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Handwerk ist durch verschiedene Aktivitäten bekannter geworden

Ausbildungs-Radar - Kreishandwerkerschaft Main-Taunus als Beispiel in der Region - Politik kümmert sich           von Ralph Delhees

09.06.15 || altRHEIN-MAIN-TAUNUS/HOFHEIM (09. Juni 2015) - Handwerk hat noch immer goldenen Boden, dies zeigte jetzt eine Forsa-Umfrage in rund 50 Prozent der jungen Menschen das Handwerk für einen attraktiven Arbeitgeber hielten und deshalb liegt der Fokus auf der Nachwuchswerbung. Aber nicht nur Nachwuchswerbung ist wichtig, sondern auch Imagewerbung für das Handwerk, um beides bemüht sind immer wieder die Industrie- und Handelskammern, die Handwerkskammern und Kreishandwerkerschaften und die einzelnen Innungen. Gefragt ist auch die Politik, die sich bemüht in Zusammenarbeit mit den einzelnen angesprochenen Institutionen und auch mit Berufs- und -fachschulen zusammenzuarbeiten. Vorbildliche Zusammenarbeit untereinander findet in der RheinMainRegion mit den Städten Wiesbaden und Frankfurt statt. Am Beispiel der Kreishandwerkerschaft Main-Taunus und des Main-Taunus-Kreises führen wir nachfolgend einige Beispiele auf, in denen bei jährlichen Veranstaltungen die Bevölkerung mit einbezogen wird, wie z.B. bei öffentlichen Brot- und Brötchen-, bzw. Stollenprüfungen. Weiter zählen dazu Gewerbeausstellungen, Tage der offenen Tür in den Betrieben, sogenannte Ausbildungstouren an denen Vertreter von Unternehmen, Schulen und Institutionen (Arbeitsagentur, IHK, Handwerkskammer) teilnehmen, die gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung das Projektsteuerungsteam für die Planung und Durchführung der Ausbildungstour bilden.

altHandwerk steigert durch die Imagekampagne Bekanntheit und Bedeutung


Eine aktuelle Forsa-Umfrage zeigt, dass das deutsche Handwerk und seine verschiedenen Berufe bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen bekannter geworden sind. Im Auftrag des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) führt das Forsa-Institut Befragungen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 14 und 24 Jahren zur Bekanntheit und Bedeutung des Wirtschaftsbereichs durch.

Die Imagekampagne des Deutschen Handwerks wurde im Jahre 2010 gestartet. Damals waren die Umfragewerte mangelhaft. Viele gaben an das Handwerk in der Öffentlichkeit kaum wahrzunehmen.

Sowohl das Handwerk, als auch die Handwerksberufe werden stärker wahrgenommen. Nannten im Jahr 2008 auf die Frage "Welche Handwerksberufe kennen Sie?" als erstes Schreiner/Tischler, gefolgt von Maurer und Maler und waren viele weitere Berufe nahezu unbekannt (z. B. Parkettleger) oder wurden nicht dem Handwerk zugeordnet (z. B. Friseur, Metzger), so ergab die aktuelle Befragung, dass inzwischen der deutlichen Mehrheit der jungen Menschen klar ist, dass über 100 Berufe zum Handwerk gehören.

Probleme gibt es aber trotzdem weiterhin bei der Attraktivität des Handwerks als Arbeitgeber. 48 Prozent der jungen Menschen hielten das Handwerk 2008 für einen attraktiven Arbeitgeber. Dieser Wert wurde bislang nicht nachhaltig verbessert. Für viele Jugendliche liegt weiterhin eine Diskrepanz zwischen ihren Ansprüchen an einen Arbeitsplatz und dem, was das Handwerk - ihrer Meinung nach - bietet.

Die Imagekampagne setzt deshalb in ihrer zweiten Staffel auf die Ansprache von Jugendlichen. Auf der Nachwuchswerbung liegt der Fokus.

Nie war es einfacher einen Ausbildungsplatz zu finden


Mit dem Lehrstellen-Radar auf der Internetseite des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) haben Schulabgänger, Eltern, Lehrer oder Ausbildungsberater einfachen Zugang zu freien Lehrstellen oder Praktikumsplätzen in aktuellen Handwerksberufen von denen es über 130 gibt. Nie war es einfacher einen Ausbildungsplatz zu finden. Einfach die Postleitzahl eingeben und los geht es, der Lehrstellen-Radar zeigt bundesweit, welche Lehrstellen und Praktikumsplätze im Handwerk frei sind.

Brot- und Brötchenprüfung der Bäcker-Innung Main- und Hochtaunus


Zwölf Innungsbetriebe mit 70 Brot- und 48 Brötchensorten beteiligten sich an der diesjährigen öffentlichen Brot- und Brötchenprüfung im „Haus des Handwerks" und im Chinon-Center und dokumentierten hier den hohen Qualitätsstandard der Backwaren der Mitgliedsbetriebe der Bäcker-Innung Main- und Hochtaunus. Sehr viel Zuspruch erhielten die Bäcker, da sie nicht nur die Brote und Brötchen zur Verkostung anboten, sondern auch fachliche Erklärungen an viele Fragesteller abgaben. Der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Main-Taunus, Peter Sachs zeigte sich, wie die die teilnehmenden Betriebe, zufrieden über den Verlauf der Prüfungstage.

altBei der Brot- und Brötchenprüfung beobachten Besucher und Bäcker im Chinon-Center in Hofheim Karl-Ernst Schmalz, Prüfer des Zentralverbandes des Deutschen Bäcker-Handwerks

Von den an zwei Tagen durch den Prüfer des Zentralverbandes des Deutschen Bäcker-Handwerks Karl Ernst Schmalz geprüften Broten und Brötchen wurden ausgezeichnet:

• Brötchen: 37,5 % für sehr gute Leistungen und 47,9 % für gute Leistungen
• Brote: 37,1 % für sehr gute Leistungen und 35,7% für gute Leistungen
• Gesamt (Brötchen + Brote): 37,29 % für sehr gute Leistungen und 40,64 % für gute Leistungen

Folgende Mitgliedsbetriebe haben an der Brot- und Brötchenprüfung teilgenommen und erhielten Urkunden in Gold bzw. Silber: Mühlenbäckerei Debo (Niedernhausen), Raimund Dorn (Kelkheim), Bäckerei Cafe O. Ernst (Neu-Anspach), Bäckerei Flach (Kronberg), Emil Hees GmbH (Königstein), Backhaus Matthias Heislitz (Kriftel), Markus Kilb (Kriftel), Bäckerei Müller GmbH (Oberursel), Peter Neuhaus (Kelkheim), Bäckerei Preis (Hochheim), Christof Waldschmitt (Schmitten) und Bäckerei Wittekind (Kelkheim).

Im vergangenen Jahr hatten an der Brot- und Brötchenprüfung sich noch 15 Innungsbetriebe mit 105 Brot- und 57 Brötchensorten beteiligt.

Warum eine Brot- und Brötchenprüfung?


Vom handwerklichen Bäckerfachgeschäft wird neben einem vielfältigen Angebot auch die Gewißheit erwartet, Qualitätsware zu erhalten. Um die gute Qualität der Backwaren zu halten und auszubauen führt die Bäcker-Innung Main- und Hochtaunus die Tradition fort und bietet ihren Mitgliedern an, sich an der Brot- und Brötchenprüfung zu beteiligen. Speziell ausgebildete Brotprüfer bewerten nach festgelegten Prüfungskriterien die vorgelegten Backwaren. Nach der Prüfung haben die teilgenommenen Bäckermeister Gelegenheit, sich die Prüfungsergebnisse erläutern zu lassen.

Analysen und Beschreibungen etwaiger Fehler sowie Empfehlungen für Abhilfemaßnahmen werden den Teilnehmern schriftlich mitgeteilt, damit sie Gelegenheit haben die Qualität ihrer Produkte noch weiter zu steigern.

Stollenprüfer Karl-Ernst Schmalz bei der Stollenprüfung im November 2014. Fotos (2): Kreishandwerkerschaft Main-Taunus

Nicht nur öffentliche Brot- und Brötchenprüfung veranstaltet die Kreishandwerkerschaft Main-Taunus, sondern auch alljährlich eine Stollenprüfung im November. An der letzten in der Taunus-Sparkasse im Kurhaus Bad Homburg hatten sich 13 Innungsbetriebe mit 36 Stollen beteiligt und dokumentierten auch hier den hohen Qualitätsstandard der Backwaren der Mitgliedsbetriebe der Bäcker-Innung Main- und Hochtaunus. Strengen Richtlinien unterliegen die Prüfungskriterien, dazu gehören Form & Aussehen, Oberflächen- & Krusteneigenschaft, Lockerung & Krumenbild, Struktur & Elastizität und Geruch & Geschmack.

Freisprecjung - „Ball des Handwerks"


Zu den alljährlichen Aktivitäten der Kreishandwerkerschaft Main-Taunus gehören auch Freisprechungsfeier und den Wettbewerb „Die gute Form" mit der Tischler-Innung Main-Taunus in der Brühlwiesenschule in Hofheim.

Gesellschaftlich geht es zu beim „Ball des Handwerks", in dem die Meisterfeier mit Jubilarenehrung integriert ist. Der Präsident der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, Bernd Ehinger, überreicht im Laufe des Abends den jungen Meisterinnen und Meistern aus dem Main-Taunus-Kreis die Meisterbriefe und ehrt die Jubilare. Das gesellschaftliche Ereignis bietet ein musikalisches Feuerwerk und ausreichend Gelegenheit zum Tanz und zum geselligen Beisammensein am 26. September 2015. 8 Tage davor, am 19. September, findet der bundesweite Tag des Handwerks statt, bei dem verschiedene Handwerksbetriebe ihre Tore öffnen.

Imagekampagne des Handwerks


„Die Welt war noch nie so unfertig - Pack mit an", so lautet der Slogan der Imagekampagne des Handwerks. Dieses Motto hatten die Innung Sanitär-Heizung-Klempner Main-Taunus und die Schornsteinfeger-Kreisgruppe Main-Taunus im vergangenen Herbst etwas abgewandelt und im übertragenen Sinn umgesetzt. Beide Innungen spenden je 500 Euro - insgesamt 1.000 Euro - für einen guten Zweck. Und da das Handwerk in der Region verwurzelt ist, ging die Spende für behinderte und benachteiligte Kinder und Jugendliche in der Region an die Stiftung Leberecht.

Landrat und IHK besucht Handwerksbetriebe


Landrat Michael Cyriax und der Vorstand der Kreishandwerkerschaft Main-Taunus hatten sich im Mai dieses Jahres zu gemeinsamen Betriebsbesuchen getroffen. Auf dem Programm standen zwei Firmenbesuche in der Kreisstadt Hofheim, der Raumausstattung Faust und Glas Henrich. Nach der Besichtigungstour zeigte sich Landrat Michael Cyriax beeindruckt von der Vielfalt und der Spezialität des Handwerks im Main-Taunus-Kreis. Eine Fortführung dieser Betriebsbesuche im Kreisgebiet wurde bereits vereinbart.

Der Betrieb der Raumausstattung Faust wurde im Jahr 1972 von Abrecht Faust in Hofheim gegründet. Der Betrieb - inzwischen in zweiter Generation- ist weiter gewachsen und bietet individuelle Planung und Gestaltung der Wohnräume. Der Rundgang in der Firma führte über die Ausstellung der Stoff- und Teppichmuster, Bodenbeläge, Tapetenmuster, Sonnen- und Insektenschutz und in die Werkstatt. Hier zeigte die Inhaberin und stellvertretende Obermeisterin Stefanie Müller-Faust an einigen Beispielen was der Traditionsbetrieb leistet. Ehrenobermeister Albrecht Faust zeigte an einem aufzuarbeitenden Sessel welche Arbeitsgänge im Nähatelier bzw. Stoffatelier erforderlich sind.

Auch die Mitglieder des Präsidiums und der Geschäftsführung der IHK Frankfurt am Main besuchen zusammen mit Vertretern der Politik mehrmals im Jahr Unternehmen in ihrem Kammerbereich. Zuletzt unter anderem im Hochtaunuskreis die beiden IHK-Mitgliedsunternehmen Druckerei + Verlag Esser in Weilrod sowie Müller + Co GmbH Kunststoff-Fenster, Energiespartechnik in Schmitten. Mit den Unternehmern wurde während der Besichtigung auch über Eindrücke und über die wirtschaftliche Situation der Unternehmen in der Region gesprochen.

Führender Ausbildungsbetrieb in der Glaswirtschaft


Die Firma Glas Henrich - seit fast zweijahrzehnten ein umweltbewusster Betrieb - wurde am 1. Mai 1934 von Glasermeister Karl Henrich in Hofheim gegründet. Bald erweiterte sich der Einzugsbereich auch auf die Nachbarstädte Kriftel, Eppstein und Kelkheim. Schon damals stand für den Gründer fest, dass nur Qualitätsarbeit Erfolg und Wachstum sichern kann. Matthias Henrich, der den Betrieb 1992 in der 3. Generation vom Vater übernahm, führt nach wie vor das gesamte Angebot einer klassischen Glaserei über preiswerte Kleinstaufträge wie Glaszuschnitte z.B. für Kühlschrank und Grablampen oder Reparaturverglasungen jeder Art aus. Darüber hinaus baute er den Glasbau und die Bereiche Echtglas-Duschabtrennungen, Spiegel mit Beleuchtung, Glas-Schiebetüren, Sandstrahlung auf Glas und lackierte Küchenrückwände zu großen Geschäftsbereichen aus.

Auch die 4. Generation steht schon in den Startlöchern. Apropos Generation, Glas Henrich zählt mit zu den führenden Ausbildungsbetrieben. In der Werkstatt erläuterte Matthias Henrich theoretisches und führte bei einer Vorführung in die Praxis ein. Dabei testete Landrat Michael Cyriax mit seinen Begleitern Kreishandwerksmeister Raimund Dorn und dem Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Main-Taunus, Peter Sachs, stehend auf einer Glasscheibe was Glas alles aushält.

Handwwerk ist gut organisiert


In der anschließenden Gesprächsrunde wiesen die Vertreter der Kreishandwerkerschaft darauf hin, dass das Handwerk jedoch nicht frei von Nachwuchssorgen sei. Hier wolle man verstärkt auf Informationen und Zusammenarbeit mit dem Kreis, den Kommunen und den Schulen setzen. Zudem biete der Bereich Handwerk auch gute Chancen für Asylbewerber. Prinzipiell gelte: Wer ein Handwerk erlene, sei aller Erfahrung nach auch in Zukunft auf der sicheren Seite.

Landrat Michael Cyriax betonte, dass zum Beispiel diese traditionell geführte Familienunternehmen wie Glas Henrich hochspezialisiert seien, effizient und kundenorientiert arbeiten und somit ihren Erfolg sichern. Wörtlich so der Landrat: „Gerade vor diesem Hintergrund zeige sich auch, dass Handwerk nach wie vor goldenen Boden habe. Zudem ist das Handwerk im Main-Taunus-Kreis gut organisiert und miteinander vernetzt, wovon auch die Bürgerinnen und Bürger profitieren".