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"Garantie vorbei - Gerät kaputt": Einzelfälle oder steckt System dahinter?

ZDF nimmt sich die neue Studie zum vorzeitigen Verschleiß von Elektrogeräten in "planet e." vor           von Ralph Delhees

15.02.16 || altMAINZ (15. Februar 2016) - Fast jeder Konsument kennt es, das Elektrogerätschaften -egal ob groß oder klein, preiswert oder teuer - kurz nach Ablauf der Garantiezeit aufhören zu funktionieren. Diese funktionsuntüchtig tritt bei dem Staubsauger häufig auf wenn der Lüfter bzw. dessen Rad nicht mehr will, bei der Waschmaschine lohnt sich die Reparatur meist auch nicht mehr wenn das kaputte Lagers streikt, denn dann müsste gleich die ganze Trommel ausgetauscht werden, der Kühlschrank bringt keine Kälte mehr und der PC stürzt ab und zeigt nur noch einen schwarzen Bildschirm, Festplatte kaputt. Sind das Einzelfälle oder steckt System dahinter? Eine neue Studie, die heute vom Umweltbundesamt veröffentlicht wurde, ist dieser Frage nachgegangen und das ZDF hat in seiner Sendung WISO am heutigen Abend bereits einen kurzen Beitrag zu dem Thema gegeben. Am Sonntag, 21. Februar 2016, 14.50 Uhr, beleuchtet in "planet e." des ZDF -Autor Steffen Bayer das Phänomen: "Garantie vorbei - Gerät kaputt".

alt1,8 Millionen Tonnen Elektroschrott werfen die Deutschen jedes Jahr weg. Bei vielen Geräten lohnt sich die Reparatur nicht mehr. Manche Geräte werden aber auch weggeworfen, obwohl sie noch funktionieren, weil es neuere Versionen zu kaufen gibt. Foto: obs/ZDF/Steffen Bayer

Viele Haushaltsgroßgeräte wie zum Beispiel Waschmaschinen oder Wäschetrockner werden heute deutlich schneller durch ein neues Gerät ersetzt als noch vor zehn Jahren. Das haben Wissenschaftler am Öko-Institut in Freiburg in einer Studie für das Bundesumweltamt herausgefunden. Besonders auffällig findet Studienleiter Siddhardt Prakash, dass immer mehr Geräte kaputtgehen, die noch nicht einmal fünf Jahre alt sind: "Es gibt bestimmte Produkte, bei denen man denkt: So billig geht es gar nicht. Da kann man dann davon ausgehen, dass sie weder ausreichend getestet sind, noch hochwertige Materialien eingebaut wurden. Da sollte man als Verbraucher Abstand halten", empfiehlt der Wissenschaftler.

Dass die Industrie bewusst Schwachstellen einbaut, glaubt er allerdings nicht. Es werde oft nur einfach billig produziert. Betriebswirt Stefan Schridde, der eine Bürgerbewegung mit dem Namen "Murks - nein danke!" im Internet gegründet hat, sieht das anders: Er glaubt, dass gerade Verschleißteile immer wieder absichtlich so verbaut werden, dass sie nicht lange halten oder eine Reparatur erst gar nicht möglich ist. Belege hat er viele gesammelt: Kaffeemaschinen, die verklebt und nicht verschraubt sind, elektrische Zahnbürsten, die weggeworfen werden müssen, weil der Akku nicht gewechselt werden kann und Drucker, die Fehlermeldungen senden, obwohl es überhaupt keinen Defekt gibt. Schriddes Vision: Durch den Druck der Verbraucher die Industrie zwingen, Dinge nachhaltiger herzustellen. Auch an die Politik hat er Forderungen: der Wirtschaft Mindestanforderungen vorgeben, was die Langlebigkeit und Reparierbarkeit der Produkte betrifft.

Aber die Verbraucher sind auch in ihrem Konsumverhalten gefragt. Denn auch das hat das Ökoinstitut herausgefunden: Viele alte Smartphones werden nur deshalb ersetzt, weil Neuere auf den Markt kommen, und mehr als jeder zweite Fernseher wird einfach weggeworfen, obwohl er noch funktioniert. Insgesamt produzieren die Deutschen so jedes Jahr rund 1,8 Millionen Tonnen Elektroschrott.