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Berufsperspektiven in der Kirche sind vielfältig

Kardinal Lehmann: „Nicht immer nur auf die Priesterberufungen und Priesterweihen schauen" - Medienempfang der Bistümer Mainz und Limburg stand unter dem Thema „Kirchliche Berufe und Berufungen"           von Ralph Delhees

21.07.15 || altaltMAINZ (20. Juli 2015) - Zum traditionellen Medienempfang der Bistümer Mainz und Limburg hatten in diesem Jahr der Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, und der Apostolische Administrator des Bistums Limburg, Weihbischof Manfred Grothe, Journalisten und Medienschaffende aus den beiden Bistümern in das Priesterseminar St. Bonifatius in Mainz eingeladen. Im Mittelpunkt eines moderierten Gesprächs, das unter der Überschrift „Kirchliche Berufe und Berufungen" stand, ging es um das gesunkene Interesse junger Menschen an Berufsperspektiven in der Kirche. Rund 130 Teilnehmer waren zum Medienempfang gekommen, der im Anschluss ausreichend Gelegenheit gab für persönliche Begegnungen zu einem vielfältigen Gedankenaustausch in dem wunderschönen Garten des Priesterseminars mitten in der Stadt.

altKardinal Lehmann verwies  in seiner Begrüßung , dass es im Bistum Mainz mit Gemeindereferenten, Pastoralreferenten und Ständigen Diakonen rund 1.000 Mitarbeiter in der Seelsorge gebe. „So viele Mitarbeiter in der Pastoral hatten wir noch nie."

Der Regens des Mainzer Priesterseminars, Dr. Udo Bentz (der seit dem 15. Juli neuer Weihbischof im Bistum Mainz ist), stellte gemeinsam mit Carola Daniel, der Bischöflichen Beauftragten für die Pastoralreferentinnen und -referenten im Bistum Mainz, die Zusammenarbeit der pastoralen Berufsgruppen im Mainzer Priesterseminar vor. Als „Haus der Kirchlichen Berufe im Bistum Mainz" sind dort seit einigen Jahren neben der Priesterausbildung auch die Ausbildung der Ständigen Diakone, der Pastoralkurs, den die angehenden Pastoralreferenten absolvieren, das Maria Reinartz-Haus für Gemeindereferenten, die Infostelle „Berufe der Kirche" und das Institut für geistliche Begleitung beheimatet. Moderiert wurde das Gespräch von Dr. Daniel Deckers, verantwortlicher Redakteur für „Die Gegenwart" bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ).

altBeim Medienempfang gab es ein moderiertes Gespräch über kirchliche Berufungen. Unser Bild zeigt von rechts: Regens des Mainzer Priesterseminars, Dr. Udo Bentz, der inzwischen zum Weihbischof ernannt wurde, die Bischöfliche Beauftragte für Pastoralreferentinnen und -referenten im Bistum Mainz, Carola Daniel und Moderator Daniel Deckers

Bentz, der auch Vorsitzender der Deutschen Regentenkonferenz ist, plädierte dafür, „von den Inhalten her zu denken und nicht nur von den Zahlen". Die enge Kooperation der Berufsgruppen, wie sie im Mainzer „Haus der Kirchen Berufe" gesucht werde, gebe es in dieser Ausprägung deutschlandweit nur in Mainz, sagte Bentz. Die Idee, mit der man inzwischen gute Erfahrungen mache, habe sich seit dem Jahr 2000 entwickelt und sei „organisch gewachsen". Daniel wies darauf hin, dass sich junge Menschen heute „massiv rechtfertigen müssen", wenn sie sich für einen kirchlichen Beruf entschieden. „Das hat sich in den letzten zehn Jahren nochmal zugespitzt."

altDie Mitarbeiter im kirchlichen Dienst, so  Weihbischof Manfred Grothe, seien „überdurchschnittlich" zufrieden. Fotos (3) Ralph Delhees

Kardinal Lehmann hatte in seiner Begrüßung davor gewarnt, „immer nur auf die Priesterberufungen und Priesterweihen zu schauen". Dies könne „blind machen für andere Dinge". Er verwies darauf, dass es im Bistum Mainz mit Gemeindereferenten, Pastoralreferenten und Ständigen Diakonen rund 1.000 Mitarbeiter in der Seelsorge gebe. „So viele Mitarbeiter in der Pastoral hatten wir noch nie." Das sei ein „neuer Reichtum" für die Kirche. Weihbischof Grothe bekräftigte in seinem Schlusswort die Notwendigkeit der pastoralen Berufe, da die Menschen nicht nur Hunger nach Materiellem hätten, sondern auch nach dem, für was Seelsorger da seien. Grothe berichtete von einer Umfrage unter pastoralen Mitarbeitern, wonach Mitarbeiter im kirchlichen Dienst „überdurchschnittlich" zufrieden seien.