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Dekan Dr. Fedler-Raupp: „Die Reformation geht weiter“

Ein christliches Fest des Glaubens und der Ermunterung - Zentraler Festgottesdienst zum Reformationsjubiläum - Auch Wappnen gegen Spott           von Ralph Delhees und Klaus Parker

13.11.17 || altaltMAIN-TAUNUS-KREIS/HOFHEIM (13. November 2017) - Endlich war der Reformationstag, 31. Oktober, in diesem Jahr zum ersten Mal als bundesweiter Feiertag erklärt worden und viele - nicht nur - protestantische Mitbürgerinnen und Mitbürger wünschen sich einen festen Feiertag. Pfarrer Schellenberg, von der evangelischen Thomasgemeinde in Hofheim, hielt es in seiner Predigt auch für angebracht, da heutzutage mehr Menschen wissen wann Halloween ist und der Reformationstag kaum in ihren Gedächtnissen verankert ist. Die meisten protestantischen Kirchen waren mehr als gut besucht - es gab ökumenische Gottesdienste z.B. in Schwalbach und Kriftel -, dazu hatte vielfach auch die fast schon übermäßige Werbung für Luther und die Reformation in den verschiedensten Medien gesorgt. Doch Luther und die Reformation hat nichts mit Pop und Stilisierung zu Stars bzw. Ikonen zu tun, es ist gelebter Glaube, Menschlichkeit und mit der Würze der Reformation die nie aufhört und täglich gelebt und immer wieder reformiert wird. Beim zentralen Festgottesdienst des Dekanat Kronberg aus Anlass des 500-jährigen Reformationstages, am vergangenen Sonntag, brachte dies auch Dekan Dr. Martin Fedler-Raupp in seiner Predigt zum Ausdruck.

altAuch er stand fest im zentralen Festgottesdienst zum Reformationsjubiläum: Reformator Martin Luther als Abbild

Mit seiner kompakten Predigt - samt Appell voll christlicher Gewissheit und Zuversicht, „die Sache Gottes geht weiter mit uns - unser Gott ist mit uns - was können uns (dann) Menschen (an) tun"?! - hat Dekan Dr. Martin Fedler -Raupp rund 400 Besucher in der Evangelischen Thomaskirche in ihrem Glauben gestärkt. Er versicherte den Christen darüber hinaus: „Die Reformation geht weiter". Der Dekan schaute auch in die Welt: „Es kommen Menschen, die über unseren Glauben spotten". Daher brauche der Christ auch Ermunterung. Die erfahre er auch durch den Gekreuzigten: „Christus steht für den Glauben an Gott, und Gott bleibt bei uns. Die Taufe verbindet uns mit ihm". Die Hinwendung auf die Transzendenz war es aber nicht allein, die alle dicht auf den Kirchenbänken zusammengerückten Teilnehmer diesen Festgottesdienst zum 500. Reformationsjubiläum als Erlebnis wahrnehmen ließ.

Fedler-Raupp verband die Verheißung Christi: „Habt keine Angst. Ihr werdet getragen. Ihr seid nicht allein", mit Reformator Martin Luther (1483-1546), der mit seiner Einsicht „den Menschen etwas Neues brachte - wir sind durch Christus mit Gott eng verbunden". Der Dekan stellte den Christen heute Luther damals an die Seite: „Auch er und die weiteren Reformatoren brauchten Ermunterung".

altMit seiner kompakten Predigt um Aufmunterung, Glaube, Beistand, Luther und Reformation trug Dekan Dr. Martin Fedler-Raupp zur herzlichen Annahme des zentralen Festgottesdienstes zum Reformationsjubiläum unter 400 Gottesdienstbesucher in der Evangelischen Thomaskirche in Hofheim-Marxheim bei. Im Hintergrund der CVJM-Posaunenchor Eschborn

Aus 30 Gemeinden kamen  die Besucher - Starker Beifall für Festgottesdienst


Es war ein Festgottesdienst der Besinnung auf die „Frohe Botschaft", der Reformation wie ihrer Zukunft sowie der Zuversicht daraus. Nach Hofheim-Marxheim in die Thomaskirche hatte zum zentralen Festgottesdienst das Dekanat eingeladen, um hier in der größten Kirche des Dekanats den 500. Tag der Reformation zu begehen. Dem Dekanat gehören 30 Kirchengemeinden an aus ihnen strömten die Besucher in die Thomaskirche. Die Kirche war so voll wie sonst Weihnachten oder Ostern, es mussten Stühle nachgestellt werden und die Gesangbücher reichten nicht für alle. Neben dem Dekan gestalteten den Festgottesdienst Pfarrerin Constanze Schellenberg, Pfarrer Reinhard Schellenberg, Dekanatskantorin (Orgel) Katharina Bereiter, CVJM Posaunenchor Eschborn und die Thomaskantorei unter Leitung von Markus Stein mit. Am Ende brandete starker Beifall für dieses Gottesdiensterlebnis auf. Es war den Beteiligten gelungen, Herz und Verstand ihrer zahlreichen Christen in der Kirche zu erreichen. Unter ihnen auch Hofheims Bürgermeisterin Gisela Stang, Landrat Michael Cyriax und Präses Peter Ruf.

Nach Worten des Dekans endeten mit diesem Festgottesdienst die Gottesdienste um das Reformationsjubiläum offiziell im Dekanat in diesem Jahr. Am 31. Oktober 2017 hatten die einzelnen Evangelischen Kirchengemeinden im Dekanat den Thesenanschlag Luthers (31.Oktober 1517, Schlosskirche Wittenberg, Auslösung der Reformation) zumeist in Abendgottesdiensten gefeiert und auf den zentralen Gottesdienst in Hofheim-Marxheim hingewiesen. Nah am Geburtstag Luthers, 10. November 1483. Nach dem Festgottesdienst waren die Besucher zu einem Empfang im Gemeindehaus eingeladen. Er wurde stark wahrgenommen.

Mit Segen und Gebet „Vater unser..." beendeten Präses Peter Ruf, Pfarrerin Constanze Schellenberg und Dekan Dr. Martin Fedler-Raupp (v.l.n.r.) den zentralen Festgottesdienst zum Reformationsjubiläum in der Thomaskirche

Ermunterung, Bekenntnis und Beistand


Pfarrerin Schellenberg leitete den imposanten Festgottesdienst in prall gefüllter Kirche ein, dessen Thema „Die Reformation geht weiter - Der Weg der Evangelischen Kirche" die zahlreichen Christen angezogen hatte. Bereits sein erstes Lied, „Lobet den Herren" (Thomaskantorei), ließ Gottesdienst wie Besucher im weiten Kirchenschiff als Christenheit stark und vereint wirken. Pfarrer Schellenberg stimmte die Besucher mit dem Paulinischen Brief an die Römer, 3,21-28, „auf die Gerechtigkeit Gottes durch Vergebung der Sünden" ein - „und den gerecht macht, der an Jesus glaubt".

Dekan Dr. Martin Fedler-Raupp lud nach dem zentralen Festgottesdienst die Besucher im Gemeindehaus der Evangelischen Thomasgemeinde in Hofheim-Marxheim zu Empfang, Gesprächen und Verköstigung. Fotos (4): Klaus Parker

Dekan: „Luther bewegte das Herz der Menschen damals"


„Die Aufforderung zu furchtlosem Bekenntnis", Matthäus 10,16-39, wählte der Dekan als Eingang in seine Predigt und schilderte die Nachtwanderung einer Jugendfreizeit in Dunkelheit, aber auch von Licht zu Licht. Einige hatten Angst und brauchten Ermutigung, weiterzugehen zur Lichtquelle, eine nach der anderen. Auch Luther brauchte sie, der sich durchaus selbstquälerisch die Frage gestellt habe: „Darf ich das? Land und Kirche so in Unordnung zu bringen"? Doch er glaubte an den „fröhlichen Wechsel, der dennoch mit uns beginnt". Fedler-Raupp wies darauf hin, dass Luther diese Einsicht im Dunkel gewonnen und ins Licht (unter Leute) gebracht habe. Damit sei eine neue Erkenntnis verbreitet worden: „Christus verbindet sich direkt mit Dir, und die Kirche wird Hort dieser freien Verkündung". Luthers Einsicht veränderte Kirche und Blick auf Leben und Welt: „Gottes Liebe ist größer als Deine Schuld und Tat", so der Dekan in seiner und Luthers Auslegung. Damit habe Luther das Herz der Menschen bewegt. Ebenso auf weitere Reformatoren gewirkt: Melanchthon, Jona und auch Katharina von Bora u.a. Der Dekan: „Die Reformation geht weiter. Unser Herz ist davon voll, und der Mund geht uns über".

Taufe als Beistandszusage von Gott zu Mensch


Ein kraftvolles Bekenntnis zu Glaube und Reformation. Aber wie gehen wir im Alltag damit um? Der Dekan kennt sich aus: Der Enthusiasmus dafür: „Ja klar"! besteht aber nicht immer. Man schwanke auch zwischen Bekennen und Zurückhaltung. Aber es gebe auch diese Strömung: „Was mein Leben ausmacht, will ich mitteilen". Das sei eine Einbringung ins Miteinander und enthalte die „gute Nachricht: „Jesus trägt und hält unser Leben". Der Mensch könne aber auch an Menschen geraten, die den Leib töteten. Aber Leib und Seele töten? Das beides halte Gott allein in der Hand. Und aus der Taufe dürfe der Mensch die Zusage Gottes schöpfen: „Ich bin und bleibe bei Dir". Den wuchtigen, alle Unheil trotzenden, passenden Schlussakkord darauf setzten dann die gesamten über 400 Christen in der Kirche: „Ein feste Burg ist unser Gott", sangen und schmetterten sie in den Raum. Himmelhoch.

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