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Talentierte Frauen für ihren engagierten Einsatz geehrt

Preisverleihung der Ingrid zu Solms-Stiftung in den Bereichen Wissenschaft und Medizin und Wissenschaft Natur-, Lebens-und Ingenieurwissenschaften           von Gert und Iris Schmidt

05.01.16 || altFRANKFURT (04. Januar 2016) - Die Preisverleihungen 2015 der Ingrid zu Solms-Stiftung (IzS-Stiftung) fanden kürzlich im Universitätsklinikum Frankfurter Goethe-Universität statt. Seit Gründung der IzS-Stiftung im Jahr 1994 ist das Ziel der Stiftung, die Entwicklung und Förderung von Menschen mit herausragenden Talenten, besonders von Frauen, die trotz hoher Qualifikation nicht genügend Chancen erhalten, ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Aus diesem Grund verleiht die Ingrid zu Solms-Stiftung im Turnus von zwei Jahren jeweils Preise für den engagierten Einsatz und außerordentliche Leistungen in den Bereichen Wissenschaft, Kultur und Menschenrechte sowie das IzS-Stipendium an hochbegabte Schülerinnen. Mit 10.000 Euro dotiert war der im November 2015 verliehene IzS-Wissenschaftspreis für Medizin, der an zwei junge Wissenschaftlerinnen ging. Für Sonderprojekte, wie das im Jahr 2001 für junge Frauen im Kosovo in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt, Berlin, durchgeführte Berufsförderungsprojekt (abgeschlossen) erhielt die IzS-Stiftung den Status der UN-MIK registrierten NGO.

altDie Preisträgerinnen von links: Jun.-Prof. Dr. med. Ute Ingrid Scholl, PD Dr. med. Dr. rer.nat. Angelika B. Riemer, Dr. rer. nat. Claudia Isabelle Keller.

Die Zuerkennung der Ingrid-zu-Solms Wissenschaftspreise im Bereich Wissenschaft und Medizin fiel auf Jun.-Prof. Dr. med. Ute Ingrid Scholl, Jahrgang 1983, am Universitätsklinikum Düsseldorf, zuständig für Experimentelle Nephrologie und Hypertensiologie. Durch ihre Arbeiten hat sie grundlegend zu einem besseren Verständnis der genetischen Ursachen von Bluthochdruckerkrankungen beigetragen, die sie auch als Erstautorin in international renommierten Fachzeitschriften erfolgreich publizieren konnte.

Auch die Preisträgerin, Nachwuchsgruppenleiterin des Deutschen Krebsforschungszentrums, PD Dr. med. Dr. rer.nat. Angelika B. Riemer, Jahrgang 1976, überzeugte mit ihrem Forschungsschwerpunkt in der Entwicklung eines therapeutischen Impfstoffs gegen das humane Papillomvirus (HPV), der bereits infizierten Patienten helfen soll, bereits vorhandene Krebsvorstufen mittels einer effizienten Immunantwort zu eliminieren.

Die Wahl der Preisverleihung des IzS-Wissenschaftspreises Natur-, Lebens-und Ingenieurwissenschaften fiel auf Dr. Claudia Isabelle Keller für ihre herausragende Doktorarbeit im Bereich Forschung am Friedrich Miescher Institut für biomedizinische Forschung in Basel. Sie befasst sich mit einer hochaktuellen Thematik aus dem Bereich der Veränderung der Wirksamkeit von Genen. Eine weltweite Anerkennung fand ihre wissenschaftliche Leistung u.a. auch in dem fachspezifisch zugeordneten Journal of Nature. Große Hoffnungen erheben sich heutzutage mit der Forschung der gezielten Abschaltung von Gensequenzen, die sich krebsfördernd auswirken können.

„Hoffnungsschimmer gibt überall, denn die Rolle der Frau hat sich geändert"


Gemäß dem Motto der Ingrid-zu Solms-Stiftung "Wer die werdende Elite unterstützt, unterstützt auch Andere, indirekt aber effektvoll" trägt sie in hohem Maße dazu bei, potentielle Führungskapazitäten auf ihrem Karriereweg zu begleiten und deren herausragendes Engagement zum Durchbruch zu verhelfen.

Stiftungsvorsitzende Dr. med. Ingrid Gräfin zu Solms-Wildenfels. Fotos (2): Iris Schmidt

Die Stiftungspräsidentin, Dr. med. Ingrid Gräfin zu Solms-Wildenfels, verlas den eindrucksvollen Vortrag der angesagten aber aus gutem Grund entschuldigten Festrednerin, Dr. rer. phil. Antonia Rados, vielfach ausgezeichnete TV-Chefreporterin Ausland bei RTL Deutschland in Kriegs- und Krisengebieten, die sich zur selben Zeit im Süden Europas, auf der Insel Lesbos, um dort nach langer Flucht eingetroffene, teilweise Menschen mit traumatischen Erlebnissen und deren Belange kümmerte.

Die Festrede war geprägt durch zeitgemäße Frauenthemen, die noch immer leider nachteiligen Möglichkeiten und globaler Unterdrückung von Frauen und die damit oft massiv verletzenden Menschenrechte aufzuzeigen, Wege, diese einzufordern und für Völkerverständigung einzutreten. Es gibt überall Hoffnungsschimmer, denn die Rolle der Frau hat sich geändert. An Kulturen lässt sich der mathematische Maßstab nicht anwenden. "Unterschiede sind willkürlich gesetzt und ändern sich ", wie schon Edward Gibbon im 18. Jahrhundert testierte.

Laudationes und Preisverleihungen für die würdigende Anerkennung der brillanten Leistungen der jungen Preisträgerinnen erfolgten von Prof. Dr. med. Simone Fulda, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Prof. Dr. med. Stefan Meurer, Institut für Immunologie, Universitätsklinikum Heidelberg und Prof. rer.nat. Wolfgang Grill, Universität Leipzig und der Stiftungsvorsitzenden Dr. med. Ingrid Gräfin zu Solms-Wildenfels und Überreichung der Fellow-Nadeln durch Prof. Dr. med. Heike Allgayer, PhD, Vorsitzende der Fellows der Izs-Stiftung. Mit Ihrem Schlusswort der Festveranstaltung erinnerte Prof. Dr. med. Babette Simon an die Preisträgerinnen der vergangenen Jahre, erläuterte erneut den tiefen Sinn und die Aufgabe der IzS-Stiftung und gab gleichzeitig einen Ausblick auf das zukünftige Engagement.

Stiftungsaufgabe ist es Frauen Mut zu machen bei der Verwirklichung ihrer Gedanken


Die IzS-Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, neben der Verleihung von Auszeichnungen und Anerkennung besonderer Leistungen, insbesondere kreativen jungen förderwürdigen Frauen die Hand zu reichen, sie zu stützen bei der Verwirklichung ihrer Gedanken und damit ihre Chancen zu nutzen mit Mut, Leistung und Durchsetzungsvermögen einen erfolgreichen vorurteilsfreien Werdegang zu beschreiten mit dem Ziel vor Augen, unsere Welt ein wenig besser zu gestalten, bevor man sie verlässt, (eigentlich ein Gedanke, der alle, in welcher Tätigkeit auch immer engagiert, motivieren sollte) so die Stiftungsgründerin Dr. med. Ingrid Gräfin zu Solms-Wildenfels.

Das Sonderprojekt Menschenrechte der IzS-S und die Verleihung des Status UN-MIK-NGO           von Ralph Delhees

Im Schlusssatz des ersten Absatzes des obigen Beitrages wird von einem Sonderprojekt aus dem Jahr 2001 für junge Frauen im Kosovo berichtet, dass in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt der Bundesregierung in Berlin als Berufsförderungsprojekt durchgeführt wurde. Das Berufsförderungsprojekt umfasste die „Existenzsicherung, Selbsthilfeförderung & soziale Integration im Kosovo" Für dieses Projekt erhielt die Ingrid zu Solms-Stiftung den Status einer bei den Vereinten Nationen/UN-MIK registrierten NGO. Die Redaktion des RMTOM versucht den Lesern hier einen kurzen Einblick und Erläuterung zu UNMIK und NGO sowie zu dem Sonderprojekt Menschenrechte/Völkerverständigung der IzS-S zu geben.

altMenschenrechts-Logo aus der Internetseite der IzS-Stiftung entnommen

Die Abkürzung UNMIK bedeutet: United Nations Interim Administration Mission in Kosovo und ist eine Interimsverwaltungsmission der Vereinten Nationen im Kosovo. Sie existiert seit dem 10. Juni 1999, als der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen den Generalsekretär per Resolution 1244 ermächtigte, im Nachkriegs-Kosovo eine Interims-Zivilregierung zu etablieren.

Die UNMIK wird von einem Sonderbeauftragten des Generalsekretärs geleitet, der über ähnliche, wenngleich erweiterte Befugnisse verfügt wie der Hohe Repräsentant für Bosnien und Herzegowina. (Quelle: Wikipedia)
NGO steht für "Non-Governmental Organisation" und bedeutet Nichtregierungsorganisation. Dies kennzeichnet eine privateOrganisation, die gesellschaftliche Interessen vertritt, aber nicht dem Staat oder der Regierung unterstellt ist.

Solche nichtstaatlichen Organisationen entstanden noch vor den Nationalstaaten und beeinflussten oft Gesellschaft und Politik auch im internationalen Zusammenhang, im 18. im Kampf gegen Sklaverei etwa, oder im 19. Jahrhundert für das Wahlrecht von Frauen. Um 1945etablierte sich der Begriff NGO im weltpolitischen Geschehen durch die Vereinten Nationen.

Die beiden zusammenhängenden Abkürzungen bedeuten - wie sich aus den vorherigen Erläuterungen ergibt -, dass es sich um eine UN-Interimsverwaltungsmission als Nichtregierungsorganisation (UN-MIK-NGO) handelt und diesen Status hat die IzS-Stiftung seit dem Projekt im Jahr2001 inne.

Die IzS-S vergibt unregelmäßig , wenn ein entsprechendes Projekt gefunden wurde, den IzS-Menschenrechtspreis an eine Person oder Organisation, die sich in eindeutiger, andauernder und erfolgsversprechender Weise für die Menschenrechte, wie sie in der Satzung der Vereinten Nationen (UN) definiert werden, und/oder für die Verständigung unter den Völkern eingesetzt hat und möglicherweise weiter einsetzen wird.

Zu den Preisträgern des Menschenrechtspreises gehören: Die Deutsch-Afrikanische Mädchenprojekt von Forward e.V. Deutschland, unter der Leitung von Tobe Levin von Gleichen. Verliehen am 25.11.2002, dem Weltfrauentag der Uno, in der St. Katharinen Kirche in Frankfurt am Main, in Anerkennung der Leistung zur Enttabuisierung von Beschneidungen afrikanischer Mädchen, insbesondere in der Bundesrepublik Deutschland. 2005 vging er an Seyran Ates deutsch-türkische Rechtsanwältin in Berlin, für ihre Tätigkeit für die Rechte türkischer Frauen in Deutschland. Für ihre Arbeit gegen Zwangsehen im Verein Sabatina e.V. wurde der Preis 2010 an Sabatina James vergeben.

Weitere Informationen unter www.ingrid-zu-solms-stiftung.de