbahn aus? Wie wird nachhaltig und materialeffizient in der Gießereitechnik gearbeitet? Von Holz über Stahlbeton bis Siliziumchips, von erdölbasiertem Plastik bis zu Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen: bei den Tagen der Industriekultur lässt sich viel über Herkunft und Wandel von Materialien, inklusive der Herausforderungen von Nachnutzung, Wiederverwendung und Verwertung erfahren.

Beispiele aus dem 120- seitigen Programm


Beim Mainova-Heizwerk in der Frankfurter Gutleutstraße 231 erfahren die Besucher vieles über das Material Kohle, die seit über 200 Jahren die Stadtgesellschaft versorgt - ehemals mit der Straßenbeleuchtung, dann mit der Strom - und Gasversorgung und neuerdings mit der Fernwärme. Die Termine der Führungen: Mo 7.8. und Mi 9.8. jeweils 18 bis 20 Uhr und Fr 11.8. von 15 bis 17 Uhr. „Wir zeigen auch, dass sich das Heizwerk dem Energiewandel anpassen muss, um am Markt wettbewerbsfähig zu sein", betonte Winand Zeggel, zuständig für die Bereiche Anlagenbau, Erzeugung, Betrieb und Instandhaltung der Kraftwerke bei der Mainova AG.

altaltDie historische Turbine von 1957 im Mainova-Kraftwerk und rechts im Bild ein Kesselbrenner.

In Bischofsheim im Kreis Groß-Gerau kann man einen Schnupperkurs für Lokführer beim Eisenbahner-Sportverein mitmachen: So 13.8. ab 10 Uhr.

Die Produkte der Wächtersbacher Steingutfabrik aus der Zeit des Historismus, des Jugendstils und Art Deco wird in der Sammlung des Keramik-Museums Lindenhof vorgestellt: So 6.8. von 14 bis 17 Uhr.
Wie kommt der Apfel ins Glas? Diese Frage beantworten Mitarbeiter der Firma Possmann in der Eschborner Landstraße. 156-162: Di 8.8. von 14 bis 15.30 Uhr und Mi 9.8. von 10 bis 11.30 Uhr.

Bad Homburg steuert eine Ausstellung zum Thema "Frauen geben Gas" bei. Von Bertha Benz‘ erster Fernfahrt 1888 bis zu den Rennfahrerinnen nach dem Zweiten Weltkrieg widmet sich diese Ausstellung mutigen Frauen, die sich ans Steuer wagten, als das noch gar nicht üblich war. 13 ungewöhnliche Biografien und 15 historische Fahrzeuge aus rund 100 Jahren zeichnen Automobilgeschichte nach: Sa 5.8. und So 13.8. jeweils von 12 bis 16.30 Uhr.

Wie vielfältig Holz als Baustoff sein kann, wird in der 1957 gegründeten Bauschreinerei Kramwinkel in Mühlheim verdeutlicht. Neue Werkstoffe, aber auch veränderte Rahmenbedingungen wie Umweltauflagen begleiten die Firmengeschichte, Produktion und Einsatzgebiete der Erzeugnisse sowie Produktionsmethoden: Di 8.8. von 10 bis 12.30 Uhr.

Das Programm stellten während einer Pressekonferenz (v.l.n.r.) Winand Zeggel von der Mainova, Sabine von Bebenburg, Geschäftsführerin der KulturRegion und Salvatore Granatalla, Projektleiter der Route der Industriekultur Rhein-Main vor

In 44 Städten machen 150 Veranstalter mit


Nach Auskunft von Projektleiter Salvatore Granatella sind an der Veranstaltungsreihe 44 Städte der Rhein-Main-Region, von Bingen bis Bad Orb, von Laubach bis Miltenberg am Main und über 150 Veranstalter beteiligt. An neun Tagen bietet sie mit 185 Programmpunkten mehr als 400 Möglichkeiten an, die Vielfalt der Industriekultur in der Region zu entdecken: ob bei Führungen durch Unternehmen oder Depots, Anlagen der Ver- und Entsorgung, Verkehrsbauten, Rundfahrten durch Industrie - und Technologieparks und Hafenanlagen, Schiffs - und Radtouren oder Open-Air-Filmvorführungen.

Die Tage der Industriekultur feiern in diesem Jahr ihr 15. Jähriges Bestehen. Seit 2015 wird es ergänzt um das Programmformat „Route der Industriekultur Junior" für 10- bis 16-Jährige(vor den Sommerferien). Im letzten Jahr wurden rund 2.000 Besucher gezählt (inklusive der Junior-Route).

Das 120-seitige Programmheft liegt kostenfrei in Rathäusern, Bürgerbüros und Tourist-Infos der Region aus. Es ist auch in der Geschäftsstelle der KulturRegion am Frankfurter Hauptbahnhof (Poststraße 16) erhältlich und steht online zum Herunterladen unter www.krfrm.de.

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