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Ab 1. März: Der neue deutsche Reisepass kommt

Zeitgemäße Sicherheitsmerkmale, neue Materialien - Anerkannt als als einer der fälschungssichersten Pässe weltweit           von Ralph Delhees

23.02.17 || altBERLIN/REGION (23. Februar 2017) - Am März 2017 wird in Deutschland auf eine neue Reisepass-Generation umgestellt. Das Bundesministerium des Inneren (BMI), die Kreise, Städte und Gemeinden informieren in diesen Tagen mit Publikationen, dass es ab dem 1. März den neuen Reisepass gibt der viele neue fälschungssichere Merkmale enthält. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass bereits ausgegebene Reisepässe ihre Gültigkeit bis zum jeweils angegebenen Datum behalten. Ein Umtausch ist daher nicht erforderlich. Die Gebühr für die Ausstellung an Personen, die das 24. Lebensjahr vollendet haben, wird deutschlandweit um einen Euro auf 60 Euro angehoben. Die Reisepassgebühr für Antragsteller, die das 24. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, beträgt unverändert 37,50 Euro.

Visumfreie Einreise in über 170 Staaten


Der deutsche Reisepass ist als einer der fälschungssichersten Pässe weltweit anerkannt. Der im Jahr 2005 erstmals mit einem elektronischen Speichermedium (Chip) ausgegebene Reisepass ist zuletzt 2007 geändert worden. Auch die neue Reisepassgeneration von 2017 erfüllt die europäischen und internationalen Kriterien für elektronische Reisedokumente und ermöglicht die visumfreie Einreise in über 170 Staaten. Insbesondere die neuen Sicherheitsmerkmale werden das hohe internationale Ansehen des deutschen Reisepasses auch in den kommenden zehn Jahren sichern.

altBundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière erklärte heute bei der Vorstellung des neuen Reisepasses mit dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Bundesdruckerei GmbH, Ulrich Hamann: "Im weltweiten Reiseverkehr ist ein hohes Maß an Sicherheit unabdingbar. Deshalb lege ich großen Wert darauf, dass die neue deutsche Reisepassgeneration über modernste Materialien und zeitgemäße Sicherheitsmerkmale verfügt. Sie gewährleisten zuverlässigen Schutz vor Fälschung oder Missbrauch des deutschen Passdokuments und ermöglichen mehr Komfort auf Reisen durch eine sichere und schnelle Identitätsüberprüfung."

Der neue Reisepass zeichnet sich u.a. durch diese Eigenschaften aus:


  • Neu: Eine flexible Passdecke

Die bisherige Hardcover-Passdecke wird durch eine kleinere und deutlich flexiblere Passdecke ersetzt. Die Vorder- und Rückseite des Passes zeigen verschiedene Prägungen (Goldprägung und Blindprägung).

Neu: Eine Passkarte aus Polycarbonat mit eingebettetem Sicherheitsfaden
Die Passkarte besteht aus einem hochwertigen Polykarbonatverbund und übernimmt damit das Sicherheitskonzept des deutschen Personalausweises. Die Titelseite der Polykarbonatkarte enthält zusätzlich einen neuen, für jeden Reisepass individuell personalisierten Sicherheitsfaden, der mit der Dokumentennummer sowie dem Namen der Reisepassinhaberin/des Reisepassinhabers beschriftet ist.

altNeu: Das in die Polykarbonatkarte integrierte Fenster mit Linsenstruktur und Bild des Reisepassinhabers auf der Titelseite
In die Passkarte ist ein durchsichtiger Bereich mit einer Linsenstruktur integriert. Die Linsenstruktur enthält personalisierte Informationen sowie auf der Titelseite das Bild der Reisepassinhaberin/des Reisepassinhabers.

Neu: Ein Sicherheitspapier mit Sicherheitsfaden und Wasserzeichen
Die Passbuch-Innenseiten bestehen aus einem neuen, hochwertigen Sicherheitspapier mit Halbton-Wasserzeichen und weiteren Sicherheitsmerkmalen.

Alten Pass und Foto mitbringen


Wer einen Reisepass beantragen möchte, der muss persönlich im Bürgerservice seiner Gemeinde- bzw. Stadtverwaltun erscheinen und den alten Reisepass, Personalausweis oder Kinderreisepass sowie ein aktuelles biometrisches Lichtbild mitbringen. Die Lieferzeit beträgt normalerweise drei bis vier Wochen, bei dem neuen Reisepass kann es zunächst noch etwas länger dauern, informiert das Bundesministerium. Die Aushändigung des neuen Passes kann dann mit einer Vollmacht und dem alten Pass erfolgen. Wer es ganz eilig hat: Ein „Expressreisepass" wird von der Bundesdruckerei in drei Werktagen gefertigt. Er kostet 92 beziehungsweise 69,50 Euro.

Was es sonst noch Neues gibt und zu beachten ist


altDurch das geänderte Layout ändert sich die Anordnung der Datenfelder

Wegfall „GEB." beim Geburtsnamen
Das Feld „Name" wurde neu gestaltet. „GEB." beim Geburtsnamen entfällt, die neue Legende ist: „[a] Name [b] Geburtsname"

In den Datenfeldern der Passkarte stehen zukünftig zwei Schriftgrößen zur Verfügung. Auf den Passbuch-Innenseiten steht in den Datenfeldern eine Schriftgröße zur Verfügung.

Das Unterschriftsfeld wurde verkleinert und die Unterschrift erscheint in einem neuen Format

Die neue Reisepass-Generation enthält auf Seite 1 eine „Card Access Number (CAN)". Die CAN kann von hoheitlichen Stellen für Kontrollen (zum Beispiel zukünftig im mobilen Einsatz) verwendet werden, um die im Chip gespeicherten Daten anzuzeigen. Eine Nutzung der CAN durch die Passbehörden und Ausländerbehörden ist nicht möglich.

Die davon unterschiedliche Nutzung der CAN des Personalausweises ist insoweit nicht vergleichbar.

Bei den Passbuch-Innenseiten wird die Legende „Ausgestellt (Ort)" geändert: Im Passbuch wird auf Seite 2 des Reisepasses und der Reiseausweise die Legende „Ausgestellt (Ort)" in „Behörde" geändert.

Auf den Amtlichen Pässen erhält die Passaktennummer eine eigene Legende.

altDer Chip ist jetzt in die Passkarte integriert (vorher: Passdecke).

Die Regeln für die automatisierte Zusammensetzung der Namensbestandteile in der maschinenlesbaren Zone (MRZ) deutscher Reisedokumente wurden angepasst. In der maschinenlesbaren Zone gilt eine neue Kürzungsregel (Regel 6).

In der Vergangenheit gab es Fälle, in denen der Familienname zugunsten des ersten Buchstabens des Vornamens gekürzt wurde. Mit der neuen Kürzungsregel soll eine Kürzung des Familiennamens weitgehend vermieden werden.

Beispiel bisher: Beispielname: Stefanie Gabriele Mullerinstein-Felde
MRZ-Darstellung: MULLERINSTEINBeispiel neu: Beispielname: Stefanie Gabriele Mullerinstein-Felde
MRZ-Darstellung: MULLERINSTEIN

Alle Fotos (5): © Bundesministerium des Inneren